Deutschlandweit einzigartig:

So finanziert sich Töging den "Strom aus der Sonne" für das Freibad

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Töging - Diese Rechnung ist allen Freibädern gemein: Schönes Wetter = viele Menschen kommen = viel Energie wird gebraucht. Die Stadt dreht an den Stellschrauben mit der Hoffnung, sparen zu können.

Das städtische Schwimmbad Hubmühle in Töging ist in einem Punkt mit allen anderen Freibädern in der Region gleich: Schönes Wetter = viele Menschen kommen = viel Energie wird gebraucht. Genau dieses schöne Wetter und der hohe Energieverbrauch aufgrund der vielen Besucher sind es auch, die die Stadt Töging veranlasst haben, gemeinsam mit der EnergieGenossenschaft Inn-Salzach e.G. (EGIS) ein deutschlandweit in dieser Form wohl einzigartiges Projekt zu starten.

Die Ausgangslage

Ein Schwimmbad zu betreiben kostet Geld, soweit, so klar. Ein nicht unerheblicher Teil der laufenden Kosten entfällt dabei auf die Stromrechnung. Rund 17.000 Euro pro Jahr sollen es für das Töginger Freibad sein. Ja, man kann Strom auch selber produzieren aber bei Verbrauchswerten von rund 190.000 kWh, wird’s schwierig.

Der Plan der Stadt Töging: Carports, die mit Solaranlagen bestückt sind. Eine feine Sache, wenn man bedenkt, dass die Autos der Freibadbesucher darunter schön im Schatten stehen und oben drüber die Energie produziert wird, die man eben an so einem sonnigen Tag bei großem Besucherandrang halt so braucht im Freibad. Problem: Carports und Solaranlagen kann sich die Stadt trotz des Rekordhaushaltes für das Kalenderjahr 2017 so ad hoc nicht leisten. Der Wunsch danach besteht aber offenbar schon seit vielen Jahren.

Das Kommunale Anlagen-Pachtmodell

Die EGIS hat dazu anscheinend eine ganz kluge Idee, von der alle Beteiligten profitieren sollen: Sie baut diese Carports mitsamt den Solardächern und der gesamten Anlage und verpachtet das gesamte Projekt an Töging bei einer Laufzeit von 20 Jahren. Insgesamt macht das 300.000 Euro an Kosten für die Stadt. Das macht pro Jahr 15.000 Euro. Gerundete 17.000 Euro bisherige Stromkosten für das Freibad – 15.000 für die Pacht der Anlage, mit der der benötigte Strom entsteht = ein plus von rund 1.800 Euro im Stadtsäckel.

Freilich: Ganz so einfach ist die Rechnung nicht. Was, wenn keine Sonne scheint? Was ist im Winter? Was, wenn Strom, der de facto immer noch zugekauft werden muss, teurer wird? Vertreter der EGIS versicherten aber auf der jüngsten Sitzung des Stadtrates noch einmal, dass sie äußerst konservativ gerechnet hätten. Soll heißen, dass sie nix versprechen wollen, was sie nicht halten können.

Der Startschuss

Es ist also ein Finanzierungsmodell für regenerative Energie, das die EGIS der Stadt Töging hier vorgeschlagen hatte und das die Stadt - laut Erstem Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst und den EGIS Vertretern - „in harten Verhandlungen“ angenommen hat. Bereits nach 20 Jahren gehen die Carports mit den Solaranlagen samt allen weiteren technischen Einrichtungen in den Besitz der Stadt über.

Erste Bauarbeiten hätten bereits begonnen und Ende April/Anfang Mai dieses Jahres soll alles fertig sein. Selbst eine e-Tankstelle ist im Plan bereits vorgesehen. Das Ziel: Mit Start in die Freibadsaison in Töging soll ein großer Teil der benötigten Energie aus der Solaranlage kommen.

Quelle: innsalzach24.de

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