Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Mögliche Verbindungen zu Monika Frischholz und Christa Mirthes

Oldtimer-Audi in bayerischem Stausee gefunden: Polizei prüft Zusammenhänge mit Cold-Cases

Dieses Wrack eines Audi-Oldtimers wurde aus dem Pfreimdstausee in der Oberpflaz geborgen. Nun laufen die Ermittlungen der Polizei.
+
Dieses Wrack eines Audi-Oldtimers wurde aus dem Pfreimdstausee in der Oberpflaz geborgen. Nun laufen die Ermittlungen der Polizei.

Bereits im Juli wurde ein Oldtimer in einem Stausee in der Oberpfalz entdeckt und anschließend geborgen. Seither laufen die Ermittlungen der Polizei. Wem gehört der Audi 100 Coupé S und gibt es eventuell sogar Zusammenhänge mit zwei sogenannten Cold Cases?

Tännesberg (Oberpfalz) – Es ist definitiv kein alltäglicher Fund, der im Juli im Pfreimdstausee bei Tännesberg im Landkreis Neustadt an der Waldnaab gemacht wurde. Frei nach einer deutschen Redensart könnten die Ermittler damit allerdings eventuell einen dicken Fisch an Land gezogen haben.

Ausschlaggebend für den Fund des Oldtimers waren Sanierungsarbeiten an einem Wasserkraftwerk, in deren Vorfeld Sonarbilder vom Grund des Sees aufgenommen wurden, erklärte die zuständige Polizei damals. Die Bilder ließen auf ein Auto mit sogenanntem Fließheck schließen – Polizeitaucher machten sich auf den Weg und erkundeten das Fahrzeug genauer.

Ende Juli konnte das Auto – ein Audi 100 Coupé S, wie sich herausstellte – schließlich aus dem Stausee geborgen werden. Aufgrund des Zustandes und des fortgeschrittenen Rostbefalls gegen die Ermittler davon aus, dass das Fahrzeug schon längere Zeit auf dem Grund des Pfreimdstausees lag.

„Einfache Schrottentsorgung ausgeschlossen

Bei der anschließenden Untersuchung des Wracks konnte noch die letzte TÜV-Plakette aus den 80ern und das Schwandorfer Kennzeichen (SAD) entziffert werden. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass das Fahrzeug in Verbindung mit einer schweren Straftat stehe, baten die Beamten um Hinweise aus der Bevölkerung zu dem Wagen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand werde eine „einfache Schrottentsorgung“ ausgeschlossen, sagte ein Polizeisprecher zu dem Fall Mitte September. Es sei sehr ungewöhnlich, weil das Fahrzeug vermutlich noch zugelassen gewesen sei und der Besitzer somit noch für die Versicherung habe zahlen müssen.

So sah das Audi 100 Coupé S früher aus – lediglich mit schwarzer Innenausstattung und mit zusätzlicher Antenne auf dem linken Kotflügel.

Über 30 Hinweise zu dem 1973 gebauten Fahrzeug gingen Angaben des Polizeipräsidiums Oberpfalz zufolge nach dem Fund bei der ermittelnden Polizeiinspektion (PI) Vohenstrauß ein. Zahlreiche Details zur Historie – wie das genaue Auslieferungsdatum sowie kleinere Umbauten – des in der Farbe „Coronagelb“ lackierten Oldtimers konnten die Ermittler bereits klären.

Hinweis auf Verbindung zu ungeklärtem Mordfall in Schwandorf

Nun werden auch mögliche Zusammenhänge mit sogenannten Cold-Cases – also seit Jahrzehnten ungeklärten Kriminalfällen – von den Ermittlern geprüft. Vor allem zu einem Mordfall in Schwandorf gibt es eine mögliche Verbindung. Im Jahr 1978 wurde die damals 15-jährige Christa Mirthes getötet und ihre Leiche anschließend in einem Brunnenschacht entdeckt.

Wie die Beamten der zuständigen Polizei in Vohenstrauß mitteilen, ging ein Hinweis ein, dem die Ermittler in dem seit inzwischen 44 Jahren ungelösten Mordfall nun nachgehen würden. Demnach soll offenbar ein Handelsvertreter in Süddeutschland unterwegs gewesen sein, der möglicherweise in diesem Zeitraum mit der Tat in Verbindung gesehen werde.

Parallele zum Fall Monika Frischholz

Auch einer der bekanntesten deutschen Cold-Cases, der Fall Monika Frischholz, könnte eventuell durch den Oldtimer-Fund neue Informationen erhalten. Das damals 12 Jahre alte Mädchen soll 1976 in ein gelbes Opel Kadett Coupé eingestiegen sein – so jedenfalls eine Zeugin seinerzeit gegenüber der Polizei.

Wie die Polizisten aus der Oberpfalz mitteilen, werde eine Verbindung zum Fall Monika Frischholz nicht ausgeschlossen, da beide Fahrzeuge gelb waren und die genannten Automodelle aufgrund ihrer ähnlichen Bauform leicht verwechselt werden könnten. Auch die damaligen Ermittler des Falls Monika Frischholz seien inzwischen mit dem Fall des Pfreimdstausee-Wracks eingebunden.

aic

Kommentare