50-Jähriger in Sauerlach gefasst

Mit über 200 Sachen: Biker liefert sich wilde Verfolgungsjagd mit Polizei

A8/Sauerlach - Anzeigenhagel für einen 50-Biker aus München. Der Mann lieferte sich eine minutenlange High-Speed-Verfolgungsjagd mit der Polizei. Dabei gefährdete er mehrfach andere Verkehrsteilnehmer - nur durch Glück wurde niemand verletzt. 

Pressemitteilung im Wortlaut:


Am Sonntag Nachmittag, gegen 14.20 Uhr, wurde auf der BAB A8 Salzburg – München in Fahrtrichtung München auf Höhe der Leitzachsenke von einem zivilen Videowagen ein Motorradfahrer festgestellt, welcher im Bereich der 130-km/h-Beschränkung mit über 200 km/h fuhr. Die Videostreife versuchte den Biker daraufhin mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn anzuhalten. Ein Überholen war jedoch nicht möglich, da der Biker dann sein 165-PS-Geschoss im unbeschränkten Bereich bis auf knapp 250 km/h beschleunigte. Aus bisher unbekannten Grund versuchte der Biker durch Vollgas der Polizeikontrolle zu entkommen. Etwa auf Höhe Otterfing konnte der Videowagen dann den Motorradfahrer überholen, woraufhin der Biker dann das Polizeifahrzeug rechts überholte und unmittelbar vor dem Videowagen wieder einscherte und ihn schnitt. Dies geschah bei einer Geschwindigkeit von weit über 200 km/h. Bei dieser Aktion hatte der Biker noch einen auf dem mittleren Fahrstreifen fahrenden Pkw mit minimalsten Seitenabstand überholt und sich quasi zwischen dem Pkw und dem Videowagen „durchgequetscht“. Wohlgemerkt mit weit über 200 km/h.

An der folgenden Anschlussstelle Hofolding sah der Biker dann seine Chance das Polizeifahrzeug abzuschütteln. Kurz vor der Anschlussstelle bremste er sein Motorrad von 210 km/h brutal ab um dann die Ausfahrt noch auf „letzter Rille“ zu nehmen. Dies erkannte der Fahrer des Videowagens rechtzeitig und ließ sich nicht abschütteln. Das Rotlicht der Ampelanlage an der Anschlussstelle zur St 2070 interessierte den Biker nicht und er beschleunigte vehement in Richtung Sauerlach. Im weiteren Verlauf beschleunigte er im 70-er Bereich auf weit über 140 km/h und entfernte sich von dem Videofahrzeug, wobei er auch mehrere Fahrzeuge trotz Überholverbot überholte.


Der Biker raste dann in Richtung Sauerlach Ortsmitte. An den beiden Kreisverkehren konnte der Videowagen dann etwas aufholen. Kurz vor Ortsmitte bog der dann in ein Wohngebiet ab. In dem verkehrsberuhigten Bereich fuhr er dann nach Zeugenangaben mit ca. 50 km/h an einer Familie so knapp vorbei, dass die Eltern das Kind wegziehen mussten, um einen Zusammenstoß zu vermeiden. Am Ende des Weges stellte der Biker sein Motorrad ab und flüchtete zu Fuß. Dazu versteckte der seinen Helm und seine Motorradjacke um nicht als Motorradfahrer erkannt zu werden. Den Fahrzeugschlüssel hatte er auch weggeworfen. Zeugen deuteten dem nahenden Polizeifahrzeug sofort unaufgefordert die Fluchtrichtung. Eine weitere zuvor verständigte Streife konnte den Biker dann unweit vorläufig festnehmen. Fußgänger mit Motorradhose- und Stiefel sind eben doch auffällig.

Ein durchgeführter Alkohol- und Drogentest verlief negativ. Auf die Frage, warum der 50-jährige Münchner mit seinem leistungsstarkem Motorrad versuchte vor der Polizei zu flüchten, wollte dieser keine Angaben machen.

Den Biker erwartet nun ein Strafverfahren wegen Gefährdung des Straßenverkehrs und illegalem Kraftfahrzeugrennens. Weiter wird gegen ihn wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetzes ermittelt, da bereits seit dem Vortag die Ausgangsbeschränkungen galten.

Zeugen, die sachdienliche Angaben zu dem Vorfall machen können, mögen sich unter 08024/9073-0 an die Autobahnpolizei Holzkirchen wenden.

Pressemitteilung der Autobahnpolizeistation Holzkirchen

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