Tesla-Fahrer zum „Held der Straße“ gekürt

Darum ermittelte die Staatsanwaltschaft gegen den Lebensretter von der A9

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München - Mit einem spektakulären Fahrmanöver hatte der Garchinger Manfred Kick (41) im Februar einen bewusstlosen Autofahrer gestoppt. Nun bekam er Post von der Staatsanwaltschaft:

Obwohl er als Lebensretter gefeiert wurde, hat die Staatsanwaltschaft gegen einen Tesla-Fahrer aus Garching ermittelt. Der Vorwurf: Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr. 

"So ist er halt, unser Rechtsstaat"

Ein Polizeisprecher sagte gegenüber unserem Partnerportal merkur.de: "Ein normales Vorgehen. Wenn bei einem Unfall jemand verletzt wird, muss das der Staatsanwaltschaft zur Prüfung vorgelegt werden." Uwe Lenhart, Fachanwalt für Straf- und Verkehrsrecht aus Frankfurt, bestätigte Autobild, dass es sich bei dem Vorfall um "ein Offizialdelikt" handelt, das die Staatsanwaltschaft verfolgen muss. In Wirklichkeit aber, so Lenhart, sei das Vorgehen natürlich "dummes Zeug". Der Retter selbst nahm die Sache leicht: "So ist er halt, unser Rechtsstaat", sagte Kick dem "Merkur". Er gehe davon aus, "dass ich keine großen Probleme bekomme". Inzwischen hat die Staatsanwaltschaft Kick mitgeteilt, dass das gegen ihn eingeleitete Verfahren eingestellt worden ist, so tz.de.

So hat Kick den Passat-Fahrer gerettet

Dabei steht eigentlich außer Frage, dass der 41-jährige Manfred Kick in den Straßenverkehr eingegriffen hat – schließlich hat er an jenem 13. Februar auf der A9 bei Garching mit seinem Tesla einen VW Passat bewusst auffahren lassen und dadurch gestoppt. Und gefährlich war dieses Eingreifen allemal – für Manfred Kick, für den Passat-Fahrer und für die Insassen der vorbeifahrenden Autos auf der A9. 

Doch genau dadurch hat er eine weitaus größere Gefahr gebannt: Denn der Passat-Fahrer war mitten auf der Autobahn am Steuer ohnmächtig geworden, was Kick beim Vorbeifahren entdeckte und daraufhin gedankenschnell reagierte. Der Passat war praktisch führerlos auf der Autobahn unterwegs und verhinderte, dass sich der Passat womöglich unkontrolliert überschlug oder in ein anderes Auto krachte.

Manfred Kick zum „Held der Straße“ gekürt

Es sei für ihn "das Selbstverständlichste von der Welt" gewesen, so zu handeln. Viele bezeichnen seine Tat dagegen als heldenhaft. So zeigte sich nicht nur Tesla-Chef Elon Musk großzügig (er versprach, alle Reparaturkosten zu übernehmen). Für sein engagiertes Handeln haben Goodyear und der „Automobilclub von Deutschland“ (AvD) Manfred Kick zum „Held der Straße“ des Monats März ausgezeichnet.

mh

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