Söder: "Wir sind die Bravsten!"

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"Bayern ist ein Lebensgefühl!" betonte Markus Söder und lebte es beim politischen Aschermittwoch in Bischofswiesen.

Bischofswiesen - "Am Aschermittwoch wird einmal im Jahr die Wahrheit in der Politik gesagt", begann Bayerns Umweltminister Markus Söder beim politischen Aschermittwoch in Bischofswiesen seine Rede.

Er spannte dabei den Bogen von der Wirtschaftskrise ("Kein Land der Welt - außer vielleicht China - wäre aus einer solchen Krise so hervorgegangen!") über Karl-Theodor zu Guttenberg ("Wenn ich Herrn Trittin, Herrn Gysi und andere höre... Die sind nur da, andere Charaktere zu diffamieren!") zu deutschen Werten ("Bayern ist ein Lebensgefühl!").

Vor allem das bayerische Lebensgefühl war im voll besetzten Brennerbräu deutlich zu spüren. "Sie leben in einem der schönsten Flecken die es weltweit überhaupt gibt", begrüßte Söder die Bischofswieser. "Nürnberg ist natürlich am schönsten, aber gleich danach kommt ihre Region... noch weit vor Fürth!"

Politischer Aschermittwoch mit Markus Söder

Weit vor allen anderen Bundesländern sei Bayern, betonte der Umweltminister in seiner Rede: "Wir haben die niedrigsten Arbeitslosenzahlen, den besten Bildungsstandart, einen ausgeglichen Haushalt (...) und trotzdem sind wir so gutmütig, dass wir drei bis vier Milliarden im Jahr noch abgeben", spielte er auf den Länderfinanzausgleich an. "Wir sind die Bravsten!" Dafür sei beispielsweise in Berlin zumindest ein herzliches Dankeschön zu erwarten.

Erwartungen stellte Söder auch an die bayerische und deutsche Politik: "Jeder darf hier leben, er muss sich aber an unsere Werte, Sitten und Gebräuche halten!" berichtete Söder über eine Diskussion mit Claudia Roth, die ihm bei einem Termin in Augsburg einmal gesagt habe, dass eine Koalition der Grünen mit der CSU möglich sei, wenn die CSU endlich akzeptiere, dass Deutschland mittlerweile komplett multikulti sei und beispielsweise auch der Islam dazu gehöre. "An diesem Punkt wußte ich definitiv, dass eine solche Koalition nicht geht! In bayerische Klassenzimmer gehören Kruzifixe und keine Kopftücher!"

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In bayerische Arztpraxen gehöre außerdem weniger Bürokratie forderte der Umweltminister. "Eine Patienten-Behandlung dauert im Durschschnitt sieben Minuten. Das Archivieren, Dokumentieren, Analysieren dagegen dauert 14 Minuten. Aber meines Wissens hat noch kein Formular je eine heilende Wirkung auf einen Patienten gehabt!" Deshalb will sich Söder auch für eine patientenorientierte Gesundheitspolitik einsetzen. "Wir dürfen nicht nur Leben erhalten, wir müssen Leben begleiten!"

Begleitet hat die Politik den Franken schon früh. Mit fünf Jahren habe er von dem Nachbarn seiner Oma einen Willy Brandt-Button geschenkt bekommen. Sein Vater sei aber Franz-Josef Strauss-Fan gewesen. "So viel Schimpfe habe ich selten bekommen", lachte der Minister abschließend. "Da wußte ich bereits: SPD bedeutet Ärger!"

Christine Zigon

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