Einblicke ins Weihnachtsfest

So feiern Prominente aus der Region Mühldorf heuer Weihnachten

Fredl Fesl schmückt den selbst hergestellten Kerzenständer/Weihnachtsbaum vor den Feiertagen mit frischen Zweigen.
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Fredl Fesl schmückt den selbst hergestellten Kerzenständer/Weihnachtsbaum vor den Feiertagen mit frischen Zweigen.

Was haben der Musiker Fredl Fesl, Motorradfahrer Luca Grünwald, Schauspielerin Maria Peschek, Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach, Schlagersängerin Eva Luginger und Singer-Songwriter Benoby abseits ihrer Prominenz gemeinsam? Sie feiern gerne Weihnachten. Wie? Das verraten sie hier.

Was sich Musiker und Sänger Fredl Fesl im Corona-Jahr zu Weihnachten wünscht

Es gibt bei uns keinen fest vorgegebenen Ablauf für Weihnachten. Aber es ist wenig spektakulär, wahrscheinlich so wie in den meisten Familien. Die letzten Jahre haben wir uns am Heiligen Abend am späten Vormittag immer mit Freunden zu einem Weihnachtsbrunch in einem Altöttinger Café getroffen.

Danach haben wir zu Hause das Bäumchen geschmückt und es uns zu zweit gemütlich gemacht. Ich bin ja gelernter Kunstschmied. Unser Weihnachtsbaum ist eigentlich ein schmiedeeiserner Kerzenständer, der mit Daxen zu einem Bäumchen geschmückt wird. Aber dann können wir echte Kerzen verwenden, das ist uns wichtig und trotzdem geht bei den Kindern nichts in Flammen auf.

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An einem der folgenden Tage gab es immer mit möglichst vielen Familienmitgliedern einen Weihnachtsbraten, meist Ente oder Gans, mit selbst gekochtem Blaukraut und Knödeln. Und seitdem die Enkel wissen, was Weihnachten ist und dass es da auch Geschenke gibt, gibt es auch wieder eine Bescherung.

Letztes Jahr wurde dann auch ein bisschen musiziert, aber weit entfernt von klassischer Hausmusik. Ich spielte auf dem Keyboard und Enkelin und Enkel unterstützten mich, indem sie auch kräftig die Tasten betätigten. Wir hoffen, dass die Corona-Zahlen nicht noch weiter steigen und damit ein Weihnachten mit dem Besuch der Kinder und Enkelkinder, wie sonst üblich, in Gefahr wäre. Auf den Brunch werden wir ja ziemlich sicher verzichten müssen.

Was Motorradfahrer Luca Grünwald an Weihnachten mag

An Weihnachten ist für mich am schönsten die „Zeit dahoam“, mit der Familie, mit meinem Bruder und anderen. Sonst hat jeder seinen Plan, aber das ist Familienzeit.

Wir feiern immer mit unseren Eltern und meistens zusammen mit unseren Großeltern, manchmal noch mit anderen Teilen der Familie. Hin und wieder ist unsere Tante oder Onkel dabei, es ist nicht immer das Gleiche, je nachdem, wer wie Zeit hat. Wir haben auch schon im Atelier meines Opas gefeiert, er ist ja Maler.

Urlaub dahoam: Luca Grünwald (links), Mutter Tine, Vater Ulli und Bruder Loris vor dem Weihnachtsbaum.

Meine Großeltern und meine Tante singen gern Weihnachtslieder, ich bin da nicht so hoch motiviert. Aber ich mag, dass an Weihnachten alle zusammensitzen, das Weihnachtenfeiern selbst. In der Zeit davor und vor allem danach an den Feiertagen und in der Woche hat jeder mal frei. Es ist eine Woche einfach voller Ruhe und Entspannung, das ist wirklich schön. Ich bin ja sonst viel unterwegs, mein Bruder studiert mittlerweile in Regensburg. Man ist einfach daheim, hat keinen Auftrag, es ist ein wenig wie Urlaub.

Warum Schauspielerin Maria Peschek Weihnachten wie ein Kind erlebt

Bei uns ist Weihnachten ganz auf die Kinder ausgerichtet, das war schon bei unseren Kindern früher so und jetzt ist es mit unseren fünf Enkeln genauso. Alle wohnen bei uns im Haus oder in der Nachbarschaft. In der Vorweihnachtszeit backen wir, schmücken das Haus und wir basteln Sterne, um sie ins Fenster zu hängen. So weiß das Christkind, hier wohnen Kinder. Die schönsten heben wir von Jahr zu Jahr auf.

Und das nicht nur zur Weihnachtszeit: Maria Peschek liest ihrem zweijährigen Enkel Frederik vor.

Den Baum schmücken wir alleine, die Kinder dürfen ihn erst sehen, wenn er fertig ist. Das ist alles ein großes Geheimnis für sie und für die älteren ein geheimnisvolles Spiel, das jeder ernst nimmt. Wir singen vor dem Baum, da gibt es ein Lied, da singe ich immer eine Zeile falsch. Die Kinder lauern da schon immer drauf, dass die Oma an der Stelle falsch singt. Das Essen ist auch ganz für die Kinder: Was sie gerne essen wollen, nicht immer dasselbe. Und natürlich auch ein besonderer Nachtisch.

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Anschließend gehen wir zu den Nachbarn und schauen bei ihnen den Christbaum an, essen Plätzchen oder bringen kleine Geschenke hinüber. Sehr wichtig für uns ist das Geschichtenerzählen. Wir lesen oder erzählen weihnachtliche Geschichten. Manches muss man immer wieder erzählen, zum Beispiel, wie das bei uns früher war.

Den Baum lassen wir besonders lange stehen, nicht nur bis Dreikönig. Und solange der steht, wird dort vor dem Baum gesungen.

Wie Ignaz Graf zu Toerring-Jettenbach mit seiner Familie feiert

Weihnachten feiern wir in Schloss Winhöring. Meine Eltern haben drei Kinder und elf Enkelkinder. Zusammen sind wir also 19. Bereits Anfang Dezember wird der Schlosshof beleuchtet. Alle Spalierbögen werden mit Lichtern verziert und in der Mitte steht ein zehn Meter hoher beleuchteter Christbaum aus dem Winhöringer Wald.

In der Woche vor Heiligabend wird der Saal im Schloss gestaltet, auch hier wird ein Baum aufgestellt und geschmückt. Es gibt es einen Tisch für jedes Kind, mit Kerze, Süßigkeiten und Geschenken. Die Saaltüren sind geschlossen, damit die Kinder nicht hereinkommen können.

Die gräfliche Familie, Giorgiana, Elena, Ignaz zu Toerring-Jettenbach, Elisabeth, Maximiliana, Robinia zu Toerring Jettenbach und Floriana, ist dem Wald sehr verbunden. Die Weihnachtsbäume stammen aus eigenen Wäldern um Winhöring herum.

An Heiligabend nach der Nachmittagsmesse, wenn es dunkel ist, werden die Lichter im Schloss ausgemacht und bei Kerzenlicht gehen wir mit den Kindern in den Saal. Dort wird gesungen, das Weihnachtsevangelium gelesen und dann ist die Bescherung. Im Anschluss findet ein großes Abendessen statt.

Bildtext: Die gräfliche Familie, Giorgiana, Elena, Ignaz zu Toerring-Jettenbach, Elisabeth, Maximiliana, Robinia zu Toerring Jettenbach und Floriana, ist dem Wald sehr verbunden. Die Weihnachtsbäume stammen aus eigenen Wäldern um Winhöring herum. Foto: privat

Was Schlagersängerin Eva Luginger an Weihnachten am schönsten findet

Weihnachten ist für mich etwas ganz Besonderes. Ich freue mich jedes Jahr, wenn sich die Stadt in ein einziges Lichtermeer verwandelt und eine ganz besondere Atmosphäre über Mühldorf herrscht. Dieses Mal werde ich die Adventszeit zu Hause und etwas intensiver genießen können als sonst, da normalerweise die Auftrittssaison für mich schon Ende November beginnt.

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Sehr schön finde ich es, wenn ich in der Vorweihnachtszeit das Haus dekorieren kann und dabei Weihnachtsmusik höre. Heiligabend wird traditionell bei meinen Eltern gefeiert. Meine Großeltern sowie meine beiden Schwestern mit Partner kommen zusammen. Wir gehen nachmittags in die Kirche und trinken vor der Bescherung mit ein paar Nachbarn in der Hofeinfahrt Punsch.

Schlagersängerin Eva Luginger hat ein Geschenk schon bekommen: eine neue Perspektive in Corona-Zeiten.

Später wird dann die Bescherung gemacht und lecker gegessen. Wir musizieren und genießen die Zeit mit der Familie. Ich liebe es einfach, meine Familie zu beschenken und sie glücklich zu sehen, das ist für mich viel wichtiger als selbst Geschenke zu bekommen.

Ich hoffe sehr, dass wir Weihnachten mit der ganzen Familie feiern können, denn dieses Jahr verlangt uns allen sehr viel ab. Gerade die Menschen, die in dieser Zeit alleine sind, haben es wirklich schwer. Ich wünsche uns allen Zuversicht, Durchhaltevermögen und Toleranz. Ein (Vor-)Weihnachtsgeschenk habe ich schon bekommen. Seit Anfang Mai arbeite ich im städtischen Kindergarten in Mühldorf und ich bin sehr dankbar, dass ich in dieser schweren Zeit eine neue Perspektive gefunden habe.

Singer-Songwriter Benoby mag es an Weihnachten auch schmalzig

Ich bin ein totaler Weihnachtsfan. Alleine deswegen, weil das der einzig sichere Termin der letzten fünf Jahre war. Ich mag, dass die Leute um Weihnachten herum so schmalzig sind, ich mag die ganzen Weihnachtslieder im Radio und ich finde es schön, wenn alle versuchen, ruhiger zu werden. Es macht mich glücklich, andere glücklich zu machen und ich suche gerne Geschenke für alle aus.

Der Sänger Benoby freut sich mit Familienhund Tobby, Weihnachten mit seinen Lieben verbringen zu können.

Wir verbringen Weihnachten stets im engsten Kreis der Familie. Traditionell ist für uns, dass wir an Heiligabend Fisch essen. Das ist ein polnischer Brauch, dass man auf Fleisch verzichtet und einen Platz zu viel deckt. Falls jemand, der nicht so viel hat, an dem Abend bei uns klingeln würde, hätten wir einen Platz für ihn. An die zu denken, die nicht so viel haben, ist wichtig für uns. Verzicht und Dankbarkeit sollen groß geschrieben werden, obwohl wir nach dem Essen meistens nur noch rollen können.

Ich werde auch immer noch gezwungen zu singen, da ist meine Mutter die treibende Kraft. Früher haben wir polnische und deutsche Weihnachtslieder gesungen, jetzt wird’s schon jazziger und moderner. Aber das Singen gehört bei uns immer noch dazu. In meinem Fall hat Corona also keinen negativen Einfluss auf ein schönes Weihnachtsfest im Hause Benoby.

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