Leiharbeit ersetzt die Stammbelegschaft

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Landkreis - Der DGB kritisiert die aktuelle Entwicklung um den Anstieg der Leiharbeit: Leiharbeiter als günstige Arbeitskräfte würden mittlerweile ganze Stammbelegschaften ersetzen.

Die Zahl der Leiharbeitsverhältnisse in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land stieg in den vergangenen Jahren um 123 Prozent an.

Absolut hat sich die Zahl der Leiharbeitskräfte um 856 erhöht. 2011 gab es in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land 1552 Leiharbeiter. Die Zahl der sozialversicherten Jobs ist in den vergangenen zwei Jahren um 3650 auf gut 87 000 gestiegen.

Laut DGB frisst sich mit dem Boom der Leiharbeit schlecht bezahlte und instabile Beschäftigung in den Arbeitsmarkt. Etwa die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse würden nach weniger als drei Monaten wieder beendet. Das führe zu einem sehr hohen Risiko der Arbeitslosigkeit im Verleihgewerbe, so der DGB-Regionsvorsitzende Günter Zellner.

Er kritisiert vor allem, dass Leiharbeit nicht mehr nur dazu diene, personelle Engpässe zu überwinden. Mehr und mehr werde sie von einigen Betrieben systematisch eingesetzt, um mit den schlechten Leiharbeitslöhnen Geschäfte zu machen.

Günther Zellner, DGB:

O-Ton

Auch die Leiharbeit in Stadt und Landkreis Rosenheim boomt. Zwischen Juni 2009 und Juni 2011 habe sich die Leiharbeit mit einer Zunahme von 110 Prozent mehr als verdoppelt, so der Regionsvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Günther Zellner im Gespräch mit Radio Charivari.

Mit dem Boom der Leiharbeit fresse sich schlecht bezahlte und instabile Beschäftigung in den Arbeitsmarkt, so Zellner weiter. Etwa die Hälfte der Leiharbeitsverhältnisse werde nach weniger als drei Monaten wieder beendet.

Laut Zellner sind Leiharbeiter früher in Firmen eingesetzt worden um zusätzliche Arbeiten zu verrichten. Mittlerweile würde aber durch Leiharbeiter die Stammbelegschaft ersetzt, so Zellner im Interview.

Auf der anderen Seite würden Leiharbeiter schlechter verdienen, so Zellner. Im Schnitt seien es 1000 Euro weniger, als festangestellte Arbeitnehmer im Monat erhielten.

Quelle: Bayernwelle SüdOst

Rubriklistenbild: © pa

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