Hofbräuhaus Traunstein kontert mit Schmackes

Jetzt meckert auch der Werberat über den "Skandal-Bierdeckel"

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Das "Corpus Delicti": Die Werbung vom Hofbräuhaus Traunstein, zwei Mass Bier und ein Dekolleté. Weil die Bevölkerung immer sensibler gegenüber Sexismus würde, reagiert nun auch der Werberat - 2007 hatte er dagegen noch kein Problem.
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Traunstein/Berlin - Zuerst die Emma, jetzt der Deutsche Werberat: Ein 17 Jahre alter Bierdeckel vom Hofbräuhaus Traunstein steht wieder in der Kritik - ist das wirklich Sexismus? *Mit Voting*

Ein gut gefülltes Dirndl einer Bedienung, zwei Mass Bier und darüber der Spruch "Was darf's sein?" - schon im Frühjahr sorgte der Bierdeckel vom Hofbräuhaus für Aufsehen, weil die Frauenzeitschrift "Emma" zu einem Shitstorm gegen die Brauerei aufrief, der dann aber völlig ausblieb. Nun gibt es auch Kritik vom Deutschen Werberat.

Werberat: Bevölkerung immer sensibler gegenüber Sexismus

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Es seien "Beschwerden eingengen" über den Bierdeckel, teilt der Werberat dem Hofbräuhaus mit (der Brief liegt der Redaktion vor): "Die Beschwerdeführer sind der Auffassung, die Werbung sei sexistisch" und würde "Personen herabwürdigen und diskriminieren". In Verbindung mit dem Spruch "Was darf's sein?" würde der Eindruck erweckt, die Frau sei "sexuell verfügbar".

Interessant auch: Dem Werberat lagen schon vor zehn Jahren Beschwerden über die Werbung vom Hofbräuhaus vor. "Damals haben wir die Beschwerden noch zurückgewiesen. In den letzten Jahren ist jedoch eine zunehmende Sensibilisierung der Bevölkerung gegenüber Sexismus zu beobachten", so der Werberat im Schreiben an die Brauerei. 

"Das Dirndl ist keine Burka" - die Antwort vom Hofbräuhaus

Bernhard und Maximilian Sailer vom Hofbräuhaus Traunstein.

Die erbetene Stellungnahme aus Traunstein kam prompt: "Wir wissen natürlich, dass das Schwingen der Sexismus-Keule mittlerweile zum Standard-Programm vieler sogenannter Experten und Schutzpatronen der Frauenrechte gehört", so das Hofbräuhaus - doch das Bierfilzl zeige schlicht eine bayerische Bedienung im Dirndl bei der Arbeit, die ihre Gäste selbstverständlich fragt "Was darf's sein?".

"Das Dirndl ist keine Burka, sondern eine seit Jahrhunderten nahezu unveränderte bayerische Tracht und verstößt Gott sei Dank gegen keinerlei Vermummungsverbot", so das Hofbräuhaus in dem Antwortschreiben weiter. Außerdem: Genau nachgemessen nehmen die Bierkrüge auf der Werbung mehr als doppelt so viel Platz ein als das Dekolleté.

Noch hat der Deutsche Werberat keine offizielle Rüge gegen die Brauerei ausgesprochen, wie schon in anderen Fällen. Das Gremium berät noch. Doch Angst scheint man in Traunstein keine zu haben - und dementsprechend endet die Stellungnahme an den Werberat, unterschrieben von Bräu Maximilian Sailer, mit den Worten: "Hopfen und Malz erleichtern die Balz...pardon: Gott erhalt's!"

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xe

Quelle: chiemgau24.de

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