Darum wurde der Homöo-Bachelor eingestampft

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Traunstein - In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass die Pläne für einen Homöopathie-Studiengang in Traunstein eingestellt wurden. Jetzt liegt unserer Redaktion die Begründung vor:

Mit dem "Bachelor of Science in Complementary Medicine and Management, Vertiefungsrichtung Homöopathie EUH" wollte die Steinbeis-Hochschule Berlin an der Homöo-Akademie in Traunstein einen Studiengang anbieten, der "die Lehre der Klassischen Homöopathie mit moderner Medizin verbindet". In einem 36 Monate umfassenden Hochschulstudiengang wurde den Studenten auf der Homepage der Akademie eine "praxisnahe Ausbildung auf akademisch-wissenschaftlichem Niveau" garantiert.

Doch der Präsidenten der Steinbeis-Hochschule, Prof. Dr. Löhn, zog nun die Reissleine und teilte der Senatsverwaltung am 28. März 2014 mit, dass man die Planung für den Studiengang einstellen und die Genehmigung von 2012 zurückgeben werde. In einem Brief an die Akademieleitung in Traunstein, der unserer Redaktion jetzt vorliegt, erklärte Prof. Dr. Löhn: "Inzwischen hat die öffentliche Diskussion über diesen Bachelor of Science die sachliche Ebene verlassen. Für diese Ebene steht die Steinbeis-Hochschule nicht zur Verfügung. Wir wollen auch nicht, dass die Berliner Senatsverwaltung und die Akkreditierungs-Agentur stellvertretend dafür herhalten müssen." Löhn bezieht sich dabei wohl auch auf den Widerstand aus der Bevölkerung gegen den Studiengang, der Mitte Februar in einer Petition gegen den Homöopathie-Bachelor gipfelte.

Es müsse nun innerhalb der akademischen "Community geklärt werden, so der Präsident der Hochschule weiter, ob ein Studiengang Homöopathie in dem Katalog der inzwischen inflationären Anzahl von Studiengängen ein Platz für Homöopathie sei. Dann werde man weiter sehen. Die Steinbeis-Hochschule werde sich an dieser Diskussion nicht beteiligen.

Auch Akademie-Leiterin Anja Wilhelm wurde von der Nachricht überrumpelt: "Das Ende des Studienganges kam für uns sehr überraschend." Der Hintergrund für das Aus sei rein politisch. "Wie uns versichert wurde, liegt es nicht an eventuellen Mängeln im Konzept oder im Akkreditierungsprocedere." Die Zahlungen von Studenten des Vormoduls werde man nun selbstverständlich erstatten. Doch zur Zukunft der Homöo-Akademie in Traunstein wollte sich Wilhelm bislang nicht äußern. "Wir möchten zu diesem Zeitpunkt keine öffentliche Debatte über die Hintergründe oder die weiteren Perspektiven führen."

Quelle: chiemgau24.de

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