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Verwirrung um Stopp der Erstimpfungen in bayerischen Impfzentren: Ministerium relativiert Anweisungen

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War Tschernobyl schuld am Krebsdrama?

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Diese Grafik zeigt die Kontanimation in Deutschland nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986

Waging - Der verstorbene Grünen-Politiker Sepp Daxenberger sagte einmal, er glaube, der GAU von Tschernobyl sei Schuld an seinem Krebs. Wie groß ist diese Strahlengefahr heute?

Stichwort Tschernobyl:

Die Katastrophe von Tschernobyl ereignete sich am 26. April 1986 im Kernkraftwerk Tschernobyl nahe der Stadt Prypjat, Ukraine, als Folge einer Kernschmelze und Explosion im Kernreaktor Tschernobyl Block 4. Sie gilt als die schwerste nukleare Havarie und als eine der schlimmsten Umweltkatastrophen aller Zeiten. Große Mengen an radioaktivem Material wurden in die Luft geschleudert und verteilten sich hauptsächlich über die Region nordöstlich von Tschernobyl, aber auch über viele Regionen Europas. Der Unfall führte bei einer nicht genau bekannten Zahl von Menschen zum Tod. Bei vielen Erkrankungen wird die Strahlung als mögliche Ursache angesehen.

(Quelle: Wikipedia)

In einem Interview mit der Münchner Abendzeitung sagte Sepp Daxenberger, als er erfuhr, dass nach ihm nun auch seine Frau Gertraud an Krebs erkankt ist, er glaube, dass das mit der Reaktor-Katastrophe von Tschernobyl am 26. April 1986 zusammenhänge. Er kenne rund um Waging auch "einen ganzen Haufen Krebskranker". Die Ärzte in München hätten ihm außerdem erzählt, dass es da draußen bei ihm ganz besonders viele Erkrankungen gebe. Als die radioaktive Wolke Bayern erreichte, hatte es in der Region um Waging viele Gewitter und Starkregen gegeben. Daxenberger zur Abendzeitung:  "Da hat es in der Region von der Tschernobyl-Wolke besonders viel runtergeregnet." Im April seien die Bauern besonders viel draußen. „Das ist meine These, eigentlich ist es nur eine Mutmaßung.“ Sepp Daxenberger starb am 18. August 2010 an den Folgen seiner Krebserkrankung. Er war 48 Jahre alt. Drei Tage zuvor war seine Ehefrau Gertraud ebenfalls an Krebs gestorben. Sie wurde 49 Jahre alt. Das Ehepaar hinterlässt drei Söhne im Alter von 19, 17 und 12 Jahren.

So stark war Oberbayern 1986 betroffen

Die Belastung in Daxenbergers Heimat war damals tatsächlich sehr hoch. Heftige Regenfälle brachten das Gift aus den radioaktiven Wolken auf den Boden. Besonders stark betroffen waren die Gegenden um Murnau, Garmisch Partenkirchen und das Berchtesgadener Land.

Sind die Böden immer noch belastet?

Ja. Aber das ist heute nicht länger zwangsläufig gefährlich. Während Obst und Gemüse aus heimischen Anbau seit Jahren schon wieder bedenkenlos verzehrt werden können, ist bei Pilzen und Wild immer noch Vorsicht geboten. Die höchste Belastung mit gefährlichem Cäsium haben hier Maronenröhrlinge und Wildschweine. Grundsätzlich gilt aber: Ein gesunder Erwachsener steckt eine gelegentliche Mahzeit mit Pilzen oder Wild schon weg. Aufpassen sollten dagegen hier Kinder, Schwangere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Online-Tipp: Untersuchungsbericht des Landesamtes für Umwelt - Die Folgen von Tschernobyl 20 Jahre danach

Was bewirkt Radiokativität eigentlich gesundheitlich?

Sie kann Zellschäden auslösen. Das kann zu Krebs führen. Für Deutschland gibt es jedoch keine Studie, die den Zusammenhang zwischen erhöhter Krebshäufigkeit und dem Tschernobyl-GAU bei uns eindeutig herstellen kann. Es gibt allerdings Untersuchungen, die ein erhöhtes Krebsrisiko im Wohnumfeld von AKW-Standorten belegen. 

Wo bekomme ich weitere Informationen zum Thema Radioaktivität in Bayern?

In Bayern ist für dieses Themenfeld das Landesamt für Umweltschutz zuständig. Darüberhinaus gibt es Infos beim Verein Umweltinstitut München.

Infos zur Kernernergie in Deutschland bieten zum Beispiel das Wissensportal Kernenergie oder die Umweltorganisation Greenpeace.

Der Super-GAU von Tschernobyl - damals und heute

Tschernobyl - damals und heute

Am 26. April 1986 wurde in Tschernobyl der bisher folgenschwerste Reaktorunfall ausgelöst. Ein sogenannter Super-GAU. © dpa
31 Menschen starben sofort aufgrund der Bestrahlungen und Verbrennungen, die sie sich bei der Bekämpfung der Brände zugezogen hatten. © dpa
 © dpa
Radioaktive Strahlung kann Krebs hervorrufen  und bei damals Neugeborenen und Embryonen, die sich noch im Mutterleib befanden, Wachstumsschäden oder jegliche Art von Behinderungen. © dpa
100.000 Menschen mussten aus dem Gefahrengebiet evakuiert werden. Die Bevölkerung in Deutschland wurde einer Strahlenbelastung mit einer Halbwertszeit von acht Tagen ausgesetzt. © dpa
Bodenkontamination in Deutschland im Mai 1986 © BayLfU 2006
In Süddeutschland beherrschten monatelang Diskussionen über das Ausmaß der radioaktiven Belastung von Lebensmitteln und andere mögliche Kontaminationen die Öffentlichkeit. Pilze, die die Radioaktivität äußerst gut speicherten, wurden verseucht und es wurde noch Jahre später gewarnt, Pilze sammeln zu gehen und diese zu essen. © dpa
Nie wieder Tschernobyl! - Mitglieder des Bundes für Umwelt- und Naturschutz demonstrieren in München vor der Konzernzentrale des Energieversorgers e.on gegen die Nutzung der Atomkraft. © dpa
Die Sperrzone von Tschernobyl erscheint heute auf den ersten Blick als Naturparadies. Elche, Wölfe, Hirsche sind hier zahlreich vorhanden, in den 1990er-Jahren wurden hier auch einige der vom Aussterben bedrohten Przewalski-Pferde ausgesetzt. Binnen 20 Jahren sind die damals verlassenen Dörfer verwildert und zum großen Teil zugewachsen. © dpa
Angehörige gedenken 20 Jahre nach der Katastrophe der Opfer. © dpa
Um an den Supergau im Atomkraftwerk von Tschernobyl vor 24 Jahren zu erinnern demonstriert ein Mitglied der Partei Bündnis 90/Die Grünen vor einem gelben, aufblasbaren Atomkraftwerk. © dpa

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