Streit um zu niedrige Steuern

Hat Thai-König Rama X. oberbayerische Gemeinde um mehr als 100.000 Euro geprellt?

König Maha Vajiralongkorn, mit Beinamen Rama X, von Thailand winkt neben seiner Frau, Königin Suthida von Thailand, von einem Balkon des Großen Palastes.
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König Maha Vajiralongkorn, mit Beinamen Rama X, von Thailand winkt neben seiner Frau, Königin Suthida von Thailand, von einem Balkon des Großen Palastes (Archivbild).

König Maha Vajiralongkorn, mit Beinamen Rama X., bezahlt in Deutschland angeblich zu wenig Steuern. Das zumindest behauptet der Tutzinger Bürgerverein. Dieser hatte zu geringe Einnahmen ausgerechnet und ging auf Ursachenforschung.

Tutzing - Grand Hotel Sonnenbichl in Garmisch oder seine eigene Villa Stolberg in Tutzing am Starnberger See - an diesen beiden Orten nächtigt der Thailändische König, wenn er zu Besuch in Deutschland ist. Er ist einer von 76 Menschen, die in der Gemeinde am Starnberger See einen Zweitwohnsitz haben – und dafür Zweitwohnungssteuer zahlen müsste. Aber zahlt der Monarch für sein Starnberger Luxusanwesen auch ordnungsgemäß die anfallende Zweitwohnungsteuer? Das ist die Frage, die nun der Tutzinger Bürgerverein aufwarf, denn der Verein zweifelt daran.

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Doch warum die Zweifel? Laut der ehemaligen Wirtschaftsprüferin und Steuerberaterin schulde Rama X. der Gemeinde Tutzing seit 2018 ungefähr 100.800 Euro. Die eingenommenen Steuern der letzten Jahre sollen mit durchschnittlich 124.000 Euro viel zu niedrig sein, wie die Schatzmeisterin des Vereins, Lucie Vorlickova, unserem Partnerportal „merkur.de“ vorgerechnet hat.

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Für diese Summe, die Rama X. angeblich nicht gezahlt hat, rechnete die Steuerberaterin für das Anwesen in Tutzing mit einer Kaltmiete von rund 50 Euro pro 1.400 Quadratmeter, was eine Jahresnettokaltmiete von 840.000 Euro ergab. Die Frage, die es nun zu klären gilt, ist allerdings: Muss der Thai-König überhaupt Steuern zahlen? Als Rama X. die Villa Stolberg 2016 gekauft hatte, soll er sie laut Medienberichten als Diplomatensitz ausgegeben haben – und ist so nach dem Tod seines Vaters Bhumibol um eine Erbschaftssteuer von etwa drei Milliarden Euro herumgekommen.

mh

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