Am Sonntagnachmittag

Seltenes Naturschauspiel: Tornado über dem Starnberger See

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Starnberg - "Das war wirklich beeindruckend", sagt Walter Kohlenz, Vorsitzender der DLRG Pöcking-Starnberg. Er und mehrere Rettungsschwimmer beobachteten am Sonntag einen Tornado über dem Starnberger See.

Mehrere Mitglieder der DLRG Pöcking-Starnberg wurde am Sonntagnachmittag am Starnberger See Zeuge eines verblüffenden Naturschauspiels. Am Westufer zwischen Possenhofen und Leoni entwickele sich eine Wasserhose. Ein Foto macht deshalb derzeit auf Facebook die Runde.

Der Vorsitzender der DLRG Walter Kohlenz und zehn Rettungsschwimmern sahen plötzlich die 30 bis 40 Meter hohe Wassersäule. "Das war wirklich beeindruckend", sagt Kohlenz gegenüber der Süddeutschen Zeitung, "so etwas habe ich in den letzten 40 Jahren im und am See erst zweimal erlebt." Der Wetterdienst vermeldet in Bayern durchschnittlich nur drei bis vier Tornados im Jahr, da sind Wasserhosen mitgezählt.

"Am Sonntag waren die Bedingungen für die Bildung von Wasserhosen außerordentlich günstig. Es ging wenig Wind, zudem war die Luft mit rund neun Grad außerordentlich kalt, während das Wasser noch die warmen Temperaturen der vergangenen Wochen gespeichert hatte", erklärt Wettexperte Michael Sehweh gegenüber dem Bayerische Rundfunk. Dieses Naturschauspiel ist extrem selten und die Windstärke in einer Wasserhose, die nichts anderes als Tornados sind, könne laut Meteorlogen bis zu 100 km/h erreichen. Sie sind vor allem im Herbst zu beobachten. Die Wasserhosen haben eine eher kurze Lebensdauer von durchschnittlich zehn bis 30 Minuten und legen meist nur wenige Kilometer zurück, wie wetteronline.de berichtet.

"Wie bei einer heißen Herdplatte, die das Wasser im Topf brodeln lässt, wirkte auch die warme Wasseroberfläche als Heizplatte für die darüber liegende kalte Luftschicht und sorgte für außerordentlich starke Turbulenzen in der Atmosphäre." Michael Sachweh, BR-Wetterexperte. "Wir können von Glück reden, dass es am Sonntag auf dem Starnberger See keine Verletzten oder Toten gegeben hat."

Bereits vor zwei Jahren beobachten Mitglieder der DLRG eine Wasserhose über der Wasseroberfläche des Starnberger Sees.

ma

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