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Frau stürzt in Bayern aus Drehleiter in den Tod – Ermittlungen gegen Feuerwehrler

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Von: Sebastian Aicher

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In der Oberpfalz stürzte eine Frau aus dem Korb eine Drehleiter und starb. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. (Symbolbild)
In der Oberpfalz stürzte eine Frau aus dem Korb einer Drehleiter und starb. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. (Symbolbild) © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Robert MichaelRobert Michael

Es sollte eigentlich ein Routine-Einsatz für die alarmierten Freiwilligen Feuerwehren rund um Sinzing werden, als sie vor etwa sechs Monaten zur Unterstützung des Rettungsdienstes hinzugezogen wurden. Doch dann geschah ein schreckliches Unglück – jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Feuerwehrler.

Sinzing (Landkreis Regensburg) – Sie kamen um zu helfen, am Ende starb jedoch eine 75 Jahre alte Frau. Ein auf den ersten Blick harmlos anmutender Einsatz in der Oberpfalz nahm im Sommer letzten Jahres plötzlich eine dramatische Wende. Es war der 29. Juli 2022, ein Freitagabend, gegen 20.25 Uhr:

Die Rettungs- und Einsatzkräfte wurden zu einem Wohnhaus in der knapp 7000-Einwohner-Gemeinde Sinzing alarmiert, da eine 75-jährige Frau in ihrer Wohnung im zweiten Stock einen medizinischen Notfall erlitt. Da die Dame stark übergewichtig gewesen sei, sei ein Transport durch das Treppenhaus nicht möglich gewesen, weshalb damals die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr nachalamiert wurden.

Frau stürzt aus Drehleiter fünfeinhalb Meter in den Tod

Mit einer Drehleiter sollte die Frau über ein Fenster ins Freie gebracht werden. Dieses Vorgehen ist eigentlich eine Routineaufgabe für die Floriansjünger – zigmal werden derartige Situationen geübt und auch regelmäßig im Ernstfall abgewickelt.

Doch dieses Mal passierte eine schreckliche Tragödie. Wie ein Sprecher der zuständigen Staatsanwaltschaft Regensburg wenige Tage nach dem Unfall erklärte, habe die Feuerwehr die Frau auf eine Trage gebettet und diese unter dem Korb der Drehleiter befestigt. Aus unbekannten Gründen habe sich die Trage anschließend um 90 Grad gedreht und die Seniorin sei knapp fünfeinhalb Meter in die Tiefe gestürzt. Für die 75-Jährige kam jede Hilfe zu spät, sie verstarb noch an der Unfallstelle.

Staatsanwaltschaft ermittelt seit Monaten

Umgehend wurden Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt eingeleitet – auch ein Sachverständiger wurde eingeschaltet, um den konkreten Unfallhergang zu rekonstruieren. Am Dienstagmorgen (10. Januar) seien nun Gebäude und Fahrzeuge der Feuerwehren Lappersdorf und Kleinprüfening sowie zweier Beschuldigter durchsucht worden, wie ein Behördensprecher gegenüber der Deutschen Presseagentur (dpa) mitteilte.

Seniorin womöglich falsch in der Trage platziert

Demnach bestehe derzeit der Anfangsverdacht, dass die Frau in der Trage falsch positioniert worden sei – nämlich mit dem Kopf am Fußende – sodass sich der Schwerpunkt der an der Drehleiter hängenden Trage verlagert habe, teilte der Sprecher weiter mit. Zudem seien vier quer verlaufende Sicherheitsgurte nicht angelegt worden.

Die Staatsanwaltschaft ordnete nach eigenen Angaben ein Ermittlungsverfahren gegen acht Feuerwehrangehörige an und erwirkte Durchsuchungsbeschlüsse. Ziel sei, den Vorfall möglichst weitgehend aufzuklären und festzustellen, ob einzelnen Beteiligten fahrlässiges Handeln zur Last gelegt werden kann.

aic mit Material der dpa

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