Stimmung in Siegsdorf nach Coronavirus-Fall

Siegsdorfer Apothekerin: Bürger sollen sich "nicht verrückt machen"

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Coronavirus in Siegsdorf. Erkrankte Familie auf Isolierstation im Krankenhaus Trostberg.

Siegsdorf - Nach dem Auftreten des Coronavirus im Landkreis Traunstein ist die Bevölkerung etwas verunsichert. Barbara Bindrum und ihr Team von der St. Hubertus-Apotheke wollen beruhigen.

Eigentlich ist in Siegsdorf alles wie immer. Viel Verkehr fließt durch die kleine Gemeinde im Landkreis Traunstein, Einwohner, die ihre täglichen Besorgungen erledigen, ein kurzes Gespräch auf der Straße. Und doch sorgt ein kleines Detail seit Donnerstagabend für Verunsicherung. Der Coronavirus ist im Landkreis Traunstein aufgetreten. Wie in einer Pressekonferenz des Landratsamtes Traunstein bekannt gegeben wurde in Siegsdorf.


Der Patient arbeitet für die betroffene Firma Webasto, bei der die anderen sechs bestätigten Fälle ebenfalls aufgetreten sind, und lebt mit seiner Familie in Siegsdorf. Die ganze Familie wurde am Donnerstagabend (31. Januar) auf die Isolierstation des Trostberger Krankenhauses gebracht. Barbara Bindrum und ihr Team betreiben deshalb seit Freitagmorgen (31. Januar) Aufklärungsarbeit. "Die Leute sind seit heute schon verunsichert", gibt Evi Tilling zu. "Sie erkundigen sich nach den Symptomen der Krankheit und wie sie sich schützen können."

Vor allem kranke und schwache Menschen sollten sich schützen

Dabei beruft sich Tilling genauso wie alle anderen Apotheker und Ärzte auf normale Desinfektionsmittel. "Händewaschen sollte man mindestens 20 Sekunden", so der Tipp. "Ich will aber niemand verrückt machen, deshalb halte ich es für übertrieben, vor Menschenansammlungen zu warnen." Sie verweist, wie allgemein bekannt, darauf, dass der Coronavirus mit der Influenza-Grippe vergleichbar ist. Vor allem kranke und schwache Menschen sollten sich schützen.


Neben Hände waschen empfiehlt Bindrum außerdem viel Schlaf und den Aufbau der Darmflora. Alle diese Maßnahmen stärken das Immunsystem.

Die Siegsdorfer Familie wurde auf eigenen Wunsch im Trostberger Krankenhaus in einem Zimmer isoliert. Beim Vater und dem ältesten Kind wurde der Coronavirus bereits nachgewiesen. Die Mutter und die beiden anderen Kinder weisen ähnliche Symptome auf. "Wir gehen davon aus, dass die ganze Familie infiziert ist", so Dr. Krämer, der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein, in der Pressekonferenz. Dennoch gehe es allen Familienmitgliedern dem Umständen entsprechend gut. "Der Gesundheitszustand ist bei allen stabil. Gerade die Kinder sind milde erkrankt", erklärte Prof. Dr. Glück, der Leiter der Inneren Abteilung der Klinik Trostberg.

cz

Quelle: chiemgau24.de

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