Prozess wegen versuchten Mordes

Urteil in Traunstein: Drei Burghauser müssen lange ins Gefängnis

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    Raphael Weiß
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Traunstein/Burghausen – Am Freitag fiel das Urteil im Prozess gegen drei Burghauser, die sich wegen gemeinschaftlich versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung verantworten mussten. Die drei Männer müssen lange ins Gefängnis:

UPDATE, 10.55 Uhr - Urteil:

Das Landgericht in Traunstein unter Vorsitz von Richter Erich Fuchs hat ein Urteil gefällt: Die drei angeklagten Männer aus Burghausen sind schuldig des versuchten Totschlags, der gefährlichen Körperverletzung und der unterlassenen Hilfeleistung. Alle drei müssen für Jahre ins Gefängnis. 

Eine Haftstrafe von vier Jahren, sowie zwei Haftstrafen von jeweils dreieinhalb Jahren verhängte das Gericht. Zwei der Männer werden wegen ihrer Drogensucht außerdem in eine Entzugsanstalt eingewiesen. 

Die Staatsanwaltschaft plädierte ursprünglich auf versuchten Mord, die Verteidiger sahen in den Taten dagegen nur eine gefährliche Körperverletzung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, binnen einer Woche können Staatsanwaltschaft und Verteidigung Rechtsmittel dagegen einlegen.

Der Vorbericht:

Die Anklage lautet auf gemeinschaftlich versuchten Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.

Das ist offenbar passiert:

  • Der Geschädigte hatte sich bei seinen späteren Peinigern eine „nicht näher bekannte Menge einer zentral dämpfenden Substanz“ spritzen lassen.
  • Es kam zum Atemversagen und Verlust des Bewusstseins.
  • Die drei Angeklagten aus Burghausen sollen daraufhin den Geschädigten geschlagen und ihm eine selbst hergestellte Salzlösung gespritzt haben, um ihn „zurück“ zu holen.
  • Zeugen sollen die Angeklagten darauf hingewiesen haben, dass der Geschädigte dringend ärztliche Versorgung braucht.
  • Die Angeklagten sollen weiter eine ausgebildete Ersthelferin davon abgehalten haben, Hilfe zu leisten. Einer schlug sie laut Ermittlungen mit der flachen Hand ins Gesicht. Die Angeschuldigten haben dieser Zeugin das Handy abgenommen. „Du rufst keinen Krankenwagen!“.
  • Der Geschädigte wurde offenbar anschließend in eine Badewanne verbracht und „fortlaufend mit kaltem Wasser übergossen“.
  • Die Anklage sieht nach der offenbar eingetretenen Blaufärbung im Gesichtes des Geschädigten, dass die Angeschuldigten „zumindest billigend“ eine Unterkühlung des Geschädigten in Kauf genommen haben.
  • Heftige Schläge sollen ihm zu diesem Zeitpunkt angetan worden sein.
  • Erneut wurden die Angeschuldigten laut Anklage danach durch Zeugen dazu animiert, den Notarzt zu rufen, was die allerdings weiter ablehnten.

Schließlich wurde doch den Notarzt gerufen, der dann auch eintraf. Da hatten die Angeschuldigten laut Ermittlungen die Wohnung aber schon verlassen.

Mit dem Handy gefilmt

Wie das Wochenblatt über den jüngsten Prozesstag berichtet, haben die drei Männer im Alter zwischen 21 und 42 Jahren ihre Taten mit Handys gefilmt. Dies hat offenbar die Beweisaufnahme im Rahmen des Prozesses erleichtert. Das 26-jährige Opfer habe sich im Rahmen der Verhandlung "äußerst ungewöhnlich" verhalten, so das Blatt weiter. Der Mann hat sich offenbar nachträglich mit der lebensbedrohlichen Behandlung in der Wohnung einverstanden erklärt.

Das Urteil soll am Freitag um 10.30 Uhr fallen. innsalzach24.de berichtet aus dem Gerichtssaal.

Quelle: chiemgau24.de

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