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Nach Vorwurf eines angeblichen Reichsbürgers an VHS

"Wir machen hier keine Sekte oder ähnliches auf"

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Burghausen - Verschwörungstheorien an der Volkshochschule (VHS) Burghausen? Diesen Vorwurf macht eine Kursbesucherin der Schule. 

Update, 16.25 Uhr

"Wir sind weltanschaulich ungebunden", sagt Harald Rautter, Geschäftsführer der Volkshochschule Burghausen auf Nachfrage von innsalzach24.de. "Wir machen aber hier natürlich keine Sekte oder ähnliches auf." Rautter sagt aber auch, dass es Themen gebe, über die man reden dürfen müsse. Es gehe dabei um Themen der politischen Bildung. Ein Zweig, der sich im Rahmen des Bildungsangebotes der Volkshochschule großer Beliebtheit erfreue. Darunter falle auch das Kursangebot von Peter Schlabach, der schon seit rund zehn Jahren als Kursleiter bei der Volkshochschule Burghausen mitwirke. 

Das Kursangebot "Wie stellt sich eine Scheindemokratie dar?" im Wortlaut:

"An den ersten 4 Abenden werden mit vielen Verweisen in die Literatur, aber auch vielen konkreten Beispielen unserer täglichen Beobachtungen und Erfahrungen gezeigt, in welchem Umfang die obige Behauptung aufgezeigt und belegt werden kann. Es wird vor allem anhand des sich immer umfassender ausbreitenden Kosumismus und dessen Folgen als allgemeinem Verhalten der Menschen insbesondere in den Industrienationen nachgewiesen, in welchem Umfang diese sog. Demokratien in einen "demokratischen Kapitalismus" überführt werden sollen, wie auch die Beispiele TITIP und TIsA klar und deutlich belegen. Ein "demokratischer Kapitalismus" ist aber ein Widerspruch in sich selbst, da er jede Mitsprache von Bürgern endgültig "überwinden" würde. Gibt es aber keine Alternative zu einer solchen Entwicklung? Die gibt es sehr wohl und einige davon sollen am 5 und 6 Abend vorgestellt werden. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich an einer solchen Verständnisarbeit zu beteiligen, um die derzeitige gesellschaftliche Realität besser verstehen zu können."

Streichen derartiger Themen absolut kontraproduktiv

Auf Nachfrage von innsalzach24.de am Donnerstagnachmittag schickt Harald Rautter eine schriftliche Stellungnahme seinerseits, wonach er ein Streichen derartiger Themen aus dem Kursprogramm der Volkshochschule Burghausen für absolut kontraproduktiv sehe. "Die VHS ist weltanschaulich neutral und nicht gebunden." Das heiße aber keineswegs, dass kontroverse und vielleicht sogar abwegige Themen und Thesen tabu sein müssen. "Auch solche müssen offen und kontrovers diskutiert werden dürfen."

Im Folgenden wird klar, dass es sich hier um die Beschwerde einer Kursteilnehmerin handelt: "Bevor die jetzige Beschwerdeführerin im Herbst 2017 dazu stieß, spielten sich die Kontroversen korrekterweise immer auf der Sachebene ab."  Die vhs Burghausen stehe weiterhin hinter ihren Kursangeboten und damit auch hinter diesem.

"Ein Einknicken wäre auch nach außen für die Öffentlichkeit ein fatales Signal: Einzelne Teilnehmer könnten – aus welcher Motivation heraus auch immer - erpressen, dass bestimmte Themen erst gar nicht mehr diskutiert werden dürfen." Das hätte mit einer offenen liberalen und säkularen demokratischen Gesellschaft, die eben auch kontroverse Debatten aushalten können müsse, nichts mehr zu tun, so Harald Rautter, Geschäftsführer der vhs Burghausen abschließend.

Erstmeldung:

Die Frau besucht den Kurs "Wie stellt sich eine Scheindemokratie dar?", mit Kursleiter Peter Schlabach. Dieser würde Meinungsmache betreiben, so der Vorwurf der Burghauserin und ihres Mannes, und zweifle auch die Existenz der Bundesrepublik Deutschland an, berichtet heimatzeitung.de. 

Auf die Frage, ob die Bundesrepublik Deutschland wirklich existiere, habe er geantwortet, dass es viele Argumente dagegen gebe. So hätten Deutschlands Bürger dem Grundgesetz nie zugestimmt. Dem Vorwurf, er sei ein Reichsbürger, verwehre er sich jedoch, er beschäftige sich lediglich auf theoretischer Ebene mit diesen Gedanken.

Auch die Volkshochschule Burghausen kontert, Schlabach gebe seit zehn Jahren Kurse und es sei noch von keinem anderen Teilnehmer eine ähnliche Rückmeldung gekommen.

Quelle: innsalzach24.de

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