Serieneinbrecher festgenommen

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Eching - Nun klickten die Handschellen bei einem lang gesuchten Serieneinbrecher in seiner Neufahrner Wohnung.

Von über 60 Einbrüchen in öffentliche Gebäude (Schulen, Rathäuser, Kindergärten, Hallenschwimmbad, Postfiliale, Kulturzentrum, Wertstoffhof), Firmen, Geschäfte, Handwerksbetriebe, Arztpraxen und Büros von Februar bis jetzt mit einem Beuteschaden von rund 28.000 Euro und einem Sachschaden von ca. 50.000 Euro gestand er 33 Taten. Für mindestens 15 weitere ist er dringend tatverdächtig. Drei Einbrüche gingen auf das Konto von vier Tätern, die anderweitig aufflogen.

Zu Fuß oder mit dem Fahrrad gelangte er nachts zu den unbewohnten Gebäuden, hebelte Fenster auf und suchte im Innern nach Bargeld. Gelegentlich nahm er auch Handys, Zigaretten, Digital-Cameras und Süßigkeiten mit. Oft wurde er jedoch nicht fündig und zog ohne monetäre Errungenschaften ab. Fieberhaft fahndete die Neufahrner Polizei mit Zivilkräften nach dem bis vor kurzem unbekannten Serientäter, der in Neufahrn aufgewachsen war, jeden Winkel kannte und damit beinahe im Dunkeln sehen konnte. An jedem Tatort wurden die wenigen von ihm hinterlassenen Spuren akribisch gesichert und ausgewertet. Bei einer davon konnte ein dringender Tatverdacht zu ihm hergestellt werden. Auch sein jüngerer Bruder und seine jüngere Schwester gerieten in Tatverdacht. Gegen alle drei wurden richterliche Wohnungsdurchsuchungen angeordnet und Mittwoch Früh vollzogen. Dabei landeten die Ermittlungsbeamten einen Volltreffer. In der Wohnung des Serientäters fanden sie Süßigkeiten, die er vor wenigen Stunden bei einem Einbruch in die Neufahrner Hauptschule am Galgenbachweg entwendete. Zudem wurden Einbruchswerkzeuge, spurenverursachende Materialien, einzelne Beutestücke und Beweismittel gefunden sowie sichergestellt. In seiner zweitägigen Vernehmung mit Zwischenaufenthalt in der Polizeizelle legte der arbeitslose Einbrecher ein Geständnis ab. Als Tatmotiv nannte er die Finanzierung seines Lebensunterhaltes und seiner Spielsucht. Die Staatsanwaltschaft Landshut stellte einen Haftbefehlsantrag. Donnerstagnachmittag, 9. Juli, wird er dem Haftrichter vorgeführt.

In der Wohnung des Bruders wurde eine Digital-Camera gefunden, die aus dem Einbruch in eine Spedition im Neufahrner Industriegebiet stammte. Nachdem der Serientäter die Tat gestand, wird ihm eine Hehlerei angelastet. Außerdem muss er sich wegen illegallen Drogenbesitzes verantworten, weil er ein knappes Gramm Marihuana in seinem Zimmer hatte. In der Wohnung der Schwester wurden keine Beweismittel aufgefunden. Sie räumte ein, von ihrem Bruder ein gestohlenes Handy erhalten zu haben, das sie aber zwischenzeitlich verlor. Gegen sie wird wegen Verdachts der Hehlerei ermittelt.

Rubriklistenbild: © dpa

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