Grundrechte vs. Gesundheit: Keine Demos mehr auf Traunsteiner Stadtplatz

Kritik nach Demos von vielen Seiten - Landrat: "Kann auch nicht mit 200 durch Ortschaft fahren"

Traunstein - Auch in Traunstein fanden am Wochenende mehrere Demonstrationen zur Erhaltung der Grundrechte statt. Vor allem unangemeldete Kundgebungen sorgten für viel Wirbel und Kritik. 

Am Samstag, 9. Mai, fanden auf dem Stadtplatz in Traunstein zu unterschiedlichen Zeiten insgesamt drei Demonstrationen von Gegnern der Maßnahmen zum Eindämmen der Corona-Epidemie statt. 

Obwohl die Teilnehmerzahl jeweils auf 50 Personen begrenzt war, berichteten zahlreiche regionale Politiker und Leser von chiemgau24.de von mehreren hunderten Menschen, welche sich nicht an die vorgeschriebenen "Corona"-Maßstäbe bzw. an den Mindestabstand hielten. 

Drei Demos in Traunstein

Dabei ist es wichtig, Folgendes zu unterscheiden: Wie das Landratsamt Traunstein auf Anfrage von chiemgau24.de erläuterte, nahmen an den einzelnen, angemeldeten Veranstaltungen nie mehr als 50 Personen teil. Zwischen 10 und 11 Uhr waren es laut Angaben von Polizei und Landratsamt 20 Menschen, zwischen 12 und 13 Uhr knapp unter 50 Personen und zwischen 15.30 und 16.30 Uhr 50 Personen. Diese Veranstaltungen isoliert betrachtet, wurden zum größten Teil ordnungsgemäß durchgeführt

Problem: Spontandemos

Das Problem sei gewesen, dass im "Verborgenen, in Facebook und WhatsApp-Gruppen" zu Spontan-Kundgebungen aufgerufen wurde, so das Landratsamt. Dies habe zu diesen - für viele Beobachter erschreckenden - Bildern geführt: Hunderte Personen ohne Mundschutz und Mindestabstand bewegten sich ähnlich wie auf dem Max-Josef-Platz in Rosenheim auf engsten Raum. Hinzu kam die große Anzahl an Passanten und Zuschauer, welche auf dem Marktplatz das Wetter genießen wollten. 

Für die Polizei sei dies auch keine einfache Situation gewesen, da zum Beispiel zusammengehörende Personen erkennungsdienstlich zu identifizieren sehr schwer gewesen sei. Eine Auflösung der Demonstration hätte unter Berücksichtigung aller Komponenten wohl nicht zum gewünschten Erfolg geführt, da auch die Veranstaltung äußerst friedlich abgelaufen sei. Zu der selben Beurteilung kam man übrigens auch Rosenheim. Alles zusammen sorgte dennoch für ein Bild, welches in Pandemie-Zeiten für viele Fragen und Kritik sorgte. 

Heftige Kritik von allen Seiten

Noch am selben Tag veröffentlichte Stadtrat Rolf Wassermann ein Video (von seiner Wohnung aus gedreht), welches die Situation am Samstag beschreibt. Der CSU-Politiker kommentierte seine Aufnahme mit den Worten: "Es geht weiter, als wenn nie etwas gewesen wäre. Es hat auch keiner ein Interesse eine Maske aufzusetzen. Ich fühle mich ehrlich gesagt richtig verarscht."

Des Weiteren kündigte Walch an, dass in Absprache mit dem Oberbürgermeister auf dem Stadtplatz in Traunstein in nächster Zeit keine derartige Veranstaltungen erlaubt werden. Abschließend meinte der Landrat: "Man kann gegen alles demonstrieren. Man kann auch gegen alles sein. Aber ich kann nicht, nur weil ich gegen Geschwindigkeitsbegrenzungen bin, mit 200 km/h durch die geschlossene Ortschaft fahren!"

Eure Meinung ist uns wichtig. Was haltet Ihr von den Grundrecht-Demos? Findet Ihr es einfach egoistisch gegenüber den Mitbürgern oder kämpft Ihr für die Grundrechte und seid vielleicht sogar selbst bei den Demonstrationen dabei? 

Erzählt uns, was Euch bewegt und schickt Eure Leserbriefe per Mail an termine@ovb24.de (Kennwort: "Corona-Demo" im Betreff). 

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mz

Quelle: chiemgau24.de

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