CSU-Politiker entschied Stichwahl für sich 

Neuer Landrat im Interview: Diese Ziele forciert Otto Lederer für seine Heimat

Otto Lederer ist der neue Landrat im Kreis Rosenheim. 
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Otto Lederer ist der neue Landrat im Kreis Rosenheim. 

Landkreis Rosenheim - Der neue Landrat heißt Otto Lederer. In der Stichwahl am 29. März setzte er sich gegen Konkurrentin Ulla Zeitlmann von den Grünen durch. Im Interview mit rosenheim24.de erzählt der Tuntenhausener, was sich mit seinem neuen Posten nun ändert. 

Wahlen in Zeiten der Corona-Krise: Wie und wo haben Sie den Wahlabend am 29. März verbracht? 

Ich habe den Wahlabend bei mir zuhause verbracht. Die letzten Tage war ich bereits im Home Office und so habe ich es am Sonntag auch gehandhabt. Gemeinsam mit der Familie habe ich dann am Abend den Ausgang der Stichwahlen via Internet über verschiedene Medien im Wohnzimmer verfolgt.

Wir verliefen die letzten Tage des Wahlkampfes für Sie ohne menschlichen Kontakt? 

Es war ohne Frage ein etwas anderer Wahlkampf und eine große Umstellung für uns, dass wir überhaupt keine direkten Kontakte hatten und kein einziges persönliches Gespräch führen konnten. Wir hatten natürlich auch bei früheren Wahlkämpfen die sozialen Medien im Auge bereits aber jetzt durch Corona waren alle anderen Möglichkeiten wie Veranstaltungen, Info-Stände oder Hausbesuche tabu. Darum haben wir verstärkt die Kanäle der Print- und Digitalmedien sowie das Radio genutzt. Aber auch über Telefon und Email sowie SMS waren wir dennoch ziemlich beschäftigt in den vergangenen Tagen. Mein Dank gilt neben meinem Wahlkampfteam in erster Linie natürlich allen Wählerinnen und Wählern, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben. Wahlkampf ist keine Einzelleistung und ich bin wirklich froh und dankbar über die große Unterstützung, die ich von der CSU-Familie und darüber hinaus erhalten habe. 

Die Herausforderung Corona bleibt weiterhin das Thema Nummer eins - Wie wollen Sie das anpacken? 

Das Krisenmanagment im Landkreis Rosenheim ist schon sehr gut angelaufen. Hier gilt es nun, diese gute Arbeit weiter zu leisten. Ganz wichtig ist natürlich, die entsprechend benötigten Schutzmaterialien für die pflegerischen und ärztlichen Mitarbeiter zu bekommen. Vor dem Hintergrund soll diese herausragende Leistung verschiedener Stellen - vom Gesundheitsamt über die Kliniken bis hin zu den Hausärzten und Hilfsorganisationen - weiter vernünftig fortgeführt werden. Ziel ist die bereits funktionierenden Mechanismen weiterzuentwickeln und die bestmögliche Versorgung der Menschen zu garantieren. Ebenso müssen wir im Blick haben, wieweit die Wirtschaft unter dieser Krise leidet und da dann ansetzen.  

Es wird auch eine Zeit nach Corona geben - Welche Themen wollen Sie noch in Ihrem neuen Amt fokussieren? 

Wir haben eine ganze Reihe von wichtigen Projekten laufen, die ich forcieren möchte, wenn der Krisenmodus überstanden ist. Dazu zähle ich natürlich unsere RoMed-Kliniken, bei denen wir größere Investitionen tätigen wollen. Wenn Corona vorüber ist, sollen auch unsere Schüler wieder in der Schule ihre Prüfungen absolvieren, weswegen eine Weiterentwicklung der Schulen nicht außen vor stehen darf. Darüber hinaus gilt es auch neue Projekte voranzutreiben: Das Thema ÖPNV ist mir sehr wichtig genauso wie bezahlbarer Wohnraum sowie Ziele für Klima- und Umweltschutz gemeinsam mit der heimischen Wirtschaft und Landwirtschaft umzusetzen. 

Sie waren bisher Mitglied des Bayerischen Landtags. Ist die Nachfolge bereits geregelt? 

Ich werde zum 30. April aus dem Landtag ausscheiden und zum 1. Mai als Landrat meine Arbeit aufnehmen. Die Nachfolge im Landtag ist ganz klar geregelt: Für mich nachrücken wird der Kollege Dr. Ludwig Spaenle. Der Stimmkreis Rosenheim-West hingegen ist bis zur nächsten Landtagswahl im Jahr 2023 nicht besetzt, es werden jedoch Ansprechpartner für die Bürger vor Ort da sein. Meine Kollegen haben immer ein offenes Ohr - von Klaus Stöttner bis zu Landtagspräsidentin Ilse Aigner. 

Was schätzen Sie am Amtsvorgänger? 

Wolfgang Berthaler war ein Landrat, der das Thema Flüchtlinge und Asylbewerber ganz massiv zu seinem Amtsantritt zu spüren bekam, nachdem das 2014/2015 bei uns angekommen ist. Aus meiner Sicht ist er aus dieser schwierigen Zeit als hervorragender Krisenmanager herausgegangen, hat für Versorgung und Unterkünfte der Menschen, die zu uns gekommen sind ausreichend gesorgt. Aber auch abseits der damaligen Flüchtlingskrise hat Berthaler sehr segensreich für unseren Landkreis gewirkt - ob im Bereich der Kliniken, der Schulen oder sonstiger Infrastrukturmaßnahmen. Weil der Herr Berthaler jedoch seit fast zwei Jahren im Krankenstand war, möchte ich an dieser Stelle seinem Stellvertreter, Josef Huber, meine Anerkennung aussprechen. Er hat neben seinem Amt als Bürgermeister von Babensham die Geschäfte mit Bravour gemeistert. Es laufen bereits erste Gespräche und ich bin in engem Kontakt mit dem Herrn Huber. Wir werden uns in den nächsten Tagen und Wochen immer wieder absprechen, sodass eine sehr gute Übergabesituation stattfinden kann.

Herr Lederer, herzlichen Dank für das Gespräch. 

mb

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