Teure Betreuung - Pflegerin beklaut Seniorin

Schnaitsee - Eigentlich wollte Elsbeth S. nur kompetente Hilfe für die Pflege ihres behinderten Sohnes. Doch die Pflegerin machte sich mit Schmuck im Wert von 200.000 Euro aus dem Staub.

Es klang alles wunderbar: Die Anzeige in der Zeitung versprach „24-Stunden-Betreuung“ durch eine kompetente, nette Kraft. Wie die TZ berichtet, war sich Elsbeth S. sicher, das große Los gezogen zu haben. Friederike W. (60) stellte sich nicht nur als zuverlässige Pflegekraft für den 57-jährigen, behinderten Sohn der Pensionistin heraus, sie putzte zusätzlich das Haus und stellte einen großartigen Gesprächspartner für die 88-Jährige dar.

Doch plötzlich war die Pflegerin weg. Und mit ihr der Schmuck der Seniorin im Wert von 200.000 Euro.

Nach drei Wochen wurde Friederike W. gefasst - Allerdings nur für fünf Wochen Untersuchungshaft. 35 Tage nach ihrer vorläufigen Inhaftierung war die Betrügerin wieder frei. Grund: Eine angebliche Herzattacke. Die so schlimm anscheinend nicht gewesen sein kann, denn sie sucht bereits nach einer neuen Stelle. Wieder per Zeitungsinserat.

Elsbeth W. fühlt sich allein gelassen. Sie fragt sich, wo die Gerechtigkeit bleibt.

Laut TZ will sich der Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, Volker Ziegler, zu den Gründen für die Freilassung nicht äußern. Aber: Anklage wurde inzwischen erhoben, es gibt genug Beweise.

Erdrückende Beweislast gegen Friederike W.

In der Wohnung der 60-Jährigen wurden Teile des Schmucks von Elsbeth S. gefunden. Außerdem existiert ein Überwachungsvideo auf dem zu sehen ist, wie die Pflegerin 1000 Euro vom Konto der Seniorin abhebt - mit deren Karte und Geheimzahl.

Elsbeth S. wollte jeden warnen - Weil sie nicht gewarnt wurde und der Betrügerin auf den Leim gegangen ist. Die Tirolerin Friederike W. ist bereits polizeibekannt. Wie auch ihr Sohn. 

Friederike W. wollte sich in ein paar Jahren ein Häuschen in Spanien kaufen. Wie sie sich das finanzieren wollte, kann man sich nun denken.

Quelle: tz-online

df/ro24

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