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Urteil gefallen

Drama auf dem Gardasee: Münchner Todes-Raser müssen in den Knast

Prozessbeginn in Brescia
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Raffaele Nedrotti (r) und seine Frau Nadia, die Eltern der Frau, die bei einer Bootskollision auf dem Gardasee ums Leben kam, vor dem Gericht von Brescia.

Gardasee – Im Prozess um den tödlichen Bootsunfall auf dem italienischen Gardasee ist am Montag (21. März) das Urteil gegen die zwei angeklagten Münchner verkündet worden.

Update, 10.55 Uhr - Urteil gegen Angeklagte aus München gefallen

Am Vormittag verkündete der Vorsitzende Richter das Urteil gegen die beiden Angeklagten aus München. Es fiel überraschend deutlich aus, wie „Bild“ berichtet. Demnach wurde Bootslenker Patrick K. (52) wegen fahrlässiger Tötung und unterlassener Hilfeleistung zu vier Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Christian T., Besitzer des Unfallbootes „Riva“, wurde dem Bericht zufolge zu zwei Jahren und elf Monaten Haftstrafe verurteilt. Zudem wird sein Boot „Riva Aquarama“ eingezogen. „Nach der Urteilsverkündung zeigt Patrick K. keine Emotionen hinter seiner Maske“, so die Bild.

Vorbericht

Die beiden Münchener müssen sich wegen unterlassener Hilfeleistung und fahrlässiger Tötung verantworten. Geht es nach den Verteidigern der beiden Angeklagten, könnte der Prozess mit einem Freispruch enden. Am Dienstag behauptete Verteidiger Guido Sola: Der Lenker der PS-starken Riva „Orso“, Patrick K. (52) und sein gleichaltriger Freund sei­en nicht betrunken gewesen, das Schiff sei nicht zu schnell, der Aufprall auf das kleinere Boot von Umberto und Greta „minimal“ gewe­sen. Stattdessen lenkte Sola den Blick auf angebliche Ver­säumnisse des getöteten Um­berto Garzarella (†37): Sein Boot sei unzureichend bis gar nicht beleuchtet gewesen.

Verteidigung schiebt Medien und Opfern Schuld zu

Am ersten Prozesstag im November wurde bekannt: Die Haftpflichtversicherung des Boots-Eigentümers zahlt 2,5 Millionen Euro Entschädigung an Gretas Eltern und eine Million an die Familie von Umberto. Außerdem entschuldigte sich Patrick K. bei den Hinterbliebenen: „Ich möchte mich entschuldigen, seit Mo­naten habe ich deswegen Schlafstörungen.“

Auf den letzten Metern des Prozesses folgt nun offenbar der Umschwung: Nun rechnet Verteidiger Sola mit der angeblichen Vorverurteilung in den Medi­en und den Methoden der Staatsanwaltschaft ab: „Nur zwei Wahnsinnige würden zwei junge Leute töten und in die Stadt gehen, um ein Bier zu trinken.“

Staatsanwältin fordert lange Haftstrafe

Knallhart dagegen das Fazit von Staatsanwältin Maria Cristina Bonomo: „Niemand hätte den Aufprall mit etwas anderem als einem Boot ver­wechseln können“, entgegne­te sie auf die Behauptung, die beiden Deutschen hätten das Boot von Greta und Umberto mit einem Stück Treibholz ver­wechselt. „Wie konnte er es übersehen? Das ist nur mög­lich, wenn er nicht klar bei Sinnen war.“ 

Ermittler untersuchen das Todes-Boot am Gardasee.

Ihre Forderung: 6,5 Jahre Haftstrafe wegen fahrlässiger Tö­tung und unterlassener Hilfe­leistung für Patrick K., vier Jah­re und zwei Monate für den mitangeklagten Bootsbesit­zer. Er befindet sich in Frei­heit, während Patrick K. seit Anfang Juli 2021 in Italien im Hausarrest sitzt. Das Urteil wird der Vorsitzende Richter am Montag verkün­den. 

Das war am 19. Juni 2021 geschehen

Am 19. Juni des vergangenen Jahres stießen sie kurz vor Mitternacht nahe des Westufers mit ihrem Luxusmotorboot gegen ein kleines Holzboot. Ein Pärchen, das darin saß, kam ums Leben.

Die beiden Deutschen gaben an, in der Nacht nicht bemerkt zu haben, mit einem Boot kollidiert zu sein. Stattdessen waren sie nach eigenen Angaben von einem treibenden Holzstück ausgegangen. Weil durch den Zusammenprall Wasser in ihr Boot eindrang, fuhren sie schnell weiter ans Ufer. Die beiden 52-Jährigen entschuldigten sich in den zurückliegenden Verhandlungen bei den Hinterbliebenen von Greta Nedrotti (25) und Umberto Garzarella (37).

mh/dpa

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