Für 30 Millionen Euro

Terrorgefahr: Bayerische Polizei rüstet auf

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Innenminister Joachim Herrmann stellt die neue Schutzausstattung der bayerischen Polizei vor.

Schusssichere Helme und kugelsichere Westen. Die bayerischen Beamten bekommen neue Schutzausrüstung. Warum, erklärt Innenminister Joachim Herrmann.

München - Angesichts der gestiegenen Bedrohung vor allem durch islamistischen Terror rüstet die bayerische Polizei auf. Die Beamten bekommen für 30 Millionen Euro neue Schutzausrüstung, die Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und Münchens Polizeipräsident Hubertus Andrä am Freitag in München vorstellten. Dazu zählen erstmals schusssichere Helme auch für Streifenpolizisten sowie neue kugelsichere Westen.

Jeder Beamte bekommt seine eigene Schutzweste, die dann mit mehreren Elementen aus dem Streifenwagen wie Überwurf und Unterleibschutz je nach Einsatzlage kombiniert werden kann. In vollem Umfang soll die Ausrüstung sogar Kalaschnikowbeschuss standhalten. Alle Streifenwagen sollen bis Jahresende mit Sets ausgerüstet werden, laut Ministerium werden dazu mehr als 10 000 Stück angeschafft. „Dieser Ausrüstungsumfang ist im Streifendienst in Deutschland einmalig und sollte bundesweiter Standard werden, um Polizeibeamte bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen besser zu schützen“, sagte Herrmann.

Die Anschläge von Paris seien die ersten gewesen, bei denen Täter mit Kalaschnikows unterwegs waren, sagte Herrmann. Andere Attentate der jüngsten Zeit, zuletzt in London, hätten auch gezeigt, dass Streifenbeamte die ersten vor Ort sein könnten. Sie müssten gewappnet sein. „Da kann man nicht auf Spezialeinsatzkommandos warten.“

Andrä sagte, die Beamten würden mit Einsatztrainings für „lebensbedrohliche Einsatzlagen“ geschult. Die besser geschützten Beamten könnten mit der neuen Ausrüstung entsprechend offensiv agieren. Sie müssen allerdings auch den Umgang mit den neuen Sets lernen, die insgesamt 20 Kilogramm wiegen. Der Helm allein ist zwei Kilo schwer.

Auch die Streifenwagen werden ein wenig umgerüstet: Neue Kofferraumeinbauten mit Schubfächern sollen es den Beamten ermöglichen, binnen wenigen Augenblicken an ihre Ausrüstung zu kommen.

Die neue Schutzausstattung ist Teil des von der Staatsregierung vor einem Jahr beschlossenen Maßnahmenkonzepts „Sicherheit durch Stärke“. Geplant ist auch die Anschaffung zusätzlicher gepanzerter Fahrzeuge. Dazu stimmten sich derzeit die Länder ab, sagte Herrmann. Ab 2019 sollen die 32 000 Waffenträger unter den Beamten in Bayern zudem neue moderne Dienstpistolen bekommen. Zur Stärkung der Polizei will die Staatsregierung bis 2020 jedes Jahr 500 zusätzliche Beamte einstellen. Schon jetzt habe sie mit knapp 42 000 Stellen den bislang höchsten Personalstand erreicht.

dpa

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