Nur eine Ausnahme wurde gemacht

Tittmoning verbietet Glyphosat und auch Insektengifte 

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Tittmoning - Das kommunale Verbot von Glyphosat greift weiter um sich: In Tittmoning geht man nun aber einen Schritt weiter und nimmt sich - mit einer Ausnahme - auch Neonicotinoide vor.

22 Hektar landwirtschaftliche Fläche gehören der Stadt Tittmoning, die wiederum an Bauern verpachtet sind. Für diese Flächen hat der Stadtrat am Dienstag ein Verbot von Glyphosat und bestimmten Neonicotinoiden ausgesprochen. Die bestehenden Pachtverträge mit den Bauern sollen dementsprechend geändert werden. Erlaubt bleibt das Neonicotinoid mit dem Wirkstoff "Thiacloprid", das beim Raps-Anbau verwendet und beispielsweise gegen Blattläuse eingesetzt wird. Laut Stadtverwaltung ist es für Bienen ungefährlich. Auch auf europäischer Ebene wird derzeit ein Verbot bestimmter Neonicotinoide diskutiert

Ökoliste wollte weitergehendes Verbot

Abgesehen von den Ökolisten-Abgeordneten Peter Wembacher, Hans Glück und Robert Lex stimmten alle Stadträte dafür. Der ursprüngliche Antrag der Ökoliste sah ein Verbot aller Neonicotinoide vor. Ganz unzufrieden war die Öko-Fraktion mit der Abstimmung aber nicht, Glück bezeichnete den Kompromiss als "das Mindeste". 

Für die konventionell arbeitenden Bauern dieser 22 Hektar ergeben sich durch die Entscheidung aber praktisch keine Veränderungen: Laut Bürgermeister Konrad Schupfner verwendete auch bisher keiner der Landwirte Glyphosat und die drei verbotenen Neonicotinoiden hätten seit drei Jahren keine neue Zulassung bekommen und dürften ohnehin nicht verwendet werden: "Das deutsche Pflanzenschutzrecht ist ohnehin eines der strengsten und ich will den konventionellen Landwirten keine Flächen entziehen." Etwa 85 Prozent der Bauern im Landkreis arbeiten konventionell.

Auch Traunreut hat Glyphosat bereits verboten

Vorschriften für die Landwirte kommunaler Flächen standen jüngst auch in Traunreut zur Debatte.Der Bauausschuss stimmte im ersten Schritt sogar für eine verpflichtende Bewirtschaftung nach EU-Öko-Verordnung. Etwa zwei Wochen später ruderte der Traunreuter Stadtrat mit seiner Entscheidung aber zurück: übrig blieb lediglich noch ein Glyphosat-Verbot, andere Pflanzengifte wurden nicht angetastet. Nachdem der Glyphosat-Einsatz eines Traunsteiner Bauern publik wurde verhängte auch die Pidinger Molkerei ein Verbot.

xe

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance / Patrick Pleul

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