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Hilfe für die Flüchtlinge des Ukraine-Kriegs

Caritas und THW in Region einig: „Raten dringend von privaten Hilfsfahrten ab“

Einsatzkräfte des THW im Einsatz: Unterstützung für die Ukraine
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Ehrenamtliche Helfer vom Technischen Hilfswerk (THW) füllen Trinkwasser an einer Ausgabestelle in Behältnisse. In der Ukraine sind bereits erste Erkunder vor Ort.

Die Hilfsbereitschaft in der Region für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine ist enorm: Zahlreiche Vereine und auch Privatpersonen machen sich sogar in Eigenregie mit Hilfsgütern auf den Weg an die Grenze. Die großen Hilfsorganisationen äußern mittlerweile allerdings erste Bedenken und raten insbesondere Einzelnen zu einer anderen Herangehensweise.

Rosenheim/Bayern – „Die Lage in der Ukraine beschäftigt uns aktuell selbstverständlich sehr. Wir bekommen derzeit enorm viele Anfragen an Sachspenden“, berichtet Erwin Lehmann, Kreisgeschäftsführer der CARITAS in Rosenheim. Auch privat organisierte Spendensammlungen versuchen derzeit, das Nötigste für die Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zusammenzutragen und entsprechend an die Bedürftigen weiterzuleiten. „Dennoch müssen wir den Leuten im Moment von Sachspenden im großen Stil leider abraten“, ergänzt Lehmann. Spenden in Form von finanzieller Hilfe, etwa über die Konten von CARITAS International, würden allerdings garantiert unmittelbar vor Ort dazu verwendet, die wirklich notwendigen Sachen auch zu beschaffen, so der Kreisgeschäftsführer, und weiter: „Der große Schwung an Hilfe muss jetzt gut organisiert werden, am besten von den großen Organisationen.“

Erste Kräfte des THW bereits vor Ort

Ähnlich argumentiert auch Stefan Huber, Pressesprecher des Technischen Hilfswerks (kurz: THW) in Rosenheim: „Grundsätzlich ist zu sagen, dass Sachspenden schwierig sind. Schwierig deshalb, weil Sachspenden einen enormen logistischen Aufwand bedeuten und es sich häufig nicht um die Produkte handelt die gerade benötigt werden.“ Für genau diesen Zweck, das Feststellen der tatsächlichen Bedürfnisse im und an der Grenze zum Kriegsgebiet, hat das THW bereits erste Einsatzkräfte entsendet. „Ihre Aufgabe wird es sein, vor Ort mögliche Hilfsmaßnahmen zu erkunden und Kontakte zu nationalen und internationalen Organisationen zu knüpfen. In der Republik Moldau soll zum Beispiel die Residenz der Botschaft so vorbereitet werden, dass dort Hilfskräfte untergebracht werden können. Weitere Einsatzländer sind Polen, Rumänien und die Slowakei“, heißt es in er Pressemeldung des THW vom 2.März.


Von Bonn aus habe das THW zusätzlich die Koordination von Hilfslieferungen mit Gütern, die von den Bundesländern der Ukraine zur Verfügung gestellt werden, übernommen. Dazu gehöre der Transport innerhalb Deutschlands und der Weitertransport in die Nähe der polnisch-ukrainischen Grenze. Pressesprecher Stefan Huber ergänzt: „Wir vom Technischen Hilfswerk raten dringend davon ab, private Hilfsfahrten an die Grenze zur Ukraine durchzuführen. So gut das auch gemeint sein mag, aber private Fahrten können die koordinierte Hilfe stören. Es ist jetzt Sache der Hilfsorganisationen, die in alle Grenzländer Verbindungsleute entsandt haben, um mit den heimischen Organisationen und Regierungen den jeweiligen Hilfebedarf zu klären und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.“

Koordinierte Hilfe auch von der Bayerischen Staatsregierung

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann empfiehlt am Freitag, sich vor einer Spende bei der jeweiligen Organisation genau zu erkundigen, was am dringendsten benötigt werde. „In der aktuellen Situation erlauben Geldspenden mehr Flexibilität, da aufwendige Transport- und Logistikfragen entfallen“, so der Innenminister. Unterstützung zur Koordinierung leistet der Freistatt künftig auch über die Website www.ukraine-hilfe.bayern.de: „Damit können wir die zahlreichen Hilfsangebote besser steuern. Die Hilfe soll dort ankommen, wo sie wirklich benötigt wird,“ so Herrmann.

Auf der Website können Bürgerinnen und Bürger ab heute unkompliziert ihre Hilfsangebote hinterlegen. Gefragt sind insbesondere Dolmetscher und Personen mit ukrainischen Sprachkenntnissen, die bei Behördengängen oder Ähnlichem unterstützen können. Zudem können auf der Website auch Angebote für Wohnungen sowie Transportdienstleistungen hochgeladen werden. Koordiniert und gebündelt werden die Angebote sodann von den Regierungen und Kommunen, die bei Bedarf auf die Anbieter zukommen.

sl

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