Staatsanwaltschaft lässt Urteil gegen Allgäuer Islamistin überprüfen

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Das Urteil wird vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe geprüft.

München - Das Urteil gegen eine Islamistin aus dem Allgäu, die mit ihren Kindern ins syrische Kriegsgebiet ausgereist war, muss vom Bundesgerichtshof in Karlsruhe überprüft werden.

Man habe Rechtsmittel gegen das Urteil des Landgerichts eingelegt, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I am Freitag auf dpa-Anfrage.

Die Frau war Anfang 2014 mit ihren beiden Töchtern nach Syrien gereist. Dort wurde sie Zweitfrau eines Islamisten, der sich der Al-Nusra-Front angeschlossen hatte, dem syrischen Al-Kaida-Ableger. Die Staatsanwaltschaft klagte die 30-Jährige wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat an, weil sie vorgehabt habe, im Ernstfall mit Waffengewalt gegen syrische Soldaten zu kämpfen.

Das Landgericht folge dieser Argumentation jedoch nicht - und verurteilte die Frau lediglich wegen Entziehung Minderjähriger, weil sie ihre beiden Töchter ohne Wissen des getrennt lebenden Vaters mit nach Syrien genommen hatte. Sie erhielt eine Bewährungsstrafe von eineinhalb Jahren und kam nach neun Monaten Untersuchungshaft frei.

dpa

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