Todespfleger von Ottobrunn Thema bei Aktenzeichen xy

Zwei Morde, fünf versuchte Morde, mindestens vier ungeklärte Todesfälle

+
  • schließen

München - Nach aktuellem Ermittlungsstand wird gegen den Todespfleger nun in zwei Fällen wegen des Verdachts des Mordes ermitteltKonkret geht es um die Todesfälle eines 87-Jährigen aus Ottobrunn und eines 84-Jährigen aus dem Landkreis Kitzingen.

Wie bereits berichtet, werden gegen einen 36-jährigen Polen, der als Pflegehilfskraft an unterschiedlichen Orten tätig war, Ermittlungen wegen Mordes geführt. Ursächlich für dieses Ermittlungsverfahren war dabei der Tod eines 87-jährigen Rentners in Ottobrunn.

Aufgrund der durchgeführten Ermittlungen der Ermittlungsgruppe Pen konnten bislang 57 Beschäftigungsadressen des Tatverdächtigen ermittelt werden. An diesen wurden auch tatsächlich Personen von ihm betreut. Laut Polizei ist seine erste Betreuung auf den 01.05.2015 datiert.

Opfer wurden auch beklaut

Allein 23 Beschäftigungsverhältnisse davon wurden erst aufgrund der Öffentlichkeitsfahndung bekannt (bei diesen wird bisher einmal wegen Verdacht des Mordes ermittelt, dreimal sind Todesfälle noch abzuklären). Der Beschuldigte steht zudem in Verdacht, an weiteren 15 Örtlichkeiten, an welchen er eingesetzt war, diverse Gegenstände (unter anderem Geld, Schmuck, Eheringe, Essen) entwendet zu haben.
Auch im Landkreis Traunstein war der 36-jährige Hilfspfleger tätig. Zu etwaigen Morden und/oder Diebstählen ist dazu derzeit jedoch nichts bekannt.

Die aktualisierte Karte zeigt die bisher bekannten Aufenthaltsorte des Tatverdächtigen.

So wurde auch bekannt, dass ein 84-jähriger Mann aus dem Landkreis Kitzingen während der dreitägigen Betreuung durch den Tatverdächtigen im Januar 2018 verstorben war, ohne dass die örtlich zuständige Polizei hiervon Kenntnis erlangte. Die Leiche wurde zwischenzeitlich exhumiert und im Institut für Rechtsmedizin München obduziert. Bei der Obduktion konnte keine natürliche Todesursache, sondern Auffälligkeiten festgestellt werden, die einen dringenden Tatverdacht begründen. Derzeit werden noch weitere rechtsmedizinische Untersuchungen durchgeführt.

Durch die Ermittlungen wurde noch ein weiterer Fall eines 91-jährigen Rentners bekannt, bei dem es Anfang Juli 2017 in Esslingen während der zweitägigen Betreuung durch den Tatverdächtigen zu einem Notfalleinsatz mit anschließendem Krankenhausaufenthalt gekommen ist.

Öffenlichkeitsfahndung wird im ZDF fortgesetzt

Nach aktuellem Ermittlungsstand wird somit gegen den Tatverdächtigen in zwei Fällen wegen des Verdachts des Mordes ermittelt. Bei vier weiteren Fällen verstarben Personen im engen örtlichen und zeitlichen Zusammenhang mit der Betreuung durch den Tatverdächtigen. In einem Fall erfolgte ebenfalls eine Exhumierung, die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Untersuchungen stehen jedoch noch aus.

In fünf weiteren Fällen wird gegen den Tatverdächtigen wegen Verdacht des versuchten Mordes ermittelt. Die Ermittlungen der Polizei dauern derzeit jedoch noch an. Am Mittwoch, 28. März wird im Rahmen der ZDF-Sendung Aktenzeichen XY die Öffentlichkeitsfahndung entsprechend fortgesetzt.

mh/Pressemitteilung Polizei München

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser