Exklusiv-Interview mit renommiertem Strafverteidiger

Todesschüsse: "Verfahren diente nur der Rechtfertigung"

Am 25. Juli 2014 verlor André B. in der Burghauser Herderstraße sein Leben. Seine Mutter engagierte einen Münchner Anwalt. 

Burghausen - Am 25. Juli 2014 verlor André B. in der Herderstraße sein Leben - weil er von einem Zivilfahnder erschossen wurde. Nun erhebt ein Münchner Anwalt schwere Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft. 

Vor einem Jahr und 202 Tagen verlor der 33-jährige André B. in der Burghauser Herderstraße sein Leben - weil ein Zivilfahnder ihm in den Hinterkopf schoss. Die Dramatik des Einsatzes bringt auch jetzt noch viele Menschen zum Kopfschütteln. André B. wurde mit einem Haftbefehl, ausgestellt im April 2014, von der Polizei gesucht: Er soll wieder angefangen haben, mit Marihuana zu dealen. Am 25. Juli 2014, gegen 18 Uhr, trafen ihn zwei Zivilfahnder vor der Wohnung seiner Freundin, Karo S., an. Der Deutschrusse versuchte zu fliehen, der Fahnder Michael K. schoss, André B. war sofort tot. 


Der renommierte Münchner Anwalt, Steffen Ufer, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Traunsteiner Staatsanwaltschaft.

Steffen Ufer, ein renommierter Münchner Strafverteidiger, vertritt die Mutter des getöteten André B. Er verteidigte unter anderem den Oetker-Entführer, Karl-Heinz Wildmoser sen., den Schönheitschirurgen Prof. Dr. Dr. Werner Mang und Rainer Fassbinder vor Gericht. Im Burghausen-Fall interessiert ihn primär eins: Wann endlich die langersehnte Entscheidung fällt - für oder gegen eine Anklage von Michael K., aus dessen Dienstwaffe der tödliche Schuss auf André B. abgegeben wurde. 

Der Münchner Anwalt hat jedoch kein gutes Gefühl:"Aus den jüngsten Kontakten mit der Staatsanwaltschaft wurde deutlich, dass es eher auf eine Einstellung des Verfahrens als auf eine Anklage hinausläuft." In einem Interview mit innsalzach24.de erhebt er schwere Vorwürfe gegen die Traunsteiner Staatsanwaltschaft. 


Er beschreibt die missglückte Polizei-Aktion als "aberwitzigen" Einsatz. Außerdem ermahnt er: "Ein Querschläger ist immer zu befürchten - da hätte ein Kind hopsgehen können!" Er meint jene Kinder, die den Einsatz am 25. Juli 2014 hautnah miterlebt hatten. Sie spielten auf der angrenzenden Rasenfläche, als Michael K. den tödlichen Schuss auf André B. abgab. "Die Kinder sind traumatisiert", erklärt Ufer. Nicht nur einmal wurden sie nach der umstrittenen Polizei-Aktion von den Ermittlern vernommen. Ufer: "Die Kinder wurden immer wieder vernommen - bis der Staatsanwaltschaft die Aussagen gepasst haben."

Ufer macht keinen Hehl daraus, dass der Einsatz an jene in Amerika erinnert, die durch die Medienwelt gingen: "Wir wollen solche Verhältnisse hier nicht haben", tut er seine Meinung kund. 

Besonders kritisch sieht er auch das Verhalten der Staatsanwaltschaft direkt nach den tödlichen Schüssen von Burghausen: "Der Schütze wurde lediglich als Zeuge vernommen", legt er dar. Wirklich verwundert ist er darüber aber nicht. 

Sein Résumé zu den Ermittlungen, die nun über eineinhalb Jahre andauern, könnte eindeutiger nicht sein: "Dieses Verfahren diente nicht zur Aufklärung, sondern lediglich zur Rechtfertigung der polizeilichen Aktion!"

Die Entscheidung, ob der Todesschütze Michael K. angeklagt wird oder nicht, scheint bereits gefallen zu sein, wie Oberstaatsanwalt Wolfgang Giese gegenüber unserer Redaktion am Freitag mitteilte. Zu dem Ausgang wollte er sich jedoch noch nicht äußern. Steffen Ufer und der Anwalt des Burghauser Polizisten, Andreas von Máriássy, würden im Laufe der kommenden Woche per Post über die Entscheidung der Staatsanwaltschaft informiert werden, so Giese abschließend. 

Sollte sich die Staatsanwaltschaft gegen eine Anklage des Todesschützen Michael K. entschieden haben, werde Steffen Ufer alle Register ziehen und ein Klage-Erzwingungsverfahren auf den Weg bringen. Dies teilte der Strafverteidiger gegenüber innsalzach24.de entschlossen mit. Somit müsste sich das Oberlandesgericht München mit diesem - da sind sich alle einig - "singulären Fall" in ganz Deutschland beschäftigen.

Bettina Pohl

Augenzeuge beschreibt die Todesschüsse

Augenzeuge beschreibt die Todesschüsse
Ein 15-jähriger Augenzeuge stand nur wenige Meter daneben, als Andre B. erschossen wurde. Wie auf den Bildern eingezeichnet, hat er den Vorfall erlebt. © ps
Augenzeuge beschreibt die Todesschüsse
Ein 15-jähriger Augenzeuge stand nur wenige Meter daneben, als Andre B. erschossen wurde. Wie auf den Bildern eingezeichnet, hat er den Vorfall erlebt. © ps
Augenzeuge beschreibt die Todesschüsse
Ein 15-jähriger Augenzeuge stand nur wenige Meter daneben, als Andre B. erschossen wurde. Die Plastikverpackungen kennzeichnen die Stelle, wo die Polizisten gestanden haben sollen, als die Schüsse fielen. © ps
Augenzeuge beschreibt die Todesschüsse
Ein 15-jähriger Augenzeuge stand nur wenige Meter daneben, als Andre B. erschossen wurde. Die Plastikverpackungen kennzeichnen die Stelle, wo die Polizisten gestanden haben sollen, als die Schüsse fielen. © ps
Augenzeuge beschreibt die Todesschüsse
Von dort, wo die Polizisten gestanden haben sollen, bis zum Fundort der Leiche, sind es genau 20 Schritte. © ps

Festnahme missglückt: Mann erschossen!

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Festnahme missglückt: Mann erschossen! © Timebreak21
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Mahnwache in Burghausen

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Trauerbekundung für 33-Jährigen

Trauerbekundung für 33-Jährigen
Am vergangenen Freitag wurde ein 33-jähriger - im Rahmen einer Festnahme - von einem Polizisten erschossen. Nachbarn, Angehörige und Freunde des Mannes haben jetzt Kerzen und Blumen am Tatort niedergelegt. © ps
Trauerbekundung für 33-Jährigen
Am vergangenen Freitag wurde ein 33-jähriger - im Rahmen einer Festnahme - von einem Polizisten erschossen. Nachbarn, Angehörige und Freunde des Mannes haben jetzt Kerzen und Blumen am Tatort niedergelegt. © ps
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Am vergangenen Freitag wurde ein 33-jähriger - im Rahmen einer Festnahme - von einem Polizisten erschossen. Nachbarn, Angehörige und Freunde des Mannes haben jetzt Kerzen und Blumen am Tatort niedergelegt. © ps
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Am vergangenen Freitag wurde ein 33-jähriger - im Rahmen einer Festnahme - von einem Polizisten erschossen. Nachbarn, Angehörige und Freunde des Mannes haben jetzt Kerzen und Blumen am Tatort niedergelegt. © ps
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Am vergangenen Freitag wurde ein 33-jähriger - im Rahmen einer Festnahme - von einem Polizisten erschossen. Nachbarn, Angehörige und Freunde des Mannes haben jetzt Kerzen und Blumen am Tatort niedergelegt. © ps
Trauerbekundung für 33-Jährigen
In einem Mülleimer neben dem Tatort haben die Spuren-Ermittler ihre Handschuhe entsorgt: "Hier spielen Kinder", meinten die Nachbarn entrüstet. © ps
Trauerbekundung für 33-Jährigen
Hier hatten die Zivilbeamten ihr Auto abgestellt. Mit Kreidelinien haben die Ermittler die Spuren eingezeichnet. © ps
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Hier hatten die Zivilbeamten ihr Auto abgestellt. Mit Kreidelinien haben die Ermittler die Spuren eingezeichnet. © ps
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Hier hatten die Zivilbeamten ihr Auto abgestellt. Mit Kreidelinien haben die Ermittler die Spuren eingezeichnet. © ps
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Hier hatten die Zivilbeamten ihr Auto abgestellt. Mit Kreidelinien haben die Ermittler die Spuren eingezeichnet. © ps
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Hier hatten die Zivilbeamten ihr Auto abgestellt. Mit Kreidelinien haben die Ermittler die Spuren eingezeichnet. © ps

Quelle: innsalzach24.de

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