Verbrechen vor genau 20 Jahren

Mord bei Traunstein: Neue Hinweise nach TV-Ausstrahlung

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Eine Phantomzeichnung des potentiellen Täters.
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Nußdorf/Nürnberg - Eines der brutalsten Verbrechen, das je im Dienstbereich der Kriminalpolizei Traunstein begangen wurde, ist auch nach fast 20 Jahren noch ungeklärt. Am Samstagabend wurde der "Fall Langendonk" in einer TV-Doku auf VOX behandelt. Und tatsächlich gingen mehrere neue Hinweise bei der Kripo ein:

UPDATE, Sonntag, 9.45 Uhr:

Nach dem Fahndungsaufruf in den Medien und nach Ausstrahlung der TV-Sendung auf VOX gingen bei der Kripo gut 20 Hinweise ein. Die Kripo Traunstein hatte deswegen extra ein Hinweistelefon eingerichtet. Darunter waren auch einige Hinweise, die bereits in der Vergangenheit schon bekannt waren und auch Hinweise auf Personen, die in der Vergangenheit bereits überprüft worden sind.
Einige „neue“ Personen wurden als Verdächtige benannt, den Hinweisen geht die Kripo Traunstein nun nach. Zum Teil müssen dazu auch erst noch Personalien ermittelt werden. Personen müssen noch verifiziert und dann überprüft werden, um sagen zu können, ob sie als Täter in Betracht kommen. In letzter Konsequenz wird dann gegebenenfalls eine Alibiüberprüfung stattfinden.

Die Erstmeldung:

Ein unbekannter Täter tötete im Frühjahr 1997 bei Litzlwalchen im Landkreis Traunstein ein holländisches Ehepaar. Der Mordfall wird am Samstag, 7. Januar 2017, auf dem Sender "VOX" aufbereitet und um 22.30 Uhr in der Dokumentation "Mörderjagd – Wie Profiler ermitteln" ausgestrahlt. Die Kriminalpolizei Traunstein schaltet begleitend zur Sendung ein Hinweistelefon.

Anlässlich des 20. Jahrestages des grausamen und noch immer nicht aufgeklärten Verbrechens am Stadtrand von Traunstein geht die Kriminalpolizei in die Offensive. Der Fall ruhte über die Jahre nie und wurde als sogenannter "Cold Case" immer wieder weiterentwickelt. Die Ermittler stützten sich dabei zum einen auf neue Möglichkeiten der Kriminaltechnik, Forensik sowie Spurensicherung und Spurenauswertung und suchten zum anderen intensiv die Kontakte in das immer weiter zusammenwachsende europäische Ausland. Sie wurden dabei auch von den „Profilern“ der operativen Fallanalyse (OFA) des Polizeipräsidiums München unterstützt.

Auf einem Waldparkplatz an der Staatsstraße Nürnberg–Altenfurt/Feucht wurden in der Nacht zum Sonntag, 8. Juni 1997, in einem ausgebrannten Wohnmobil die Leichen der holländischen Staatsangehörigen Truus und Harry Langendonk gefunden. Das Ehepaar war Opfer eines Gewaltverbrechens geworden.

Ermittlungen ergaben, dass der Tatort des Doppelmordes am nördlichen Waldrand neben der Bundesstrasse 304 bei Litzlwalchen, Gemeinde Nußdorf im Landkreis Traunstein, liegt. Die Tatzeit dürfte am Samstag, 7. Juni 1997, gegen 18.00 Uhr, gewesen sein. Erst gegen 20.00 Uhr fuhren der oder die Täter mit dem Wohnmobil vom Tatort weg.

Am Sonntag, den 8. Juni 1997, gegen 2.00 Uhr nachts, nahm ein Taxifahrer unweit des Brandortes in Nürnberg-Altenfurt, Löwenberger Straße, einen männlichen Fahrgast auf, der am Hauptbahnhof in Nürnberg ausstieg. Von dort aus fuhr diese Person mit einem weiteren Taxi in den Landkreis Traunstein und ließ sich kurz nach 5.00 Uhr an der Bundesstraße 304 zwischen Aiging und Matzing in der Nähe des Tatortes absetzen. Dort verliert sich seine Spur.

Die Polizei und die Hinterbliebenen haben gemeinsam eine Summe von insgesamt 51.000 Euro zur Belohnung ausgesetzt.

Die Beamten der Kriminalpolizei Traunstein, die trotz jahrelanger intensiver Anstrengungen den Täter bisher nicht identifizieren konnten, beabsichtigen begleitend zur Ausstrahlung der Dokumentation ein Hinweistelefon zu schalten. Unter der Telefonnummer 0861/9873-0 werden Anrufe entgegengenommen, die vor allem nachfolgende Fragen beantworten sollen:

Aus dem Verhalten des Täters lassen sich Rückschlüsse auf dessen Ortskenntnis in unmittelbarer Tatortnähe schließen. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Täter einen Ortsbezug hat bzw. hatte.

  • Wer, insbesondere Anwohner oder Personen aus dem regionalen Umfeld des Tatortes, Gemeinde Nussdorf im Landkreis Traunstein, kann eine Person benennen, die zur fraglichen Tatzeit auf die Täterbeschreibung oder das Phantombild passen?

Täterbeschreibung:

  • Ca. 180 bis 185 cm groß, damals ca. 30 Jahre alt, schlanke Figur, blonde bis dunkelblonde Haare, nackenlang mit gleicher Länge auch über die Ohren reichend, sprach deutsch mit bayerischem oder österreichischem Dialekt.
  • Während der Taxifahrt von Nürnberg zurück in die Nähe des Tatortes war der Unbekannte bekleidet mit dunklem, evtl. braunem Sakko, Hemd und Krawatte.
  • Alle Beschreibungen zum tatverdächtigen Taxifahrgast beziehen sich auf das Jahr 1997! Der Mann sieht heute möglicherweise ganz anders aus. Auch könnte er bereits nach der Tat sein Aussehen deutlich verändert haben.

Derart schwere Delikte können den Täter über Jahre psychisch belasten. Dies führt oft dazu, dass sich dieser gegenüber Freunden und Bekannten anvertraut oder mit der Tat prahlt.

  • Wer kann sich möglicherweise an ein solches Gespräch erinnern?
Das Wirtshaus zum Schlossberg in Marquartstein, hier hielt sich das Ehepaar Langendonk am 07.06.97, zwischen ca. 12.30 Uhr und 14 Uhr auf.

Die letzten Tage und Stunden vor dem Gewaltverbrechen können recht genau nachvollzogen werden. Demzufolge dürften sich die Langendonks am Freitag, 6. Juni 1997, auf der Insel Herrenchiemsee aufgehalten haben. Dort wurden sie zwischen 09.00 Uhr und 11.00 Uhr am Bootsanlegesteg gesehen. Am Samstag, 7. Juni 1997 befand sich das Ehepaar zwischen 12.30 Uhr und 14.00 Uhr im Wirtshaus zum Schlossberg in Marquartstein, gegen 14.30 Uhr erfolgte ein Telefonat aus einer Telefonzelle in Siegsdorf, Bahnhofstraße. Anschließend fuhren sie nach Litzlwalchen und hielten sich zur Rast am Waldrand auf. Dort wurde gegen 18.00 Uhr ihr Leben gewaltsam beendet.

  • Wer konnte das kontaktfreudige Ehepaar am Freitag, 6. Juni, oder Samstag, 7. Juni, zusammen mit anderen Personen beobachten?
  • Wer ist am Freitag, 6. Juni, oder Samstag, 7. Juni, möglicherweise selbst mit dem kontaktfreudigen Ehepaar ins Gespräch gekommen?
  • Informationen werden auch auf den Auftritten in den sozialen Netzwerken des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, www.facebook.com/polizeiOBS und https://twitter.com/polizeiOBS, zur Verfügung gestellt.

Pressemeldung Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Quelle: chiemgau24.de

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