Junger Schweizer stürzte ins Gleisbett

Tanja ist die Lebensretterin aus Münchner S-Bahn: So erlebte Sie das Drama

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München - Am vergangenen Samstag konnte eine 33-jährige Verkäuferin ein tragisches Unglück mit großer Zivilcourage verhindern. Als ein junger Schweizer in ein Gleisbett fiel, stoppte sie die S-Bahn mit "Händen und Füßen".

Ein junger Schweizer war am Samstag, 28. September, gegen 7 Uhr ins Gleisbett gefallen, als er die Rolltreppe am SA-Bahnhof Isartor verließ. Er stürzte bäuchlings auf die Gleise und war nicht mehr ansprechbar.

Tanja A. erzählt von den entscheidenden Momenten

Eine Verkäuferin aus München, welche gerade auf dem Weg zur Arbeit war, erkannte die Situation sofort, sah einen jungen Herrn in Lederhosen und reagierte goldrichtig. 

"Ich bin davon ausgegangen, dass der S-Bahn-Fahrer ihn nicht gesehen hat im Gleisbett, weil der ziemlich weit unten versteckt lag", erklärt Tanja Allgeier im Gespräch mit br.de.

Als die S-Bahn einfuhr, stellte sich Tanja ganz nah ans Gleis und signalisierte dem Triebfahrzeugführer mit ausgebreiteten Armen, dass Gefahr bestand.

"Dann ist mir eine andere Frau zu Hilfe gekommen und wir haben versucht, mit Händen und Füßen die S-Bahn zu stoppen", sagt sie. Ein zweiter junger Mann habe dann den Gestürzten aus dem Gleisbett gezogen. 

Bei der zweiten Lebensretterin handelt es sich um eine 46-Jährige Münchnerin, welche nach dem Vorfall unter Schock gestanden und gegangen sei. Tanja und der Passant warteten auf den Rettungsdienst.

Tanja versteht Verhalten der Menschen nicht

Besonders traurig: Auf den Überwachungsaufnahmen sind viele Passanten zusehen, welche die Gefahr zwar erkannten, allerdings keine Anstalten tätigten dem Bedürftigen zu helfen. 

"Wie die das mit ihrem Gewissen vereinbaren können", versteht Tanja Allgeier nicht. 

Hinweis der Bundespolizei: 

Um Züge oder S-Bahnen zu warnen, kann ein Arm in Richtung eines herannahenden Zuges „im Kreis geschwungen“ werden. Aber Vorsicht! Das „Kreissignal“, dass gegeben wird, wenn ein Zug oder eine Rangierfahrt sofort zum Halten gebracht werden muss, gilt nur im Notfall. Wer wissentlich ein falsches Notzeichen vortäuscht, macht sich strafbar.

mz

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