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Steuerhinterziehung

Gauner-Bande prellt Fiskus um 120 Millionen

Augsburg - Mit einem sogenannten Umsatzsteuerkarussell soll eine Bande den Fiskus um 120 Millionen Euro geprellt haben. Jetzt wurde Anklage erhoben.

Die Ausburger Staatsanwaltschaft hat wegen der Hinterziehung von Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) in dreistelliger Millionenhöhe Anklage gegen 17 Beschuldigte erhoben. Die 27 bis 59 Jahre alten Angeklagten sollen über mehr als 150 in- und ausländische Betriebe Scheinverkäufe von Elektronikartikeln und Software abgewickelt haben, um den deutschen Fiskus um die Umsatzsteuer zu prellen.

Den Finanzbehörden soll von 2009 bis 2012 ein Schaden von 120 Millionen Euro entstanden sein, wie die Staatsanwaltschaft am Freitag berichtete. Die Ankläger werfen den überwiegend in Untersuchungshaft sitzenden Beschuldigten neben Steuerhinterziehung auch Geldwäsche und Bildung einer kriminellen Vereinigung vor.

Der Trick hinter dem sogenannten Umsatzsteuerkarussell ist, dass sich Unternehmen beim Weiterverkauf von Waren die Umsatzsteuer vom Finanzamt erstatten lassen können. Dazu soll die Ware immer wieder vom Aus- ins Inland und zurück verschoben worden sein.

Das Geflecht der an dem Steuerbetrug beteiligten Gesellschaften soll außer in Deutschland hauptsächlich in Österreich, den Niederlanden, Dänemark und Norwegen aktiv gewesen sein. So sollen die Beschuldigten einen ständigen Weiterverkauf der Waren vorgetäuscht haben, um manipulierte Umsatzsteuererklärungen bei den Finanzämtern einzureichen.

Hintergrund ist, dass die Umsatzsteuer, die auf Rechnungen oftmals als Mehrwertsteuer bezeichnet wird, eine reine Endverbrauchersteuer ist. Unternehmen können sich die bezahlte Steuer vom Finanzamt auszahlen lassen oder mit Steuerverpflichtungen verrechnen. Besonders kompliziert wird es für den Fiskus, wenn die Waren - wie im aktuellen Fall - aus dem Ausland kommen oder dorthin geliefert werden. Da es nur wenige Kontrollen gibt, gehen Experten davon aus, dass es bei der Umsatzsteuer häufig zu Betrügereien kommt. Einen Termin für den Prozess vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Augsburg gibt es noch nicht.

dpa/lby

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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