Duzende Sichtungen am Freitagabend

Nächtliches Spektakel über Region: Das steckt hinter den Lichtern 

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Die „Starlink“-Satelliten von SpaceX ziehen ihre Spuren am Himmel über Ungarn. Die Spuren sind so lang, weil es sich um eine Langzeitbelichtung handelt.

Oberbayern - Ein wahres Spektakel spielte sich am Freitag am bayerischen Nachthimmel ab. Jede Menge Lichter zogen über die Region und sorgten bei der Bevölkerung für offene Fragen.

Dutzende Leseranfragen aus ganz Südostbayern erreichten rosenheim24.de in der Nacht auf Samstag, den 8. April. Sie alle berichteten von ähnlichen Bildern. 20 bis 60 helle Lichter seien über den Nachthimmel gezogen, in einer langen "Schlange" und seien Richtung Nordwesten unterwegs gewesen. Von Flugzeugen, bis Sternschnuppen und Satelliten, viele Vermutungen wurden geäußert. Doch worum handelt es sich bei diesem Lichterphänomen? 


Professor Dr. Elmar Junker von der Fakultät für Angewandte Natur- und Geisteswissenschaften der TH Rosenheim ist der Leiter der Sternwarte. Er erklärte im Gespräch mit rosenheim24.de, was es mit dem Schauspiel auf sich hat: Es handle sich um die sogenannten "Starlink-Satelliten". Starlink ist ein vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX unter Elon Musk und Gwynne Shotwell geplantes weltumspannendes Satellitennetzwerk, das ab 2021 die Welt mit neuen Internetzugängen versorgen soll. 

Im Bereich Rosenheim seien die Satelliten beispielsweise zwischen 21.07 und 23.08 Uhr zu sehen gewesen. Am Freitagabend seien die Starlink-Satelliten besonders hell gewesen und haben sogar noch stärker geleuchtet als die Sterne des großen Wagens. Junker selbst sieht das Projekt Starlink kritisch. Vor allem das Fehlen von Regeln und Beschränkungen sei ein Problem. Verschiedene Unternehmen die privatisierte Satelliten ins All schicken, seien nicht ungefährlich. Es könne dadurch zu Unfällen und Lichtverschmutzung kommen.


Auf Heavens Above können Sie nachverfolgen, wann die Satelliten wo zu sehen sind. 

Bereits Anfang der Woche wurde ein unbekanntes Flugobjekt über Bad Aibling gesichtet. Damals hatte Professor Junker keine eindeutige Erklärung. ""Das ist kein astronomisches Objekt", wusste er. Er äußerte die Vermutung, dass es sich um eine asiatische Himmelslaterne handle.

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