Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Eindringliche Appelle

Kühe von Almbesuchern aufgeschreckt: Verletzte Tiere auch in Oberbayern

Region - Immer wieder kommt es auf den Almen zu Zwischenfällen mit Wanderern und Kühen. Erst unlängst kamen mehrere erschreckte Tiere zu Tode. rosenheim24.de hat nachgefragt, wie sich die Situation in der Region darstellt.

Wer die Berichte der vergangenen Wochen und Monate verfolgt hat, weiß: Um das Zusammenleben von Kuh und Mensch war es mithin schon besser bestellt. Immer wieder kam es in letzter Zeit zu Zwischenfällen - mit teils folgenschwerem Ausgang. So wurde vor wenigen Wochen eine Gruppe Wanderer von Kühen attackiert, eine Frau und ein vierjähriges Kind mussten in die Klinik eingeliefert werden.

Für Aufsehen sorgte dann ein Vorfall im Allgäu: 13 Kühe wurden in Immenstadt von Wanderern aufgeschreckt, und stürzten 300 Meter ab. Zwei Jungrinder überlebten den Absturz nicht. 

Und zuletzt wäre da noch die Kulikitaka-Challenge zu nennen, bei der es darum geht, mit ruckartigen Bewegungen Tiere - vor allem Kühe - zu erschrecken. Die Videos dazu wurden dann auf dem sozialen Netzwerk TikTok geteilt, unterlegt zu Musik von Toño Rosario. TikTok hat zwar Anfang Juli angekündigt, sämtliche Videos der höchstumstrittenen Challenge zu löschen. Doch nach wie vor (Stand: 20. Juli) sind Videos aufzufinden - und zwar sowohl unter dem Hashtag der Challenge selbst, als auch unter dem Suchbegriff. Und nicht nur das - auch auf anderen sozialen Medien werden die Videos mittlerweile geteilt, und sind ohne Probleme via Suchbegriffen zu finden. 

Rosenheim24.de hat bei Markus Drexler, Pressesprecher des Bayerischen Bauernverbandes, nachgefragt, wie die Situation in Bezug auf die Challenge in Bayern aussieht: "Uns sind im Moment keine Fälle in Bayern bekannt und wir hoffen auch, dass es so bleibt." Der Bayerische Bauernverband jedenfalls habe keinerlei Verständnis für diese "Selbstdarstellung ohne Rücksicht auf die Tiere und Sicherheitsaspekte". Drexler eindringlich: "Gerade Rinder sind sehr neugierige Tiere und haben oftmals kaum Scheu, auf Menschen zuzugehen. Werden Sie ohne Vorwarnung erschreckt, setzen Sie plötzlich und unkontrolliert zur Flucht an, Muttertiere versuchen ihre Kälber zu verteidigen und zu beschützen." 

"Unverantwortliche Aktionen"

Wenn diese mehrere hundert Kilo schweren Tiere "aufgrund dieser unverantwortlichen Aktionen" in Panik gerieten, können sie Unfälle verursachen oder Menschen, andere Tiere oder auch sich selbst verletzen. Drexler empört: "Hier werden unnötig Risiken für Mensch und Tier in Kauf genommen, nur um Klicks und Aufmerksamkeit zu erzielen. Das ist falsch und unverantwortlich!"

Lesen Sie auch: Vorfall in Niederösterreich Herde in Panik versetzt: Landwirt verärgert über „Kuherschrecker“

Was generell das richtige Verhalten auf Weiden und Almen anbelangt, verweist Drexler auf den vom Bayerischen Bauernverband herausgegebenen Flyer "12 Regeln für die Begegnungen mit Weidetieren". Oberstes Gebot: "Eine Alpe/Alm ist kein Streichelzoo!" Gleich mehrfach wird betont, dass zu den Tieren tunlichst Abstand zu halten ist. Und was sich Kulikitaka-Fans besonders zu Herzen nehmen sollten: "Machen Sie keine hektischen Bewegungen. Tiere sind schreckhaft." Dies zeigt auch der eingangs erwähnte Fall aus Immenstadt.

Einen ähnlich dramatisch gelagerten Fall hat es dieses Jahr in Oberbayern glücklicherweise noch nicht gegeben. Doch auch Hans Stöckl, Geschäftsführer des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern, weiß von drei verletzten Tieren zu berichten, die von Mountainbikern erschreckt worden sind. Eine zuverlässige Zahl, wie viele erschreckte Tiere verletzt wurden oder zu Tode kamen, ließe sich aber laut Stöckl nicht nennen. Dies wäre "reine Spekulation", schließlich könnten Verluste auf der Alm sehr viele Ursachen haben. 

-dp-

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

Kommentare