Seine nächsten Aufgaben und Ziele in Tittmoning

Bratzdrum im Interview: Im Auto erfuhr er, dass er neuer Bürgermeister ist

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Tittmoning - Sowohl im ersten, als auch im zweiten Wahlgang war es zwischen Barbara Danninger und Andreas Bratzdrum ganz knapp - jetzt hat es der CSU-Kandidat geschafft und ist neue Bürgermeister. Wir haben ihn interviewt. 

Wie geht's Ihnen einen Tag nach der Wahl und - in dieser Zeit - gesundheitlich?


Gott sei Dank bin ich - toi, toi, toi - von Corona verschont geblieben. Mir geht's gut und ich freue mich riesig, dass es so ausgegangen ist und bin erleichtert, dass das Ergebnis feststeht. Da hängt viel Arbeit drin, über Monate.

Wie haben Sie den Wahlabend am Sonntag verbracht?


Bin in der Küche gesessen und hab die Ergebnisse am Laptop verfolgt. Ich hab schnell gemerkt, dass es eine enge Kiste ist, aber trotzdem hatte ich in jedem Stimmbezirk einen gewissen Vorsprung. Mir wurden im Internet aber nur die Ergebnisse in zwei von drei Stimmbezirken angezeigt, das Ergebnis hab' ich eigentlich lange gar nicht gewusst. Um 19.15 Uhr bin ich dann ins Rathaus gefahren, ob die mehr wissen. Auf der Fahrt hat mich Bürgermeister Konrad Schupfner dann angerufen und mir gesagt, dass ich durch bin. 

Was wird ab der Amtseinführung am 1. Mai das drängendste Thema?

Wir müssen schauen, dass wir wegen des Coronavirus arbeitsfähig bleiben und müssen festlegen, wie wir unsere Sitzungen durchführen. Außerdem geht's jetzt schon darum, mit den unterschiedlichen Fraktionen Gespräche zu führen. Mir ist es wichtig, mit allen zusammenzuarbeiten. Es geht nur gemeinsam und nur so kann man Dinge realisieren. Jetzt ist erstmal wichtig, dass wir gut diese Krise meistern und unsere Schulen und Kindergärten öffnen können. Das schönste wäre, bald wieder einen ganz normalen Betrieb hinzubekommen. 

Wo hat die Stadt beim Coronavirus Handlungsspielraum, was wollen Sie machen?

Die Handlungsmöglichkeiten sind wirklich eingeschränkt. Wir hoffen, dass nach den Osterferien Erleichterungen kommen. Die haben wir selber nicht in der Hand, aber wir müssen sie dann zügig umsetzen, damit die Kinderbetreuung wieder funktioniert. Aber wir sind völlig abhängig von dem, was die Gesundheitsbehörden erlauben.

Welches große Thema wollen Sie heuer noch in den Stadtrat bringen und anschieben?

Beim Dauerbrenner Brückner-Baugebiet müssen wir jetzt endlich vorankommen und den Ideenwettbewerb fortsetzen. Sonst wird das ein Ewigkeitswerk, drum muss ich da jetzt Gas geben. Das gleich gilt für's Baugebiet in Kay: Die Leute wollen bei uns leben und arbeiten, drum müssen wir das jetzt in die Umsetzung bringen. 

Es scheint neue Pläne fürs Stadtfest zu geben, was können Sie uns dazu schon verraten?

Stadt und Vereine haben sich im letzten Vierteljahr unterhalten, wie wir das Stadtfest heuer neu gestalten und frischen Wind hineinbringen können. Die Vereine sollen verstärkt eingebunden werden, Musikgruppen und Gastronomie ebenfalls. Es soll sich deutlich von den bisherigen Stadtfesten unterscheiden. Dazu bräuchte es auch ein Budget im Stadtrat. Es ist das einzige Fest, wo die ganze Gemeinde und alle Vereine zusammentreffen. Da wollen wir als Stadt mithelfen, dass das Stadtfest erhalten bleibt und neu gestaltet wird. 

Was schätzen Sie an Ihrem Amtsvorgänger Konrad Schupfner?

Seine Geradlinigkeit und seine Geduld. Trotz aller Emotionen hat er es geschafft, bei Debatten immer sachlich zu bleiben. Auch wenn es seinen ursprünglichen Ideen nicht entsprochen hat, hat er es immer geschafft Kompromisse zu suchen und eine gemeinsame Linie umzusetzen. 

Welche Lücke hinterlassen Sie beruflich? Sie waren ja Leiter des Landratsbüros im BGL und dort auch Pressesprecher. Und bleiben Sie Vorstand beim TSV Tittmoning?

Ja, für mich ist das ein großer Schritt. Aber der neue Landrat (Bernhard Kern, Anm.) hat dadurch die Möglichkeit, die Stelle neu zu besetzen und die Verwaltung neu aufzustellen. Und dass ein Bürgermeister auch Vereinsvorsitzender ist, das gibt's ja öfters. Ich habe vor, das neue Sportheim in Betrieb zu nehmen. Auch die Einweihung musste wegen Corona ja verschoben werden. Ich will noch zwei Jahre Vereinsvorsitzender bleiben und dann schauen, das Amt in neue Hände zu geben. 

Vielen Dank für das Gespräch!

xe

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