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Diesen Einfluss hat die Corona-Pandemie auf die Bergunfälle

Trotz mehr Bergtoten 2021: Warum der DAV dennoch ein positives Fazit zu den letzten Jahren zieht

Der Deutsche Alpenverein (DAV) blickt mit Hinsicht auf die Unfall- und Todeszahlen zufrieden auf die vergangenen beiden Jahre zurück.
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Der Deutsche Alpenverein (DAV) blickt mit Hinsicht auf die Unfall- und Todeszahlen zufrieden auf die vergangenen beiden Jahre zurück. (Symbolbild)

Der Deutsche Alpenverein (DAV) hat Bilanz zu den Bergunfällen seiner Mitglieder in den Jahren 2020 und 2021 gezogen. Wie die Corona-Pandemie die Zahlen beeinflusste und weshalb trotz steigender Todeszahlen ein positives Resümee gezogen werden kann, erfahrt Ihr hier:

München – Bereits seit 70 Jahren veröffentlicht der Deutsche Alpenverein (DAV) alle zwei Jahre seine Bergunfallstatistik. Auch in diesem Jahr war es wieder so weit – betrachtet wurde der Zeitraum vom 1. November 2019 bis zum 31. Oktober 2021. Als Grundlage der Daten werden ausschließlich Meldungen zu Unfällen von den insgesamt 1,4 Millionen DAV-Mitgliedern weltweit herangezogen.

„Daraus ergibt sich die besondere Bedeutung der DAV-Unfallstatistik: Aufgrund der über Jahrzehnte kontinuierlich erfassten Unfallzahlen können aussagekräftige Rückschlüsse auf das Unfallgeschehen – und das Unfallrisiko – in den Bergen im Allgemeinen gezogen werden. Indem die Grundgesamtheit (= Mitglieder) bekannt ist und aus Umfragen im Mitgliedermagazin ,Panorama‘ die Expositionszeiten in den Bergsportdisziplinen zu errechnen ist, kann außerdem das individuelle Bergsportrisiko und dessen Entwicklung über einen langen Zeitraum ermittelt werden“, erklärt der Alpenverein.

Un- und Notfälle um rund 25 Prozent gesunken

Grundlegend blickt der DAV vor allem auf das vergangene Jahr zufrieden zurück: „Die Un- und Notfälle unter den DAV-Mitgliedern sind im Vergleich zum Vorjahr um ein Viertel gesunken und haben damit erneut einen Tiefstand erreicht“, heißt es bei der Präsentation der Statistik.

In absoluten Zahlen bedeutet dies: Während die Unfallzahl im Jahr 2020 mit 925 noch knapp an der 1000er-Marke kratzte, waren es 2021 nur mehr 669. Damit liegt die Zahl auch deutlich unter dem Mittelwert der letzten 20 Jahre – dieser beträgt 777 Unfälle.

Im gesamten Berichtszeitraum wurden 1604 Unfälle und Notfälle mit insgesamt 2030 Betroffenen gemeldet. Das entspricht einer Verringerung der Unfallzahlen um 14 Prozent im Vergleich zu den Jahre 2018 und 2019. Betrachtet man die Quote im Vergleich zu den gestiegenen Mitgliederzahlen, fällt diese Abnahme mit 19 Prozent sogar noch größer aus.

Todeszahlen steigen an, aber…

Weniger erfreulich hingegen: Die Todeszahlen stiegen im Vergleich zum Vorjahr leicht an. 2020 verloren 29 DAV-Mitglieder ihr Leben in den Bergen, 2021 waren es 32. Der relative Anteil an Bergtoten mit Hinblick auf die Gesamtzahl an Mitgliedern ist hingegen weiter verschwindend gering und liegt bei gerade einmal 0,002 Prozent.

Die Unfallzahlen im langjährigen Vergleich.

Die mit Abstand meisten Bergtoten verzeichnete der Deutsche Alpenverein übrigens im Jahr 2003, damals waren es 66 – bei noch deutlich weniger Mitgliedern. Der Mittelwert der letzten 20 Jahre liegt mit 42 deutlich über den Zahlen der beiden vergangenen Jahre. „Obwohl immer mehr Menschen in den Bergen unterwegs sind und die absoluten Unfallzahlen langfristig zunehmen, nimmt die Anzahl der Toten nicht zu“, schätzt Julia Janotte von der DAV Sicherheitsforschung die Situation ein.

Notfälle auf Skipisten stark gesunken – dank Corona

Ein Grund für das Rekordtief ist Angaben des DAV zufolge der starke Einbruch der Unfallzahlen im Winter 20/21. „Insgesamt wurden nur 38 Notfälle vom Pisten-Skifahren und Freeriden gemeldet, was auf den langen Lockdown, in dem die Skigebiete geschlossen waren, zurückzuführen ist“, so der Alpenverein weiter. Auch beim Skitouren gehen gab es einen Rückgang der Un- und Notfälle – vermutlich aufgrund von eingeschränkten Reisemöglichkeiten in Nachbarländer.

Insgesamt standen die vergangenen Jahre ganz im Zeichen der Corona-Pandemie. „Vor allem während der strengen Lockdowns und Ausgangssperren hielten sich die DAV Mitglieder großteils an die Appelle von Politik und Alpenverein und waren weniger bzw. defensiver unterwegs, was sich in niedrigen Unfallzahlen während diesen Zeiträumen widerspiegelt“, erklärt der Deutsche Alpenverein.

aic/Deutscher Alpenverein (DAV)

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