Missbrauch: Teisendorfer Pater verdächtig

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Teisendorf/Traiskirchen - Mit K.O.-Tropfen Jungen betäubt und missbraucht: Das ist der Vorwurf gegen einen Geistlichen aus Teisendorf. Die österreichische Kriminalpolizei ermittelt.

Im Rahmen der Missbrauchsfälle der katholischen Kirche sind neue Vorwürfe gegen einen Geistlichen erhoben worden. Diese richten sich gegen einen 46-jährigen Benediktinerpater, der ursprünglich aus Teisendorf stammt, aber im niederösterreichischen Stift Melk tätig ist. Die Vorwürfe: gleichgeschlechtliche Nötigung, beharrliche Verfolgung und mehrfache Körperverletzung.

Mit K.O.-Tropfen willig gemacht?

Der Pater soll ein besonders enges und freundschaftliches Verhältnis zu einer Familie mit zwei Söhnen gehabt haben. Die beiden waren als Ministranten tätig. Die Beziehung zu den Söhnen soll am Anfang nur freundschaftlicher Natur gewesen sein, doch sei der Pfarrer zunehmend sexuell interessiert gewesen.

Auf zahlreiche Angebote des Geistlichen sollen die zwei jungen Männer allerdings mit Ablehnung und Zurückweisungen reagiert haben. Laut übereinstimmenden Medienberichten soll der Mann daraufhin die Jungen mit K.O.-Tropfen betäubt haben, um sie „willig“ zu machen. Nachdem seine Söhne über Erschöpfung und Erinnerungsverlust klagten, erstattete der Vater bei der ortsansässigen Polizei in Traiskirchen (Niederösterreich) Anzeige. Die Kriminalpolizei nahm sofort die Ermittlungen auf.

Verdacht bei Pfarrversammlung bekanntgemacht

Die Familie ging darauf auf den Pfarrer zu, um die Situation zu erörtern. Bei diesem Gespräch soll einer der Brüder stockend und unter großen Anstrengungen von den sexuellen Annäherungen und Angeboten des Pfarrers berichtet haben.

Wie der Bayerische Rundfunk weiter berichtet, wurde der Verdacht gegen den Pater im Rahmen einer Pfarrversammlung, an der rund 150 Personen teilnahmen, bekanntgemacht.

Pater beurlaubt

Pater Dr. Jeremia Eisenbauer vom Stift Melk gab zu dem Vorfall eine mehrseitige Stellungnahme ab. Der Geistliche, der den Verdacht bestreitet, wurde beurlaubt und befindet sich im Moment in einem deutschen Kloster in psychologischer Betreuung. Dies sei aber keinesfalls ein Schuldeingeständnis. "Er ist nach österreichischem Recht bis zum Beweis einer Schuld als unschuldig anzusehen. Auch die Dienstfreistellung ist als routinemäßige Vorsichtsmaßnahme und nicht als Indiz für eine Schuld zu verstehen", hieß es vom Stift.

nh

Quelle: BGland24.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser