Plakate im Landkreis Traunstein

Nach erstem Corona-Toten in der Region: Muss so ein Plakat jetzt sein?

Muss eine solches Plakat derzeit wirklich sein?
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Der Wortlaut des Plakats stößt einem Leser in Zeiten des Coronavirus sauer auf. Es hängt in der Traunsteiner Chiemseestraße. 

Traunstein - Derzeit sind alle hochsensibilisert für ihre Umgehung. Vor allem dann, wenn sie doch vor die Tür gehen müssen. Einem Leser ist dabei ein Plakat ins Auge gestoßen, bei dem er sich fragt, ob es derzeit unpassend ist. Wir haben die Frage an den Christlichen Plakatdienst weitergegeben. 

"Als ich heute in der Früh in die Arbeit fuhr ist mir dieses Plakat ins Auge gestochen", berichtet der Leser chiemgau24.de. Es hängt an der Chiemseestraße in Traunstein. "Bereite dich darauf vor, deinem Gott zu begegnen!" steht darauf geschrieben und der Verweis auf Amos 4,12. "Ich muss mich schon fragen ob das in dieser Zeit vielleicht etwas unpassend ist? Wird hier die aktuelle Situation für Werbezwecke missbraucht? Es gibt sicherlich genügend Menschen die hierdurch noch mehr verunsichert werden", so die Fragen, die dieses Plakat aufgeworfen hat.

Wir haben sie an den Christlichen Plakatdienst weitergegeben, der als Urheber auf dem Plakat zu finden ist. Die Antwort: "Dieses Plakat wurde nicht bewusst eingesetzt und hat nichts mit Corona zu tun. Es soll die Leute nicht verunsichern." Dennoch gibt es einige, die darauf eher verunsichert reagieren und es fehlplatziert finden.

Coronavirus forderte erstes Todesopfer im Kreis Traunstein

Immerhin gibt es auch im Landkreis Traunstein mittlerweile 26 am Coronavirus Erkrankte und seit Donnerstag auch schon ein Todesopfer zu beklagen. Eine 86-jährige Frau ist an den Folgen einer respiratorischen Insuffizienz (Lungenschwäche) gestorben. Im Landkreis Berchtesgadener Land sind es - Stand Freitagmorgen - 19 Infizierte, im Landkreis Mühldorf 16 und im Landkreis Altötting 18. In Rosenheim erreichte die Zahl der am Coronavirus Erkrankten mittlerweile die 100.

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"Es ist doch auch in diesen Zeiten wichtig, dass wir die Leute darauf hinweisen, dass sie ihre Sünden bekennen müssen, um mit Gott ins Reine zu kommen", argumentiert Herr Backhaus im Namen des Christlichen Plakatdienstes. Natürlich hätten auch ihn bezüglich dieses Plakates Beschwerden erreicht, aber er hätte auch positive Anrufe erhalten.

"Nehmen wir es einfach so an"

Bei uns sind die Botschaften des Christlichen Plakatdienstes derzeit in Traunstein, Traunreut und Übersee zu finden. "Das entscheiden die Plakatklebefirmen. Wenn sich in Deutschland Lücken ergeben, können wir dort unsere Plakate zu günstigen Konditionen aufhängen." Backhaus appelliert an die Kritiker: "Nehmen wir es einfach so an." Denn auch aus Traunstein hätte sich ein Bürger gemeldet, der das Plakat gesehen hätte und sich mit Gott auseinander setzen wollte. "Wir haben ihm, wie auf dem Plakat versprochen, eine Bibel zugesendet."

Fakt ist, ob sie uns stören oder nicht, die Plakate werden hängenbleiben. Wie lang liegt in der Hand der Plakatklebefirmen.

cz

Quelle: chiemgau24.de

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