SEK-Einsatz in der Nacht in Steinhöring:

"Die anderen Bewohner haben Angst gehabt"

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Steinhöring - Ein betrunkener Eritreer hat einen SEK-Einsatz ausgelöst. Asylbewerber sprangen dabei aus dem zweiten Stock, und der Täter stürzte letztlich auf ein Vordach. **NEU: VIDEO**

UPDATE 17 Uhr: Video-Interview mit Bürgermeister Hofstetter

UPDATE 15.30 Uhr: Bürgermeister holte Bewohner ins Rathaus 

Bürgermeister Alois Hofstetter war während des Einsatzes zum Teil vor Ort. "Um halb eins ist die Sirene gegangen, zehn Minuten, eine viertel Stunde später hat mich die Feuerwehr angerufen." Als der Bürgermeister vor der Unterkunft in der Münchner Straße eintraf, waren bereits Polizei, Feuerwehr und Notarzt vor Ort. Hofstetter habe nur gedacht, dass es hoffentlich nichts Ernstes sei, erinnert er sich heute, am Tag danach. "Es sind in diesem Haus 27 Asylbewerber. Wenn da Panik ausbricht!"

Steinhörings Bürgermeister Alois Hofstetter

Die Bewohner, die selbst die Polizei verständigt hatten, konnten sich aber – auch mit Hilfe von Polizei und Feuerwehr – aus dem Gebäude retten. Freilich blieb da keine Zeit mehr, sich etwas Warmes anzuziehen. "Da hat jeder bloß noch geschaut, dass er raus kommt. Die haben Angst gehabt", erzählt Hofstetter. "Die Asylbewerber sind zum Teil barfuß und in kurzer Hose an der Bundesstraße gestanden. Es hat geregnet, die hat sehr gefroren."

"Sie haben gesehen, dass sie nicht alleine sind"

Kurzerhand wurden die Asylbewerber deshalb gegen halb zwei Uhr nachts ins Rathaus gebracht. Dort warteten sie im Sitzungssaal, ehe sie gegen vier Uhr morgens in ihre Unterkunft zurückkehren konnten. Hofstetter erinnert sich daran, dass die Asylbewerber zu Beginn relativ ängstlich waren, weil sie sich nicht sicher waren, was mit ihnen geschieht. Inzwischen hat sich diese Anspannung aber gelegt. "Sie haben den Vorfall verhältnismäßig gut weggesteckt, weil sie gesehen haben, dass sie nicht alleine sind."

Derzeit wohnen die Asylbewerber im ersten Stock der Unterkunft. Wie Hofstetter sagt, könne das obere Stockwerk wahrscheinlich spätestens am Freitag wieder bezogen werden. Dort hatte der offenbar betrunkene 25-Jährige massiv randaliert. Wie der Bürgermeister schildert, seien die Fenster eingeschlagen, die Betten zerstört und sogar ein Waschbecken aus der Verankerung gerissen worden. Die Reparaturarbeiten liefen aktuell auf Hochtouren, so Hofstetter.

UDPATE 10.10 Uhr, Polizeimeldung:

Ein mit einem Messer bewaffneter Mann löste in der vergangenen Nacht in Steinhöring einen Großeinsatz von Polizei und Rettungsdiensten aus. Drei Polizeibeamte wurden während des Einsatzes verletzt.

Gegen Mitternacht hatten Bewohner der Asylunterkunft in der Münchner Straße über Notruf die Polizeieinsatzzentrale verständigt, dass einer der Mitbewohner randaliert und auch mit einem Messer bewaffnet sei. Bei Eintreffen der ersten Polizeieinsatzkräfte hielt sich der Randalierer im zweiten Stock des Gebäudes auf und warf von dort immer wieder Gegenstände aus einem Fenster auf die Fahrbahn der unmittelbar vorbeiführenden Bundesstraße 304. Die Bundesstraße wurde daraufhin für den Verkehr gesperrt.

Den Polizeieinsatzkräften und der ebenfalls alarmierten Feuerwehr Steinhöring gelang es im weiteren Verlauf alle 27 Bewohner, darunter ein Kind, aus dem Gebäude zu evakuieren. Einige der Bewohner mussten sich aufgrund der Gefahrensituation, durch einen Sprung in ein von der Feuerwehr aufgespanntes Sprungtuch retten. Nach derzeitigem Stand blieben alle Evakuierten unverletzt.

Während der laufenden Evakuierungsmaßnahmen warf der Mann weiterhin Gegenstände aus dem Fenster im zweiten Stock, auch in Richtung der Einsatzkräfte und seiner Mitbewohner. Ein Polizeibeamter der Polizeiinspektion Ebersberg wurde von einem der Gegenstände getroffen und dabei so schwer am Fuß verletzt, dass er zur stationären Behandlung in eine Klinik gebracht werden musste.

Nachdem sich der nach wie vor mit einem Messer bewaffnete Mann in einem Raum im zweiten Stock verbarrikadiert hatte und Kontaktaufnahmeversuche scheiterten, war eine Spezialeinheit der Polizei alarmiert worden.

Gegen 3 Uhr kletterte der Mann schließlich aus dem Fenster und hangelte sich an der Dachrinne entlang. Von dort stürzte er auf ein Vordach des Gebäudes, wo er von Beamten der Spezialeinheit festgenommen wurde.

Dabei konnte das Messer sichergestellt werden. Bei der Rettung des Täters zogen sich zwei Beamte der Spezialeinheit leichte Verletzungen zu. Durch den Sturz hatte sich der 25-jährige Asylbewerber aus Eritrea ebenfalls verletzt und musste deshalb zur Behandlung in ein Krankenhaus verbracht werden.

Aufgrund deutlicher Anzeichen für Alkoholeinfluss bei dem 25-Jährigen wurde eine Blutentnahme zur Feststellung seiner Alkoholbeeinflussung durchgeführt. Gegen 3.30 Uhr konnte die Verkehrssperrung der B304 aufgehoben werden und anschließend die Bewohner der Unterkunft in ihre Wohnräume zurückkehren. Gegen den 25-Jährigen wird nun unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung und Bedrohung ermittelt.

UPDATE, 9.15 Uhr:

Offenbar ging es bei dem Einsatz durchaus dramatisch zu: Wie die Ebersberger Zeitung berichtet, konnten sich die 26 anderen Bewohner des Asylbewerberheims zwar in Sicherheit bringen. Zwei davon seien laut der Zeitung allerdings aus dem zweiten Stock in Sprungnetze der Feuerwehr gesprungen. Die Menschen wurden für den Rest der Nacht im nahen Rathaus untergebracht.

Bei dem Einsatz wurde außerdem auch der Täter, der vermutlich mit einem langen Küchenmesser bewaffnet war, verletzt. Er hatte sich offenbar bei einem Sprung auf ein Vordach massive Blessuren zugezogen und musste mit dem Krankenwagen abtransportiert werden. Wegen des Einsatzes war die B304 rund vier Stunden total gesperrt.

UPDATE, 8.45 Uhr:

Wie der bayerische Rundfunk auf seiner Homepage berichtet, handelt es sich bei dem Täter vermutlich um einen 25-jährigen Asylbewerber aus Eritrea. Der Mann soll in total betrunkenem Zustand Flaschen, Töpfe und andere Gegenstände aus dem Fenster des Flüchtlingsheims geschmissen haben. Nach seiner Festnahme kam der Mann ins Krankenhaus nach Rosenheim und soll nun im Laufe des Donnerstag ins Bezirkskrankenhaus eingewiesen werden.

SEK-Einsatz in Steinhöring

UPDATE, 7.50 Uhr:

Offenbar hatte ein randalierender Asylbewerber den Polizeigroßeinsatz ausgelöst. Dieser soll gegen Mitternacht Flaschen und Gegenstände auf die vorbeiführende Bundesstraße 304 geworfen haben. Als die ersten Polizeibeamten eintrafen, griff er auch die Polizisten und deren Dienstfahrzeuge an. Offensichtlich war der Mann auch mit einem Messer bewaffnet. Das sagte Polizeisprecher Peter Grießer vom Polizeipräsidium Oberbayern Nord am Morgen auf Nachfrage von rosenheim24.de.

Da der Täter eben bewaffnet war, wurde das Gelände abgesperrt und Spezialkräfte hinzugezogen. Im Laufe des Einsatzes konnte der Asylbewerber überwältigt und festgenommen werden. Wie Polizeisprecher Grießer bestätigte, sind bei dem Einsatz in jedem Fall drei Polizisten verletzt worden. Ob auch der Täter Blessuren davon trug, ist Gegenstand derzeitiger Ermittlungen.

Die Erstmeldung:

Helle Aufregung herrschte in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im kleinen Örtchen Steinhöring (Landkreis Ebersberg; kurz hinter der Landkreisgrenze). Dort hat es einen großen Polizei- und Feuerwehreinsatz gegeben, an dem auch Spezialkräfte (SEK) beteiligt waren. Das hat die Polizei in Ebersberg auf Anfrage von rosenheim24.de am frühen Morgen bestätigt.

Die genauen Hintergründe sind derzeit noch unklar. Die Polizei hat für den Vormittag eine Pressemitteilung angekündigt. Unbestätigten Informationen zufolge könnte der Auslöser für den Vorfall ein Flüchtling gewesen sein. Fest steht, dass im Rahmen des Einsatzes mindestens eine Person vom Rettungsdienst abtransportiert werden musste.

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mw/Pressemeldung PP Obb. Nord

Rubriklistenbild: © gbf

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