Kommunales Wildtierverbot gefordert 

Peta-Kritik: Circus Voyage mit Giraffen und Elefanten in Trostberg

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Elefanten und eine Giraffe auf dem Gelände des "Circus Voyage" in ihren Gehegen. PETA kritisiert die Haltung der Wildtiere. 
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Trostberg - Ab Donnerstag gastiert der Circus Voyage in Trostberg. Die geplanten Vorstellungen bringen Tierschützer auf die Palme - denn der Zirkus besitzt zahlreiche exotische Wildtiere.

Das möchte die Tierrechtsorganisation nicht so hinnehmen: Peta verweist auf die mangelhaften Haltungsbedingungen der Tiere des Circus Voyage und erhebt damit schwere Vorwürfe gegen den Zirkusbetrieb. Circus Voyage besitzt unter anderem Giraffen und Elefanten. 

Die Vorwürfe kommen nicht haltlos daher: Bei einem Gastspiel in Berlin im Mai 2017 dokumentierte die Veterinärbehörde zahlreiche Tierschutzmissstände. Bei einer Nachkontrolle biss ein Hund des Zirkus' einen Berliner Amtsveterinär und einen Polizisten. Gegen den Zirkusdirektor wurde Strafanzeige erstattet. 

Kommunales Wildtierverbot gefordert

Angesichts dieser gravierenden Tierschutzproblematik appelliert Peta an den Stadtrat von Trostberg, endlich ein kommunales Wildtierverbot zu beschließen – hierfür stellt die Tierrechtsorganisation einen Musterantrag für Kommunalparteien zur Verfügung. Zu Wildtieren zählen insbesondere Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Großbären, Großkatzen, Nashörner, Primaten ab Makakengröße und Wölfe. 

Flächenvermieter und Städte sollten ihren Handlungsspielraum nutzen, um Zirkussen mit Wildtieren den Auftritt zu untersagen. Die Stadt Wasserburg beispielsweise ist im Oktober 2016 bereits mit gutem Beispiel voran gegangen und hat beschlossen, Zirkusse mit Wildtieren künftig nicht mehr in der Innstadt begrüßen zu wollen

Verhaltensstörungen, Krankheiten und früher Tod

Circus Voyage sei der letzte Zirkus in Deutschland, der noch Giraffen mitführe. Das erklärt Peta in einer aktuellen Pressemitteilung. Schriftlich heißt es darin: "Der hierfür erforderliche Großraumtransport ist mit hohen Anforderungen verbunden, um den aufrechten Stand der Tiere zu ermöglichen. Laut Tierschützern, die den Giraffentransport 2017 dokumentierten, müssen die Tiere bei Circus Voyage nach den bis zu vier Stunden langen Fahrten mitunter noch den ganzen Tag auf den Transportern ausharren. Eine artgerechte Unterbringung von Tieren in Zirkussen ist systembedingt nicht möglich."

Peta kritisiert zudem die mangelhafte Haltung von Flusspferd Jedi, der sein Dasein als Herdentier beim Circus Voyage allein in einem kleinen Wassertank fristen müsse. Die schlechten Haltungsbedingungen würden zu gesundheitlichen Problemen führen

Tiere seien nicht da, um zu unterhalten. Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirku s. Die Unterbringung in kleinen Gehegen, die ständigen Transporte sowie die von Gewalt und Zwang geprägte Dressur würden zu Verhaltensstörungen, Krankheiten und oftmals zu einem frühen Tod führen.

Proteste gegen Zirkusse mit Wildtieren

Circus Voyage ist nicht der einzige Betrieb, der Kritik einstecken muss. Auch Zirkus Krone hat in der Vergangenheit bereits in der Region gastiert und viel Gegenwind aushalten müssen. In Traunstein und in Burghausen gaben die jeweiligen Stadtoberhäupter eine Stellungnahme zu den Auftritten ab. In Rosenheim hat Animals United e.V. im Juni 2016 eine stille Protestaktion gegen die Wildtierhaltung ins Leben gerufen. In Ainring gab es lautstarke Proteste von Tierrechtlern

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Pressemitteilung PETA/mb

Quelle: chiemgau24.de

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