Wir haben mit dem Rettungstaucher gesprochen

Mann ertrinkt in der Traun: Badedrama stellt auch DLRG vor Rätsel

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Foto vom Einsatz der DLRG am Sonntag bei Traunstein-Empfing. In der Mitte Rettungstaucher Karl Weilharter. 

Traunstein - Nach einem Sprung in die Traun musste am Sonntag ein 41-Jähriger das Leben lassen - die Stelle gilt eigentlich nicht als gefährlich. Wir haben mit dem DLRG-Rettungstaucher gesprochen, der den Mann aus dem Wasser zog. 

Auch einen Tag nach seinem aufwühlenden Einsatz überlegt Karl Weilharter, woran es gelegen sein könnte. Er ist jener Rettungstaucher der DLRG, der einen 41-Jährigen am Sonntagabend bewusstlos an die Oberfläche holte. "Warum er genau gestorben ist, wissen wir nicht. Er hatte auch keine offensichtlichen Verletzungen", so Weilharter im Gespräch mit chiemgau24.de. Außerdem ist jener Bereich an der Traun auf Höhe der Schrebergärten auch nicht als besonders gefährlich bekannt.

Die Stelle an der Traun etwa bei den Traunsteiner Schrebergärten.

"Die Traun ist eigentlich nicht gefährlich, aber..."

Das Wasser war klar, eine starke Strömung herrschte nicht und auch gefährliche Strudel gebe es an der drei Meter tiefen Stelle nicht, an der der 41-jährige Rumäne aus dem nördlichen Landkreis Traunstein in die Traun sprang. "Die Traun ist als Badegewässer eigentlich nicht gefährlich, aber fließende Gewässer sind immer mit Vorsicht zu genießen", warnt Weilharter: "Alles steht und fällt mit den Baderegeln." Um die 27 Grad wurden am Sonntag in Traunstein gemessen - der bisher heißeste Tag des Jahres. "Sich vor dem Sprung ins Wasser abzukühlen, abzufrischen kann lebenswichtig sein." 

Tödlicher Badeunfall an Traun in Empfing / Traunstein

 © FDL/Lamminger
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Rund 30 Minuten brauchten die Einsatzkräfte der DLRG bis sie den Mann fanden. "Die Rettungskette hat gut funktioniert, unsere Leute sind direkt aus dem Auto ins Wasser", berichtet Karl Weilharter, der auch Vorstandsvorsitzender der Traunsteiner DLRG ist. Ein Hubschrauber suchte die Traun flussabwärts ab, auch zwei Schnorcheltaucher waren an der Unfallstelle im Einsatz. Doch ihre Suche blieb erfolglos. Erst mit Druckluftflasche und in drei Metern Tiefe wurde Weilharter fündig. "Gott sei Dank passiert einem sowas selten", so der Rettungstaucher. Die Reanimation am Uferbereich blieb erfolglos, später im Krankenhaus verstarb der Mann.

Was beim Baden in Flüssen beachtet werden muss

Vor allem beim Baden in Flüssen gelte: schon vor dem Sprung ins Wasser abkühlen und die Strömung beachten - "und Alkohol ist in dem Zusammenhang immer schlecht", so der Traunsteiner Wasserretter. Was bei fließenden Gewässern darüber hinaus zu beachten ist, lest ihr hier. Am Wochenende kam es zu zwei weiteren Großeinsätzen an Gewässern der Region: Im Thansauer See bei Rohrdorf wurde ein vermisster 81-Jähriger tot aufgefunden, bei Marktschellenberg musste ein zwölfjähriger Bursche aus der Berchtesgadener Ache gerettet werden

Der Fall des ertrunkenen 41-Jährigen von der Traun ist inzwischen ein Fall für die Kripo. Sie hat die Ermittlungen übernommen, denn auch die Polizei konnte am Montagvormittag zu Unfallhergang und Todesursache noch keine weiteren Angaben machen. 

xe

Quelle: chiemgau24.de

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