Spaenle: "Das Kreuz in den Schulen ist die Regel"

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Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU)

Regensburg/München - Nach der Diskussion um ein in Regensburg abgehängtes Schul-Kruzifix hat der bayerische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) die Bedeutung der Kreuze in den Klassenzimmern betont.

“Die Grundhaltung ist aus unserer Sicht, dass die Präsenz eines Kreuzes in den Schulen in Bayern die Regel sein soll“, sagte Spaenle am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

“Es gibt im Freistaat eine sehr weitreichende Übereinstimmung, dass das Kreuz als Ausdruck der Werte unserer christlich geprägten Verfassung und der christlich-abendländischen Tradition in den Schulhäusern hängt.“ Die Kruzifixe seien dabei nicht automatisch als Zeichen einer konfessionellen, religiösen Haltung zu verstehen, meinte der Minister. Darüber müsse jeder für sich selber entscheiden.

In Regensburg hatte ein Vater am städtischen Albertus-Magnus- Gymnasium verlangt, dass in dem Raum einer siebten Klasse das Kreuz von der Wand genommen wird. Dies hatte dann zu einer großen Diskussion darüber geführt, ob die Eltern eines einzelnen Schülers dies gegen den Willen der Mehrheit verlangen dürfen. “Dass eine Entscheidung über das Abhängen eines Kreuzes unterschiedliche Wahrnehmungen und Betroffenheit auslöst, kann ich gut nachvollziehen“, erklärte Spaenle.

Hintergrund des Streits in Regensburg ist die viel diskutierte Kruzifix-Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts von 1995. “Es gibt über diese 15 Jahre hinweg immer wieder einzelne Fälle, die das Abhängen des Kreuzes dann zur Folge haben“, sagte Spaenle. “In der Regel ist das etwas, was dann vor Ort besprochen wird - in der Schule.“ Der Kultusminister kann nach eigenen Angaben nicht beurteilen, warum nun ausgerechnet der Regensburger Fall für Schlagzeilen im ganzen Freistaat sorgt. “Landesweit diskutierte Fälle sind die Ausnahme.“

dpa

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