Hofbräuhaus wehrt sich gegen Sexismus-Vorwurf

Brüste auf Traunsteiner Bierdeckeln: EMMA schäumt vor Wut!   

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Seit 30 Jahren gibt es das Frauenmagazin EMMA. Seit 16 Jahren die Bierdeckel des Traunsteiner Hofbräuhauses. Doch erst jetzt waren sie der Kölner Redaktion einen Artikel wert. 
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Traunstein - Eine Bedienung mit sichtbar "Holz vor der Hütt'n" - und das Frauenmagazin EMMA sieht rot! Doch nun dreht das Hofbräuhaus den Spieß um...   

Die Bierdeckel des Hofbräuhauses Traunstein seien "mega out" findet das Frauenmagazin in seiner aktuellen Ausgabe Mai/Juni 2017. Die EMMA fordert vom Hofbräuhaus deshalb "eine Werbung, die Frauen nicht als Ware präsentiert". 

Damit die Chiemgauer zum Umdenken gedrängt werden, hat die EMMA dann gleich noch die E-Mail-Adresse des Hofbräuhauses abgedruckt. Doch dieser indirekte Aufruf zu einer Empörungswelle geht ziemlich nach hinten los! Bisher ging keine einzige E-Mail ein, erfuhr chiemgau24.de auf Nachfrage beim Hofbräuhaus. 

Bierdeckel ein uralter Hut

Marketingleiterin Katharina Gaßner kann am Telefon nur lachen, als unsere Redaktion sie zum EMMA-Artikel befragt: "Die Bierdeckel habe ich schon vor 16 Jahren entworfen! Das Motiv passt zu uns und passt zu Bayern." Es sei nicht sexistisch, vielmehr sei eine bayerische Bedienung ein Inbegriff für eine "starke, mutige und witzige Frau". 

Rückendeckung von einheimischen Frauen 

Ein Shitstorm ist also nicht ausgebrochen - ganz im Gegenteil. Das Hofbräuhaus ging selbst in die Offensive, postete einen Ausschnitt des EMMA-Textes auf seiner Facebook-Seite und erhält nun viel Zuspruch. 

Auch einige Frauen haben schon ihre Meinung hinterlassen und zeigen kein Verständnis für die EMMA, die Bierdeckel-Empörung sei ein künstlich erzeugtes Thema. "Als Einheimische ist mir in Bayern noch keine Frau begegnet, die sich an diesem Motiv gestört hätte. Liebe EMMA-Redaktion, stolz ist die Dirndlträgerin - und der Mann auf die strammen Wadeln in den Lederhosn", schreibt etwa Henriette Matovina. 

Nun dreht das Hofbräuhaus den Spieß um und postete auf der eigenen Facebook-Seite die E-Mail-Adresse der Redaktion. Es scheint fast so, als würde die Kölnerinnen in den nächsten Tagen mehr Häme-Mails erhalten, als andersherum die Traunsteiner feministische Protestschreiben. 

Das Hofbräuhaus und der "Neger"-Spruch

Bereits vor einem Jahr geriet das Hofbräuhaus in die Kritik - damals ging es nicht um einen Sexismus-, sondern um einen Rassismus-Vorwurf. Der erste Vorsitzende des TSV Wasserburg hatte kein Verständnis für ein Werbeplakat mit einem dunkelhäutigen Mann in Lederhose und dem Spruch "A Preiß ko ni a Bayer werdn, a Neger aber scho".  

Anders als beim jetzigen Bierdeckel-Streit waren damals die Meinungen durchaus geteilter. Bei einer Umfrage auf unserem Portal sahen rund 46 Prozent die Kritik am Motiv als berechtigt an. 

Jüngst musste sich außerdem die Altöttinger Firma "Holz Stengel" gegen einen Sexismus-Vorwurf wehren. Der Streit entfachte sich an einem Werbevideo des Unternehmens, dass die Jusos Altötting kritisierten. 

Quelle: chiemgau24.de

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