Nächtliche Aktion ärgert Steinhöringer Burschenverein *Mit Voting* 

Sexismus-Vorwürfe: Aus "Maiglöckerl" werden "Maiklöten" 

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Ist das Plakat der Steinhöringer Burschen (links) zu sexistisch? Ein Banner neben der B304 wurde von Unbekannten nachts überklebt und kurzerhand zur "Maiklöten-Party" (rechts) verwandelt. 
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Steinhöring/Landkreis Ebersberg - Mit dem Frühling startet auch wieder die Zeit der Feste und Feiern. Ein solches "Festl" plant auch der Burschenverein St. Christoph. Doch ein Plakat für die bevorstehende "Maiglöckerl-Party" fiel Randalen zum Opfer und wurde wüst beklebt. Für die Burschen hört hier der Spaß auf. 

Die Dorfgemeinschaft St. Christoph im Landkreis Ebersberg gehört der Gemeinde Steinhöring an und grenzt an den Altlandkreis Wasserburg. Die Burschen des Burschenvereins St. Christoph planen dieses Jahr die "Maiglöckerl-Party" am 4. Mai. "Wir freuen uns auf die Party. Im vergangenen Jahr fand sie eh nicht statt", erklärt die Vorstandschaft des Vereins im Gespräch mit wasserburg24.de. 

Plakate, um die Veranstaltung in der Umgebung anzukündigen, stehen bereits. Darauf zu sehen: Der Oberkörper einer jungen Frau, deren Oberweite jedoch von einem Banner überdeckt ist. "Wir haben uns nichts Großartiges dabei gedacht. Dass da eine Frau abgebildet ist in Verbindung mit dem Titel 'Maiglöckerl' war für uns ein witzig gemeinter und zur Jahreszeit passender Werbe-Gag.

Diesen Gag fanden aber anscheinend nicht alle lustig. Anfang April erlebten die Burschen praktisch über Nacht eine böse Überraschung: Eines ihrer Plakate an der B304 bei Tulling wurde wüst überklebt - mit einem riesigen Penis, der über der Oberweite der Frau prangte und die "Maiglöckerl-Party" kurzerhand in "Maiklöten-Party" umbenannte. 

Für die Burschen hört hier der Spaß auf: "Das ist nicht mehr lustig. Hier wurde eine gewisse Grenze überschritten und der- oder diejenigen, die sich hier nachts diese Mühe gemacht haben, unser Plakat derart zu verschandeln, haben unserer Meinung nach übertrieben."

So sah das Plakat nach der Nacht- und Nebelaktion aus. 

Vor allem ein Aspekt sorgt für Kopfschütteln: "Wir verstehen nicht, warum man sich über ein Plakat derart aufregen muss, dass das gleich in die Sexismus-Debatte rutscht. Ist das Plakat tatsächlich so schlimm? Wir haben definitiv schon mehr zweideutige und freizügige Plakate als Ankünder für Festl in der Region gesehen und die waren deutlich übertriebener als unsere Idee mit den 'Maiglöckerl'. Aber die werden gar nicht zur Rechenschaft gezogen, nur uns erwischt es.Haben die Leute wirklich nichts besseres zu tun, als nachts in der Gegend herumzufahren und Plakate zu überkleben, die ihnen zu sexistisch sind? Als hätte man keine anderen Probleme." 

Zudem sei das Plakat für die "Maiklöten-Party" laut der Vorstandschaft "sehr aufwendig" gearbeitet gewesen: "Das beste Stück des Mannes bestand aus Tapete und Farbe und wurde mit starkem Kleber direkt auf die Folie geklebt, wodurch unser Plakat stark beschädigt wurde. Der zweiter Banner, der sich direkt auf der Rückseite befindet, wurde zudem mit einer Spraydose besprüht und ist wahrscheinlich nicht mehr sauber zu bekommen. Da hat sich wer richtig viel Mühe gegeben.

Strafanzeige gegen Unbekannt

Die Aktion haben die Burschen der Polizei gemeldet. Man wolle auch Strafanzeige gegen Unbekannt erstatten. "Für die Erstellung der Party-Banner geben wir mehrere hundert Euro aus - das ist natürlich auch ein Sachschaden", untermalt die Vorstandschaft des Burschenvereins St. Christoph. 

Das Motto für die kommende Party wollen die Burschen jedoch nicht ändern - dies sei vor allem zu kurzfristig. Langfristig machen sich die Burschen aber schon Gedanken: "Aber auf Dauer wäre das schon eine Überlegung wert, wie wir unsere Partyplakate künftig gestalten."

mb

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