Großbrand: „Ich habe auch alles verloren“

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Ein Computer-Freak durch und durch: Simon Kollmannsberger sitzt auch in seiner Freizeit gerne am PC – und ist seit zwei Jahren Mitglied der Feuerwehr. „Dass es brannte bei mir daheim, das erfuhr ich auf dem Feuerwehrpiepser.“

Mettenheim - Bei dem schweren Brand in Stenging bei Lochheim hat nicht nur die Familie Ritter alles verloren. Wie jetzt bekannt wurde, lebte dort auch Simon Kollmannsberger. Und auch er steht nun vor dem Nichts.

„Alles ist futsch, das werden traurige Weihnachten, ich habe wirklich alles verloren“, sagt Simon Kollmannsberger. Bei dem Brand in Stenging bei Lochheim (wir berichteten) wurde seine komplette Einrichtung, Möbel, Kleidung, Computer und natürlich auch alle Erinnerungsstücke und Geschenke, kurz sein gesamtes Hab und Gut, ein Raub der Flammen.

Großbrand in Stenging

Makaber ist, dass Simon selbst seit zwei Jahren der Feuerwehr Mettenheim angehört. „Als der Piepser am 7. Dezember losging, saß ich an meinem Arbeitsplatz in Garching und traute meinen Augen kaum, als ich erfuhr, dass es bei mir daheim in Stenging brennt“, sagt der junge IT-System-Elektroniker, immer noch entsetzt.

Familie Ritter - eine Woche nach dem Brand

Schnell fuhr er heim, erkannte aber gleich, dass nichts mehr aus seiner Wohnung zu retten war. „Schon von weitem sah man die große Rauchsäule.“ Und obwohl über 100 Feuerwehr-Kollegen aus der ganzen Umgebung gegen die Flammen kämpften, verlor nicht nur die Familie Ritter, sondern auch Simon Kollmannsberger alles, was ihm lieb und teuer war.

„Besonders großer Schaden entstand in meinem Büro, wo meine eigene EDV-Anlage stand und auch noch einige nagelneue Computer, die ich für Kunden gekauft hatte.“

Was den Computer-Freak besonders hart trifft: Er hat keine Hausratsversicherung. "Wer denkt mit 22 Jahren schon daran, dass so etwas wichtig sein könnte." Mit seinen Hauswirten, der Familie Ritter, kam Simon bisher sehr gut aus. "Aber nun stellen sie sich beim Thema Geld quer", sagt er bitter. "Eigentlich müsste für meine Mietwohnung ja Brandschutz bestanden haben, im Mietvertrag steht es zumindest." Jetzt hat er einen Rechtsanwalt eingeschaltet, damit er seinen Schaden von rund 20 000 Euro zumindest teilweise ersetzt bekommt. Untergekommen ist Simon erst mal bei seinen Eltern in Töging. "Aber ich suche wieder eine eigene Wohnung in der Umgebung - und mache dann auf alle Fälle sofort eine Hausratsversicherung." Auf Nachfrage teilte Mettenheims Bürgermeister Stefan Schalk mit, dass sich Simon Kollmannsberger bisher noch nicht bei der Gemeinde gemeldet habe, er würde aber selbstverständich auch in den Spendenempfängerkreis aufgenommen. Schalk sagte: "Wer spenden möchte, soll beim Überweisungsträger bitte unter Verwendungszweck den Namen Kollmannsberger angeben, damit wir wissen, wem wir die Spende zukommen lassen sollen." Die Gemeinde Mettenheim deshalb hat ein Spendenkonto für die Brandgeschädigten aus Stenging eingerichtet: Kontonummer 310 192 76, Bankleitzahl 711 510 20 bei der Sparkasse Mühldorf/Altötting. eig/Mühldorfer-Anzeiger

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