St. Martin am 11. November *Mit Umfrage*

„Ich geh‘ mit meiner Laterne“ - aber wer darf eigentlich noch mit?

St. Martin am 11. November: Umzug mit Laterne
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Justus und Felix (r) blicken auf ihre leuchtenden Laternen bei einem St. Martins-Umzug in Ibbenbüren (Nordrhein-Westfalen).

München/Würzburg - Kinder ziehen mit Laternen durch die Straßen und erinnern an den Heiligen Martin: Dieser Brauch muss den Corona-Beschränkungen zwar nicht grundsätzlich zum Opfer fallen, Einschränkungen gibt es dennoch.

Laternenumzüge zu Ehren des Heiligen Martin haben in Bayern Tradition. Auch in diesem Jahr könne trotz Corona ein Rundgang mit Laternen für Kindergärten oder Pfarrgemeinden stattfinden, teilte die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) auf Anfrage mit. Wichtig sei dabei: Es dürften nur Kinder und Mitarbeiter der jeweiligen Kita-Gruppe daran teilnehmen. Am 11. November feiert die katholische Kirche den Gedenktag des Heiligen Martin. Er gilt als Beispiel für Solidarität mit Schwachen.

Trautner bat die Bevölkerung zudem darum, auch keine größeren Laternenumzüge privat außerhalb der eigenen Familie zu organisieren. „Wir müssen mit Blick auf die derzeitigen Corona-Infektionszahlen weiterhin alle die Kontakte zu anderen Menschen so gering wie möglich halten und vorsichtig sein.“

Da der Brauch der Laternenumzüge einen christlichen Ursprung habe, gelten Martinsumzüge als Zusammenkünfte von Glaubensgemeinschaften, heißt es in einer Mitteilung des Landratsamts Würzburg. Unter Einhaltung der Hygieneregeln seien sie deshalb erlaubt.

In Würzburg haben seit fast 40 Jahren die Pfadfinder einen großen Laternenumzug mit bis zu 1000 Teilnehmern organisiert. Heuer fällt der große Umzug aus. Dafür haben die Organisatoren für eine Woche sechs Stationen in der Innenstadt aufgebaut, an denen mit Rätseln, Spielen und Musik rund um die Martinslegende Familien ihren individuellen Laternenumzug veranstalten können.

Eine ähnliche Aktion gibt es beispielsweise in Gersthofen (Landkreis Augsburg): Die dortige katholische Pfarreiengemeinschaft hat ein Hörspiel namens „Code-Name Martin“ entwickelt, das an verschiedenen Stationen im Ort abrufbar ist.

Der römische Soldat Martin soll im vierten Jahrhundert nach Christus im heutigen Frankreich seinen Mantel in zwei Teile geschnitten haben, um einen frierenden Bettler zu helfen. Im Traum soll ihm daraufhin Jesus Christus erschienen sein - umhüllt im geteilten Mantel. Nach diesem Erlebnis verließ er die Armee und wurde später Bischof.

dpa

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