Arbeitsmarktreport für die Region veröffentlicht

Winter ist schuld: Anstieg der Arbeitslosenzahlen

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Landkreis - Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein betrug im Januar 4,3 Prozent, eine Steigerung gegenüber Dezember um 0,8 Prozentpunkte.

2.215 Menschen mehr als im Vormonat, aber 30 weniger als im Vorjahresmonat sind arbeitslos. Insgesamt sind in den vier Landkreisen 11.577 Menschen auf Arbeitssuche

Die Arbeitslosenquoten in den einzelnen Landkreisen: 

Traunstein 3,8 Prozent; Altötting 4,1 Prozent, Berchtesgadener Land 5,4 Prozent und Mühldorf 4,5 Prozent. Die 11.577 Menschen sind nach Rechtskreisen wie folgt verteilt: 

7.067 Arbeitslose sind Kunden der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III), das sind 2.306 mehr als im Dezember, ein Anstieg um 48,4 Prozent. Im Rechtskreis SGB II, den die Jobcenter umsetzen, sind es 91 Menschen oder 2 Prozent weniger als im Dezember. 

Stichwort Winterabeitslosigkeit

"Diese unterschiedliche Entwicklung ist in der Winterarbeitslosigkeit der Außenberufler begründet, von denen die meisteneine Wiedereinstellungszusage für das Frühjahr haben", erläutert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, "mit saisonalen Schwankungen müssen wir jedes Jahr umgehen." 

Jutta Müller weiter:"Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung können aus den vorliegenden Daten jedenfallsnicht abgeleitet werden." 1.134 Arbeitslose sind jünger als 25 Jahre, darunter 213 unter 20 Jahre. Die Arbeitslosenquote der Jüngeren beträgt 3,4 Prozent, dies entspricht exakt dem Vorjahreswert. Sie liegt deutlich unter der auf alle Arbeitslosen bezogenen Arbeitslosenquote. 

4.124 arbeitslose Menschen sind älter als 50, darunter 2.590 älter als 55 Jahre. Der Anteil dieser Altersgruppe an allen Arbeitslosen beträgt 35,6 Prozent. Gegenüber Dezember bedeutet dies einen Anstieg um 702 (20,5 Prozent), gegenüber Januar 2016 aber einen Rückgang um 41 (1,1 Prozent). 

Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vergleich zum Vorjahr abgenommen

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen liegt mit 2.368 zwar um 20 (0,9 Prozent) über dem Wert vom Dezember, im Vorjahresvergleich jedoch um 143 (5,7 Prozent) niedriger. 2.443 Abmeldungen und 4.654 Arbeitslosmeldungen im Berichtsmonat machen die Bewegung auf dem Arbeitsmarkt deutlich. 

"Eine genaue Betrachtung der Neumeldungen zeigt uns, dass sich 3.350 Menschen direkt aus Erwerbstätigkeit in unseren Agenturen gemeldet haben", erläutert Müller, "das sind knapp72 Prozent. Für uns bedeutet dies, dass sich der weitaus über-wiegende Anteil dieser Kunden innerhalb der nächsten drei Monate, sobald die Witterung es zulässt, wieder abmelden wird." 

424 freie Stellen mehr als im Dezember

Der Stellenbestand ist mit insgesamt 3.089 Angeboten nur moderat um 95 zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 424 Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 679 neue Stellen, das waren 92 weniger als vor einem Jahr. 

Landkreis Traunstein 

Im Landkreis Traunstein lag die Arbeitslosenquote im Januar mit 3,8 Prozent auf dem Niveau des Vergleichsmonats des Vorjahres.

Gegenüber dem Dezember 2016 bedeutet dies einen Anstieg um 0,8 Prozentpunkte (745 Menschen). Insgesamt sind 3.517 Menschen gemeldet. Darunter sind 363 jünger als 25 Jahre, ein Anstieg um 121 im Vergleich zu Dezember und ein Zuwachs um 15 im Vorjahresvergleich. 

1.291 Ältere über 50 Jahre, das sind 223 mehr als im Dezember und 32 mehr als im Januar 2016, nehmen einen Anteil von 36,7 Prozent der Gesamtzahl der Arbeitslosen ein. Darunter sind 791 älter als 55 Jahre. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 685, das sind 7 weniger als im Dezember und 7 mehr als im Vergleichsmonat 2016.

Auf der Suche nach Fachkräften bei den Langzeitarbeitslosen

"Wer lange arbeitslos ist, verlernt oftmals auch das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und in die gelebte Berufserfahrung. Wir wissen, dass es auch in dieser Gruppe Fachkräfte zu finden gilt" appelliert Müller. 

271 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 25 mehr als im Dezember, jedoch 3 weniger als im Vorjahresmonat 1.592 Neumeldungen wurden registriert. Das sind 627 mehr als im Dezember und entspricht einem Anstieg um 65,0 Prozent. Im Vorjahr waren es 19 mehr. 

843 Abmeldungen

Den Neumeldungen stehen 843 Abmeldungen gegenüber, das sind 75 mehr als im Dezember. Hiervon gingen 410 Menschen wieder in Erwerbstätigkeit, 95 Menschen in Ausbildung und/oder Qualifizierung und 338 in Nichterwerbstätigkeit (Rente, Erziehungszeit etc.). 

"Auch im Landkreis Traunstein unterscheiden sich die Zugangszahlen nach den Rechtskreisen", analysiert Müller „82,5 Prozent der Neumeldungen erfolgten bei der Agentur (SGB III), der Anteil des Jobcenters beträgt 17,5 Prozent“. 953 Stellen sind im aktuellen Bestand, 23 weniger als im Vormonat und 13 mehr als im Januar des Vorjahres. 221 Angebote wurden neu aufgenommen.

Landkreis Altötting 

Die Arbeitslosenquote imLandkreis Altötting betrug im Januar 4,1 Prozent, das ist ein Anstieg gegenüber Dezember um 0,7 und ein Rückgang um 0,1 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahresmonat. 

2.522 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet, 439 mehr als im Dezember und 6 weniger als im Vergleichsmonat 2016. Darunter sind 259 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 45 mehr als im Vormonat und 10 mehr als im Januar des Vorjahres. 

918 Ältere über 50 Jahre, das sind 156 mehr als im Dezember, jedoch 35 weniger als im Januar 2016, nehmen einen Anteil von 36,4 Prozent der Gesamtzahl der Arbeitslosen ein. Darunter sind 603 älter als 55 Jahre. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 505, das sind 5 mehr als im Dezember und 64 weniger als im Vergleichsmonat 2016; 

Berufsweg arbeitsloser Menschen eine Chance geben

"das darf uns jedoch nicht dazu verleiten, im Engagement nachzulassen. Vielmehr sehen wir den gesellschaftlichen Auftrag, der sich hinter diesen Zahlen verbirgt. Er lautet auch, dem Berufsweg dieser Menschen eine Chance zu geben. Und je länger es dauert, umso mehr Chancen müssen es sein", so Müller.

198 Menschen mit Schwer-behinderung sind gemeldet, 26 mehr als im Dezember und 1 mehr als im Vorjahresmonat. 432 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, dem stehen 872 Neumeldungen gegenüber. Hiervon kamen 593 Menschen aus Erwerbstätigkeit. 

"Auch im Landkreis Altötting unterscheiden sich die Zugangszahlen nach den Rechtskreisen", analysiert Müller "75,3 Prozent der Neumeldungen erfolgten bei der Agentur (SGB III), der Anteil des Jobcenters beträgt 24,7 Prozent". 582 Stellen sind im aktuellen Bestand, 10 weniger als im Vormonat und 98 mehr als im Januar des Vorjahres. 143 Angebote wurden neu aufgenommen.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote imLandkreis Berchtesgadener Land betrug im Januar 5,4 Prozent. Sie liegt damit um 0,4 Prozentpunkte unter dem Wert des Vorjahresmonats. Insgesamt waren 2.741 Menschen arbeitslos gemeldet, 531 (24,0 Prozent) mehr als im Vormonat, aber 145 (5,0 Prozent) weniger als im Januar 2016.

Unter den derzeit 2.741 arbeitslosen Menschen sind 234 (Vorjahr 282) jüngere unter 25 Jahren; davon sind 43 unter 20 Jahre alt, 18 mehr als im Dezember und 3 weniger als im Vorjahresmonat. 1026 Ältere über 50 Jahre, das sind 193 mehr als im Dezember, jedoch 31 weniger als im Januar 2016, nehmen einen Anteil von 37,4 Prozent der Gesamtzahl der Arbeitslosen ein.

Darunter sind 664 älter als 55 Jahre. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 528, das sind 17 mehr als im Dezember und 6 weniger als im Vergleichsmonat 2016. "Langzeitarbeitslosigkeit betrifft alle Altersgruppen und kann sehr unterschiedliche Gründe haben" erklärt Müller, "wir brauchen deshalb verschiedene Konzepte, die die jeweiligen Ursachen beachten , um den Menschen wieder in Erwerbstätigkeit zu bringen" so Müller. 

205 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 8 mehr als im Dezember, aber 8 weniger als im Vorjahresmonat. 675 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Dem stehen 1.202 Neumeldungen gegenüber. Hiervon kamen 945 Menschen aus Erwerbstätigkeit. 

"Auch im Landkreis Berchtes-gadener Land unterscheiden sich die Zugangszahlen nach den Rechtskreisen", analysiert Müller. 87,1 Prozent der Neumeldungen erfolgten bei der Agentur (SGB III), der Anteil des Job-Centers beträgt 12,9 Prozent. DerStellenbestand umfasst 769 Angebote, das sind 29 weniger als im Dezember und 226 mehr als im Januar des Vorjahres. 159 Stellen wurden neu gemeldet.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote imLandkreis Mühldorf betrug im Januar 4,5 Prozent und lag damit exakt auf dem Niveau des Vorjahresmonats. 2.797 Menschen waren im Januar arbeitslos gemeldet, 500 (21,8%) mehr als im Dezember und 73 (2,7%) mehr als im Vergleichsmonat 2016. 

Darunter sind 278 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 30 mehr als im Vormonat und 23 mehr als im Januar des Vorjahres. 889 Ältere über 50 Jahre, das sind 130 mehr als im Dezember, jedoch 10 weniger als im Januar 2016, nehmen einen Anteil von 31,8 Prozent der Gesamtzahl der Arbeitslosen ein. Darunter sind 532 älter als 55 Jahre.

Bitte um neutrale Haltung gegenüber Langzeitarbeitslosen

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen beträgt 650, das sind 5 mehr als im Dezember und 80 weniger als im Vergleichsmonat 2016. "Wir wenden uns an Arbeitgeber und werben bei jeder Bewerbung aus Langzeitarbeitslosigkeit um eine neutrale Haltung , die auf die Perspektive und das Können gerichtet ist und arbeitslose Zeit wohlwollend in den Hintergrund treten lässt", appelliert Müller.

226 Menschen mit Schwerbehinderung sind gemeldet, 24 mehr als im Dezember, jedoch 13 weniger als im Vorjahresmonat.493 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, dem stehen 988 Neumeldungen gegenüber. Hiervon kamen 647 Menschen aus Erwerbstätigkeit. 

"Auch im Landkreis Mühldorf unterscheiden sich die Zugangszahlen nach den Rechtskreisen", analysiert Müller "74,1 Prozent der Neumeldungen erfolgten bei der Agentur (SGB III), der Anteil des Jobcenters beträgt 25,9 Prozent". 765 Stellen sind im aktuellen Bestand, 33 weniger als im Vormonat und 87 mehr als im Januar des Vorjahres. 156 Angebote wurden neu aufgenommen.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Traunstein

Quelle: chiemgau24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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