Tipps zum Verhalten auf dem Eis

So sind Sie auf Bayerns zugefrorenen Seen sicher

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Wie schützt man sich davor, im Eis einzubrechen? Wir geben Ihnen die wichtigsten Tipps.

München - Die Seen in Bayern frieren nach und nach zu. Doch wie schützt man sich am besten davor einzubrechen? Hier finden Sie die wichtigsten Tipps.

Seit Wochen herrschen eisige Temperaturen. Nur gelegentlich schafft es das Thermometer in den positiven Bereich. Und doch hat es eine ganze Weile gedauert, bis die ersten größeren Seen in Bayern zugefroren sind. Auf dem Wörthsee tummelten sich dann aber an diesem Wochenende bereits etliche Schlittschuhläufer, Spaziergänger und Eishockeyspieler. Sogar das bayerische Meer, der Chiemsee, ist bereits stellenweise von einer Eisschicht bedeckt.

Offizielle Freigaben gibt es nicht

Doch Eis-Fans sollten Vorsicht walten lassen. Nur weil ein See zugefroren ist, ist er noch lange nicht tragfähig. Häufig trügt der Schein. Erst zu Jahresbeginn brach eine Kleinfamilie auf dem Olympiasee ein. Das zugehörige Video einiger Schaulustigen sorgte bundesweit für Unverständnis.

Inzwischen ist die Eisschicht auch auf dem Olympiasee etwas dicker. Offizielle Freigaben für das Betreten von zugefrorenen Seen gibt es in und um München allerdings laut Kreiswasserwacht nicht.

Warnschilder wie dieses sollten Sie stets beachten.

Für diejenigen, die sich den Spaß jetzt oder in den nächsten Wochen nicht nehmen lassen wollen, hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ein paar Tipps auf Lager. Damit sollten Sie sicherer über das Eis und durch den Winter kommen. Dazu gilt es immer, örtliche Warnhinweise zu beachten sowie sich über spezielle Gegebenheiten vor Ort zu informieren.

Vorkehrungen treffen

Bevor Sie das Eis betreten, sollten Sie potenzielle Rettungsmittel gut sichtbar bereitlegen. Dies können etwa Stangen, Äste oder ein umgedrehter Schlitten sein, so die DLRG. Im Fall der Fälle muss man Sie mit dem Gegenstand aus dem Wasser ziehen können.

Betreten Sie keine Flüsse

Ganz wichtig: Wagen Sie sich nur auf den zugefrorenen See, wenn Sie absolut sicher sind, dass er Sie trägt! Laut DLRG sollte die Eisdecke über einem ruhenden Gewässer mindestens 15 Zentimeter dick sein. Zugefrorene Flüsse sollten am besten gar nicht erst betreten werden. Da das Wasser unter dem Eis ständig in Bewegung ist, kommt es zu sehr ungleichmäßiger Dicke der Schicht.

So erkennen Sie Gefahrenstellen

Akute Gefahrenstelle: Die DLRG rät, offene Stellen im Eis weiträumig zu meiden.

Doch auch wenn Sie das Eis vermeintlich trägt, müssen Sie stets wachsam bleiben. Die Eisdecke kann an verschiedenen Stellen unterschiedlich dick sein. Insbesondere an Zu- und Abflüssen, an Quellen im See, die Strömungen verursachen, und an bewachsenen Stellen am Ufer wächst die Eisschicht langsamer. Diese Stellen sollten Sie tunlichst meiden, rät die DLRG.

Indizien für eine Gefahrenstelle sind dunkle Bereiche - die Eisschicht ist dort sehr dünn - oder aus dem Eis ragende Pflanzen oder Pfeiler; diese können das Eis brüchiger machen. Offene Stellen sollten Sie weiträumig meiden. Gefährlich kann es auch werden, wenn Schnee das Eis bedeckt. Dieser verhindert das Anwachsen der Eisschicht.

Keine Alleingänge

Die DLRG rät davon ab, Eisflächen alleine zu betreten. Zumindest einen Begleiter sollten Sie stets an Ihrer Seite haben. Für Kinder gilt: Ein Erwachsener sollte mindestens mit dabei sein.

Die letzte Warnung

Um ein Einbrechen ins Wasser zu verhindern, sollten Sie zudem die Ohren gespitzt halten. Ein Knistern und Knacken der Eisschicht ist häufig die letzte Warnung, bevor es zum Unglück kommt. In diesem Fall sollten Sie das Eis sofort verlassen, so die DLRG. Legen Sie sich bei akuter Einbruchgefahr am besten flach auf den Bauch. So verteilen Sie Ihr Gewicht auf eine größere Fläche. Robben Sie im Zweifel vom Eis.

Eingebrochen! Was nun?

Sollten Sie trotz dieser Tipps einmal in das Eis einbrechen, gilt es einfache Regeln zu beachten. Diese könnten Ihr Leben retten. Machen Sie lautstark auf sich aufmerksam, ohne sich im eisigen Wasser unnötig zu bewegen. Laut DLRG würde dies zu weiterem Wärmeverlust führen. Versuchen Sie, sich bäuchlings langsam auf die Eisschicht zu ziehen und zum Ufer zu kriechen. Sie müssen unter allen Umständen verhindern, unter die Eisdecke zu geraten.

Generell gilt: Handeln Sie so schnell wie möglich, ohne dabei hektisch und panisch zu agieren. Begeben Sie sich nach der Rettung sofort zum Arzt oder ins Krankenhaus. Die DLRG weist darauf hin, dass Unterkühlung im eisigen Wasser fast immer Lebensgefahr bedeutet.

Worauf kommt es als Helfer an?

Falls Sie beobachten, wie jemand anderes einbricht, setzen Sie zuallererst einen Notruf ab (112). Rufen Sie außerdem andere Passanten um Hilfe und machen Personen auf dem Eis auf die Gefahr aufmerksam. Denken Sie immer an Ihre eigene Sicherung. Reichen Sie dem Verunglückten ein Rettungsmittel, mithilfe dessen Sie ihn aus dem Wasser ziehen können, wenn möglich vom Ufer aus. Falls Sie sich zur Rettung aufs Eis begeben müssen, nähern Sie sich der Einbruchstelle nur flach liegend. Halten Sie dem Eingebrochenen nicht die bloße Hand hin, er könnte Sie in Panik ins Wasser reißen. Die DLRG rät außerdem, dem Verunfallten Mut zuzusprechen und ihn zu beruhigen.

Sobald Sie die Person vom Eis geschafft haben, sollten Sie dafür sorgen, dass sie nicht weiter auskühlt. Lagern Sie den Körper flach; die Person soll sich nicht unnötig bewegen. Wichtig: Wärmen Sie den Geretteten nicht auf. Dies könnte zu Herz-/Kreislaufversagen führen.

Der beste Tipp gegen ein Einbrechen...

In München kommt es immer mal wieder zu Einbrüchen im Eis. Daher hat Martin Gärtner, Vize-Chef der Kreiswasserwacht, im Gespräch mit unserer Redaktion einen einfachen Hinweis gegeben, um so etwas zu verhindern: „Der beste Tipp ist immer noch, gar nicht erst aufs Eis zu gehen!“

Die Feuerwehr probt den Ernstfall

Um im Ernstfall einschreiten zu können, trainiert die Feuerwehr in München immer wieder die Eisrettung. Dieses Video von münchen.tv zeigt, wie intensiv sich die Rettungskräfte vorbereiten müssen.

snacktv

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