"Die Schreie der Opfer werde ich lange nicht vergessen!"

Drei Menschen tot: Vier Jahre Haft für Münchner BMW-Raser

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Drei Menschen starben bei einem Unfall auf der Wasserburger Landstraße im September 2017. Am Donnerstag startet der Prozess gegen den Todesfahrer.
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München - Mit hoher Geschwindigkeit kracht an einer Münchner Ampel ein BMW einem Kleinwagen ins Heck. Drei Menschen verlieren ihr Leben. Nun wurde der BMW-Fahrer schuldig wegen fahrlässiger Tötung verurteilt.

Update, 19.46 Uhr: Drei Menschen tot: Vier Jahre Gefängnis für Münchner BMW-Raser

Der BMW-Fahrer, der sich vor Gericht wegen des Todes von drei Menschen verantworten musste, ist zu vier Jahren Gefängnis verurteilt worden, wie br.de berichtet. Das Amtsgericht München hat den Mann wegen fahrlässiger Tötung schuldig gesprochen.

Der Staatsanwalt forderte drei Jahre Haft, die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Der 62-jährige Angeklagte äußerte sich nicht zu den Vorwürfen vor Gericht.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Erstmeldung, 8.32 Uhr: BMW-Raser vor Gericht

Es war einer der schrecklichsten und folgenschwersten Unfälle der vergangenen Jahre in München: Im September 2017 raste an einer Ampel ein BMW in einen Kleinwagen. Drei Menschen verloren ihr Leben, eine Frau wurde schwer verletzt. Am Mittwoch (27. November) muss sich der Fahrer des BMW nun vor Gericht verantworten.

Was ist am 16. September 2017 geschehen?

Die Ampel schaltet auf Grün, ein Auto mit vier Franzosen will gerade losfahren. Die Vier sind auf Besuch in Deutschland, wollen auf eine Geburtstagsparty. Plötzlich kracht ein BMW X5, gelenkt von einem 60-Jährigen aus Ebersberg, von hinten ungebremst auf den Kleinwagen. Der BMW soll mit rund 130 km/h unterwegs gewesen sein. Erlaubt sind an dieser Stelle nur 50 Stundenkilometer.

Das angefahrene Auto wird durch den Aufprall knapp 100 Meter über die Kreuzung auf der Wasserburger Landstraße in Trudering geschleudert und geht in Flammen auf.  Zwei Franzosen, eine 29-Jährige und ein 36-Jähriger, erlagen noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. Der 29-Jährige Fahrer wurde schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht. Auch ihn konnten die Ärzte nicht retten, er starb am Sonntag in der Klinik. Die 68-jährige Beifahrerin überlebte schwerverletzt, von denen sie sich laut BR bis heute nicht erholt hat. 

Schwerer Unfall auf Wasserburger Landstraße

Warum keine Anklage wegen Mordes?

Anwohner berichteten unserem Partnerportal tz.de, wie sie den Unfall erlebt hatten: "Ich hörte einen heftigen Knall und bin sofort auf die Straße gelaufen. Der Grünstreifen und das Auto brannten lichterloh, überall waren Rauch und Qualm." Eine Frau, die seit vielen Jahren in Waldtrudering wohnt, hat laut tz.de schon viele schwere Unfälle auf der Wasserburger Landstraße miterlebt: "So schrecklich war noch keiner. Die Schreie, die ich von den Opfern gehört habe, werde ich lange nicht vergessen. Das war furchtbar!"

Fahrlässige Körperverletzung und fahrlässige Tötung in drei Fällen wirft die Staatsanwaltschaft dem SUV-Fahrer vor. Es drohen laut einem Gerichtssprecher vier Jahre Haft, so die Deutsche Presseagentur. Vor Gericht wird es auch um die Frage gehen, warum nicht wie in anderen Raserfällen Mord angeklagt ist. Laut dem Sprecher ist nur ein Verhandlungstag angesetzt.

mh

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