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Corona-Pandemie in Deutschland

Covid-19 für Übersterblichkeit verantwortlich? Sterbezahlen erneut deutlich unter Durchschnitt

Sterbfallzahlen insgesamt: Statistisches Bundesamt, Covid-19-Todesfälle: Robert-Koch-Institut.
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Sterbfallzahlen insgesamt: Statistisches Bundesamt, Covid-19-Todesfälle: Robert-Koch-Institut.

Im März sind die allgemeinen Sterbefallzahlen in Deutschland den zweiten Monat in Folge deutlich zurückgegangen. Im dritten Monat des Jahres 2021 wurden weniger Tote als in den vier Jahren zuvor registriert. Das Statistische Bundesamt spricht von der schwächsten Grippewelle aller Zeiten.

Wiesbaden - Trotz der Corona-Pandemie sind diesen März laut einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamts deutlich weniger Menschen gestorben als in den Vorjahren. Demnach gab es bundesweit 81.359 Todesfälle - das sind elf Prozent weniger als im März-Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020. Im März des vergangenen Jahres gab es 87.516 Todesfälle, im Jahr 2018 sogar 107.104.

Wie die Behörde in Wiesbaden weiter mitteilte, gingen im gesamten ersten Quartal 2021 die Todeszahlen im Vierjahresvergleich um zwei Prozent zurück. Ursache ist demnach die äußerst schwache Grippewelle im abgelaufenen Winter. Laut aktuellem Influenza-Wochenbericht des RKI war die Aktivität anderer Atemwegserkrankungen, die normalerweise mit einem Anstieg der Sterbefallzahlen am Jahresanfang zusammenhängt, in der abgelaufenen Wintersaison auf einem vorher nie erreichten, niedrigen Niveau. Insbesondere in den Jahren 2017 und 2018 waren die Sterbefallzahlen durch starke Grippewellen in den ersten Monaten des Jahres deutlich erhöht.

Sterbefallzahlen gehen auch in Bayern deutlich zurück

Ein Vergleich der Sterbefälle mit der Zahl der beim Robert Koch-Institut (RKI) gemeldeten Corona-Todesfälle ist aktuell bis einschließlich der elften Kalenderwoche möglich. In dieser dritten Märzwoche (15. bis 21. März) gab es laut dem RKI 954 Todesfälle durch und mit dem Coronavirus, 140 weniger als in der Vorwoche. Die gesamten Sterbefallzahlen seien in der 11. Kalenderwoche deutlich zurückgegangen und lagen sogar 12 Prozent (2471 Fälle) unter dem Schnitt der vier Vorjahre.

Auf Länderebene lassen sich die Sterbefallzahlen derzeit bis einschließlich der 10. Kalenderwoche (8. bis 14. März 2021) abbilden. In dieser zweiten Märzwoche lagen die Sterbefallzahlen in allen Bundesländern unter dem Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2020 – am deutlichsten im Saarland, wo die Zahlen 26 % oder 85 Fälle darunterlagen. In Berlin (-6 % oder 45 Fälle) kamen die Sterbefallzahlen dem Durchschnitt der Vorjahre am nächsten. In Bayern meldet das Statistische Bundesamt für die KW10 2678 Todesfälle - der Durchschnitt liegt bei 2993 Fälle in der dieser Kalenderwoche.

Übersterblichkeit im Jahr 2020

Um die Frage zu beantworten, ob COVID-19 generell zu einer Über­sterblich­keit führt, beobachtet das Statistische Bundesamt anhand einer Sonderauswertung die vorläufigen Sterbefallzahlen in Deutschland. So lagen im April 2020 die Sterbe­fallzahlen deutlich über dem Durch­schnitt der Vorjahre. Gleich­zeitig war ein Anstieg der Todesfälle zu beobachten, die mit dem Corona­virus in Zusammen­hang stehen. Im August 2020 waren die Zahlen der Gestorbenen im Zuge einer Hitze­welle wieder erhöht. Die Sterbe­fallzahlen im September 2020 lagen eben­falls etwas über dem Durch­schnitt der Vorjahre. Einen weiteren auffälligen Anstieg über den Durch­schnitt hinaus gab es ab der zweiten Oktober­hälfte 2020. Auch die COVID-19-Todesfälle stiegen zeit­gleich wieder an.

Höchst­stände gab es kurz vor dem Jahres­wechsel 2020/2021: Ab der KW47 lag die Zahl der Todesfälle bundesweit jeweils deutlich über 20.000. In der 52. Kalenderwoche zum Beispiel lagen die Sterbefallzahlen etwa 31 Prozent über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Der höchste Wert wurde in der KW52 mit 25.493 Fällen erreicht. Zum Vergleich: In den vergangenen vier Jahren wurde die Zahl von 20.000 Todesfällen im Zeitraum zwischen KW47 und KW53 nie erreicht.

Danach ging sowohl die Zahl der COVID-19-Todesfälle als auch die Differenz zum Durch­schnitt der Vorjahre bei den Gesamt­zahlen wieder zurück. Seit Mitte Februar liegen die Sterbe­fallzahlen unter dem Durch­schnitt der Vorjahre.

WHO: Mehr als eine Million Corona-Todesfälle in Region Europa

Europa hat in der vergangenen Woche dennoch nach Angaben des Regionalbüros der Weltgesundheitsorganisation WHO eine traurige Marke überschritten: Mittlerweile sind in den Ländern der europäischen WHO-Region mehr als eine Million Todesfälle in Verbindung mit Corona-Infektionen registriert worden.

Jede Woche kommen derzeit 1,6 Millionen Neuinfektionen hinzu, wie WHO-Regionaldirektor Hans Kluge am vergangenen Donnerstag während seiner regelmäßigen Online-Pressekonferenz sagte, die er diesmal bei einem Besuch in Athen abhielt. „Das sind 9500 jede Stunde, 160 Menschen jede Minute.“

mz

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