Weitere Belege für Chiemgau-Impakt?

Krater-Streufeld größtes seiner Art weltweit!

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Der vor rund 30 Jahren bei Grabenstätt aufgefundene acht Kilo schwere Eisensilizid-Brocken mit Hapkeit-2T sei sehr wahrscheinlich außerirdischen Ursprungs und gehöre somit wohl zu einem ganz neuen Meteoritentyp, so die Forscher des Chiemgau Impact Research Teams (CIRT) beim öffentlichen Vortrag „Irdische und himmlische Überraschungen – aktuelle Forschungsergebnisse zum Chiemgau Kometen“, der sich der Jahreshauptversammlung des Forschungsfördervereins Chiemgau Impakt anschloss. Zu dieser Erkenntnis gelangten sie Ende letzten Jahres.

Grabenstätt - Zwischen Altötting und dem Chiemsee soll einst ein kosmischer Körper verheerende Zerstörung angerichtet haben. Die Chiemgauer Impact-Forschungsgruppe CIRT hat nun neue Erkenntnisse zum Meteoriteneinschlag:

Unter dem Titel „Irdische und himmlische Überraschungen – aktuelle Forschungsergebnisse zum Chiemgau Kometen“ präsentierte die seit 2004 bestehende Chiemgau Impact-Forschungsgruppe CIRT im Gasthaus „Zum Aubräu“ die neuesten Forschungsergebnisse zum – nach Angaben der Impaktforscher – immer besser belegten Meteoriteneinschlag, wonach ein kosmischer Körper zwischen 2200 und 300 vor Christus (Bronzezeit/Keltenzeit) in Südostbayern eingeschlagen sei und zwischen Altötting und dem Chiemsee ein elipsenförmiges Kraterstreufeld und immense Zerstörungen hinterlassen habe

Was eine genauere Datierung anbelange, befinde man sich „auf einem guten Weg“ und könne „vielleicht schon 2019 mehr dazu sagen“, so CIRT-Forscher Dr. Michael Rappenglück.

Eingangs beschäftigte er sich mit der spannenden Frage, was in den Wissenschaften eigentlich „anerkannt“ bedeute. „Wenn eine Hypothese, sofern die Methoden ordnungsgemäß angewandt worden sind, nicht eindeutig widerlegbar ist und/oder es empirische (nachprüfbare) Bestätigungen gibt, dann ist sie bis zu einer etwaigen sicheren Widerlegung wissenschaftlich anerkannt“, betonte der Wissenschaftler. Im Gegensatz zum CIRT-Forscherteam hätten die Geologen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) „keine Argumente und auch keine Veröffentlichungen getätigt, die unsere Argumente widerlegen“, so Rappenglück. 

Impakt verursacht größtes Streufeld seiner Art weltweit

Im Vergleich zu anderen nacheiszeitlichen Kometeneinschlägen sei der Chiemgau Impakt als solcher durch Schockmetamorphose eindeutig belegt. Besonderheiten seien auch die Größe des Krater-Streufeldes (60 mal 30 Kilometer), das größte seiner Art weltweit, die Zahl der Krater (zirka 100), die Größe des Tüttensee-Kraters (600 Meter im Durchmesser), der Nachweis besonderer, teilweise exotischer Stoffe wie Chiemit, trigonales Hapkeit, Dicalcium-Dialuminat, Krotit und Khamrabaevit, die direkte Einbettung der Impaktschicht in eine archäologische Stratigraphie, die vergleichsweise gute Datierung und die vermutliche Überlieferung der Beobachtung im Mythos des Phaeton. 

Eisensilizid-Brocken wahrscheinlich außerirdisch

Besonders hervorgehoben wurde der acht Kilogramm schwere Eisensilizid-Brocken mit Hapkeit-2T, der vor rund 30 Jahren bei Grabenstätt aufgefunden worden war. Seit Ende letzten Jahres sei man sich ziemlich sicher, dass er „sehr wahrscheinlich außerirdischen Ursprungs ist und wohl zu einem ganz neuen Meteoritentyp gehört“, so Rappenglück. Beachtlich sei auch, dass die geltenden Impakt-Kriterien „Schockeffekte“, „Shatter Cones“, „Meteoritenbruchstücke“ und „direkte Beobachtung“ im Streufeld des Chiemgau-Impakts alle erfüllt seien. „Jedes für sich gilt bereits als Bestätigung für ein Impaktereignis“, so Rappenglück. 

Zahlreiche Untersuchungen sprechen für Impakt-These

Untersuchungen hätten ergeben, dass das verheerende Impaktereignis mit extremen Drücken und Temperaturen einhergegangen sei und ein Erdbeben der „Magnitude 7“ ausgelöst haben dürfte, so CIRT-Forscher Professor Dr. Kord Ernstson. Untersuchungen von herkömmlichen Erdbeben hätten ähnliche Ergebnisse ans Tageslicht befördert. Auch die besonders im Raum Kienberg auftretenden Donnerlöcher seien letztlich darauf zurückzuführen. Dass man bei Bauvorhaben in der Region von offizieller Seite zunehmend zu Rate gezogen werde, spreche für sich. 

Bestätigt werde die Impaktthese zudem durch die nachgewiesenen geologischen Katastrophenschichten und die Chiemsee-Tsunami-Ablagerungen, so der Geophysiker. Nach den erfolgreichen Bodenradaruntersuchungen habe man nun auch mit Hilfe des neuen digitalen Geländemodells ausschließen können, dass die ungewöhnlichen Kraterformen am Tüttensee auf eine eiszeitliche Bildung oder menschliches Wirken zurückzuführen seien. 

Die vor einigen Jahren am Tüttensee vorgenommenen Bohrungen des Landesamtes für Umwelt hätten den geltenden wissenschaftlichen Standards nicht entsprochen und so könnten deren Ergebnisse nicht als glaubwürdige Chiemgau-Impakt-Gegenargumente angesehen werden

mmü

Quelle: chiemgau24.de

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