Fahnder heben illegales Drogenlabor aus

Anfängliche Hinweise, dass in dem Keller auch hochgiftige, radioaktive Stoffe deponiert worden seien, haben sich nach der behördlichen Überprüfung nicht bestätigt.

Roth/München - Rauschgiftfahnder haben im Keller eines Wohnhauses in Roth ein illegales Drogenlabor ausgehoben. Dabei seien sie auf größere Mengen Chemikalien gestoßen, teilten Staatsanwaltschaft Nürnberg und LKA in München mit.

Anfängliche Hinweise, dass in dem Keller auch hochgiftige, radioaktive Stoff deponiert worden seien, hätten sich nach der behördlichen Überprüfung am Mittwoch nicht bestätigt. In einer mit Sand gefüllten Kaffeedose habe sich lediglich ein Fläschchen mit dem leicht radioaktiven Metall Thoriumnitrat befunden.

Ein Spezialtrupp der Feuerwehr sorgte mit Spezialbehältern für einen sichern Abtransport des strahlenden Materials. Bei den Beamten vor Ort sei eine leicht erhöhte Radioaktivität gemessen worden, die aber nicht gesundheitsgefährdend sei. Auch für Nachbarn und Schüler einer nahe gelegenen Schule habe keine Gefahr bestanden, betonte das LKA.

Gegen den Betreiber des Drogenlabors - einen 48 Jahre alten Geschäftsmann - und dessen 32-jährigen mutmaßlichen Komplizen wurde Haftbefehl erlassen. Neben dem radioaktiven Metall hatte der 48-Jährige noch Flusssäure, Arsenid, Zyankali und Quecksilber aufbewahrt. Aber auch sprengstoffverdächtige Substanzen seien sichergestellt worden, berichtete das LKA. Neben den Laborgeräten habe der Geschäftsmann mehrere hundert Liter Chemikalien gelagert, die für die Herstellung von Betäubungsmitteln benötigt würden.

Die professionelle Ausstattung des Labors deutet nach Einschätzung der Drogenfahnder darauf hin, dass in dem Keller größere Mengen der Drogen Ampfetamin und Metamfetamin hergestellt wurden. Allein für den Abtransport der Chemikalien benötigte die Polizei zwei Tage. Das LKA hatte die beiden Männer schon länger im Verdacht, synthetische Drogen zu produzieren. Nach umfangreichen Ermittlungen der Drogenfahnder habe sich der Verdacht schließlich bestätigt. Daraufhin waren die Drogenfahnder am vergangenen Montag angerückt, um das Labor auszuheben.

dpa

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